Die Arbeiterbewegung geht voran
Arbeiter- und Volkskämpfe im August
Die überparteiliche Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Studien zur Arbeiterbewegung (GSA e. V.) erfasst und wertet die Kämpfe der Arbeiter und Volksmassen monatlich aus – auch gegen die Unterdrückung dieser Informationen durch die bürgerlichen Massenmedien. Hier der Überblick über den August:
In Deutschland entwickelt sich der Kampf der Arbeiter: Im August beteiligten sich mindestens 29.000 an Arbeiterkämpfen und Streiks – eine Rekordzahl für diesen Urlaubsmonat. Bis August haben sich mit mindestens 935.000 Aktiven in diesem Jahr schon fast genauso viele an Arbeiterkämpfen beteiligt wie im ganzen Jahr 2025. Mit den 175.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Streik- und Kampftag der Automobilarbeiter am 21. September wird die Zahl von 2025 bereits übertroffen.
Bemerkenswert ist auch, dass die Zahl der erfassten Beteiligten an Kämpfen um Arbeitsplätze mit über 131.000 bis August sogar fast doppelt so hoch ist wie im Jahr 2025. Das zeigt: Die Arbeiter nehmen die angedrohten Massenentlassungen nicht hin.
Der Aufschwung an gewerkschaftlichen Kämpfen erfasst auch kleinere Betriebe: So streikten die 250 Arbeiter des Metallbetriebs Kelvion im August vier Wochen lang im Kampf gegen Arbeitsplatzvernichtung. Sie erreichten schließlich einen Sozialtarifvertrag.
Die Kämpfe der Arbeiter in Deutschland spielen auch international eine wichtige Rolle. Im August führten 40.000 Hyundai-Arbeiter in Südkorea den ersten landesweiten Streik seit 10 Jahren durch. Sie kämpften um Lohnerhöhung, aber auch für den Erhalt der Arbeitsplätze.
Nachdem in Deutschland im März und April bei DHL Express um mehr Lohn gestreikt wurde, haben im August Beschäftigte von DHL auf den Philippinen mit dem gleichen Ziel gestreikt. Diese Kämpfe müssen koordiniert werden.
Ende August streikten in Indien Azubis im Traktorenwerk von Mahindra & Mahindra für Festanstellung und bessere Bezahlung. Dabei kam es zu teilweisen Produktionsunterbrechungen und einer rund dreistündigen Blockade des Werkszugangs. So verbinden sich Arbeiterkämpfe und Jugendbewegung. In Indien gab es weitere Proteste von Schülern, Studierenden und jungen Arbeitslosen gegen die Korruption im Bildungswesen und die Arbeitsplatzvergabe im öffentlichen Dienst.
In Indonesien gab es Proteste von Studierenden gegen das Regime von Prabowo, weil es äußerst korrupt ist und das Militär sich in alle gesellschaftlichen Bereiche ausdehnt.
In Südafrika protestierten Studierende in Kapstadt gegen die Erhöhung der Studiengebühren.
In Australien protestierten rund 6.000 Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit gegen die rassistische „One Nation-Partei“.
Weitere antifaschistische/antirassistische Aktionen fanden in Südafrika, den USA, Spanien (Ceuta), Belgien und Großbritannien statt. Sie waren durchgehend Proteste gegen gewaltsames Vorgehen von faschistischen/rassistischen Kräften gegen Migranten.
In Japan gingen die Menschen gegen Aufrüstung und Kriegsgefahr auf die Straße: Der größte Protest fand mit 50.000 Teilnehmenden in Hiroshima und Nagasaki im Gedenken an die US-Atombombenabwürfe vor 81 Jahren statt. In Tokio forderten 15.000 Menschen bei einer Kundgebung gegen die Aufrüstungspolitik den Rücktritt von Ministerpräsidentin Takaichi.
Gegen den Völkermord in Gaza gab es Proteste in Griechenland mit 5.000 Teilnehmern, in Stockholm und in Paris. Bei vielen anderen Aktionen ist aber auch der Protest gegen den Völkermord in Gaza Dauerthema – im Wahlkampf in den USA oder z. B. bei Protesten gegen den Einsatz von Palantir im Gesundheitswesen der USA.
Im Juli waren die Aktionen zum Christopher Street Day eine der größten Massenmanifestationen. Auch im August gab es in Hamburg die bisher größte Beteiligung mit 300.000 Menschen. In Amsterdam fand eine riesige Pride-Parade statt – trotz und bewusst eine Woche nach dem faschistischen Anschlag in Berlin. Die Beteiligung an den Christopher-Street-Day-Aktivitäten ist zunehmend ein antifaschistischer Protest gegen die Unterdrückungspolitik etwa der Faschistin Meloni in Italien oder aktuell in der Türkei.
Wichtige Umweltproteste: In Stockholm fand eine große Demo mit 10.000 Beteiligten statt, die Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe von der Regierung forderten. Die Menschen in Mexiko wehrten sich in Chiapas gegen den Bau einer Autobahn für Touristen. Auf den Philippinen errichteten Anwohner Barrikaden gegen ein Bergbauprojekt, das Wasserquellen und Landwirtschaft gefährdet. In den USA festigt sich eine breite Protestbewegung gegen die Wasser-, Lärm- und Energiefolgen des Baus von riesigen Data-Centern und hat erste Erfolge.