Aktualisiert um 23.45 Uhr

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Erwartungen übertroffen - IG Metall meldet 175.000 Beteiligte - Fortlaufender Bericht über den großen Aktions- und Streiktag

Auf die Schnelle: +++ Grüße aus Tschechien bei Skoda Mlada Boleslav +++Düsseldorf: Kämpferische Arbeiterdemonstration - Das war etwas Neues! +++ Mercedes Marienfelde - "Ola raus!" +++ Hannover: Straßenblockade der VW-Kollegen +++ Mercedes Sindelfingen: 20.000 und Ergun Lümali kämpferisch gegen Angriffe des Vorstands +++ Osnabrück: Bauchweh bei der Umstellung auf Kriegsproduktion. +++ Hamburg: 250 Kollegen pfeifen auf eine Abmahnung +++ Wolfsburg: „Kollegen und Presse stehen davor, wir gehen alle raus vors Tor“ +++ Vorm Tor bei VW-Emden - Alle Automobilarbeiter gemeinsam, das ist eine Riesenmacht +++ Daimler-Mannheim: Stimmen für Streik mehren sich +++ "Klar, bin dabei!" - aus Neckarsulm +++ Solidaritätserklärung aus Argentinien vom Betriebsrat bei Arcelormittal +++ (Samstag Abend) Auftakt des gewerkschaftlichen Kampf- und Streiktags am Marx-Monument.

Erwartungen übertroffen - IG Metall meldet 175.000 Beteiligte - Fortlaufender Bericht über den großen Aktions- und Streiktag
Demonstration in Untertürkheim (rf-Foto)

 

Mit Nachträgen aus dem Tagesverlauf

Ford Köln (22.00 Uhr)

„Bundesweit kämpfen – so muss es weiter gehen!“

Bei Ford in Köln fanden zum bundesweiten Aktions- und Streiktag der IG Metall an allen Werkstoren zu Schichtbeginn und Schichtwechsel Aktionsstände statt. Die Vertrauenskörper der Werksbereiche hatten Pavillons aufgebaut, die Kolleginnen und Kollegen wurden mit Flyern über den Aktionstag informiert und konnten auf einem Banner unterschreiben „Zusammenhalt ist unsere Stärke – Zukunft statt Kahlschlag“: „Es geht um den Kampf gegen die Arbeitsplatzvernichtung, Arbeitszeitverlängerung, die Abwälzung der Krise auf unsere Rücken – ums gemeinsam kämpfen.“ Das stieß auf Interesse und Zustimmung. Das Bewusstsein, dass wir als Arbeiter zusammenhalten müssen, wurde gestärkt.

 

So entstanden an den Toren einige Gespräche. Es gibt Wut über die Arbeitsplatzvernichtung, über das Anziehen der Ausbeutungsschraube in allen Bereichen, über das Auflösen einer Schicht in der Fertigung und vieles mehr. Auch darüber, dass zu wenig dagegen gekämpft wird. Es wurde darüber diskutiert, ob wir als Arbeiter alles so über uns ergehen lassen müssen oder dagegen in die Offensive gehen.

 

Einige hatten sich entschieden, bewusst an diesem Tag keine Überstunden zu machen, obwohl von der Werksleitung enormer Druck ausgeht, „freiwillig“ eine Stunde früher anzufangen. Wer das heute verweigerte, hat verstanden, dass wir den Spieß umdrehen müssen und uns dem Druck nicht beugen. An der Lehrwerkstatt drängte es die Azubis, zu klären, ob heute gestreikt wird und sie überhaupt das Recht haben zu streiken: Was ist ein wilder Streik und was ein selbstständiger. Leute von der MLPD und Freunde waren an die Werkstore gekommen, um die Aktionen solidarisch zu unterstützen, was fast überall begrüßt wurde.


In den letzten Wochen hatte es ein Ringen um die Ausgestaltung des Aktionstages gegeben. Der Aufruf der IG Metall sprach klar von Demos und Streikaktionen. Das wurde von vielen Kollegen gefordert, angesichts des Generalangriffs der Konzerne und der Regierung auf unsere Rechte. Doch die Vertrauenskörperleitung wollte die Aktionen bewusst niedrig halten, begründet unter anderem mit dem Sozialtarifvertrag, der seit 2025 gilt und offensichtlich die Belegschaft an ein ständiges Füße-Stillhalten bindet. So fanden die Aktionen nur außerhalb der Arbeitszeit statt.

 

Es zeigte sich aber ein großes Interesse, aktiv zu sein und es wurde gefordert, dass die IG Metall mehr machen muss. Dazu wird aber auch die Aktivität jedes einzelnen gebraucht. So wurde heute auch weiter für die Teilnahme am Gewerkschaftsaktionstag in Essen am 26. September geworben. Am Dienstag, den 22. September, findet die reguläre Betriebsversammlung statt, die weiter genutzt werden wird, die kämpferische Richtung in der Belegschaft zu entwickeln.

Bosch Reutlingen (21.50 Uhr)

„Ihr von der MLPD wart heute gut vertreten“

Rund 300 Kolleginnen und Kollegen sind aus dem Reutlinger Stammwerk von Bosch an der Tübinger Straße für eine halbe Stunde rausgekommen, teils abgestempelt, teils bei Schichtwechsel. In die durchaus kämpferische Rede des Betriebsratsvorsitzenden kam der Zwischenruf aus dem Kreis der Vertrauensleute: “Ohne Streik wird sich nichts ändern!“ Andere Kollegen griffen das auf und riefen auch Streik. Nach kurzem Überlegen reagierte der Betriebsratsvorsitzende: “Ja wir brauchen kämpferische Stimmung und Kräfte in nächster Zeit.“ Demnächst, am 30. September, würde die Friedenspflicht zur Tarifrunde enden. Wenn es bis dahin kein annehmbares Ergebnis gäbe, „dann werden wir schon sehen“.

 

Die Stimmung war kämpferisch, aber auch noch zurückhaltend. Die Empörung über die Merz'schen Abwertungen, die Kollegen seien faul und zu teuer, war groß. Lautes Pfeifkonzert war die Antwort. Ein Kollege berichtete, wenn bei Mercedes jetzt gestreikt würde, könnte der Funke überspringen. Aber das Bosch-„Sparpaket“ für den Standort ist auf vielfältige Spaltung unter den Angestellten und Ingenieuren angelegt. So kriegen nur diejenigen eine Abfindung aus scheinbar nicht profitablen Bereichen, wo Bosch will, dass sie gehen.

 

Ein weiterer Redebeitrag kritisierte die Profitmaximierung auf dem Rücken der Kollegen, sprach die Milliardenprofite von BMW und Mercedes an, aber auch die jüngst verschleuderten Milliarden von Cellforce, wo eine fertiges Werk für die Batterien von Porsche entstand, was nach Einstreichen staatlicher Höchstsummen geschlossen wurde. In den vielen Gesprächen war vorherrschend, dass weitere Kampfmaßnahmen notwendig sind. Stolz herrschte darüber, dass heute ein deutschlandweiter Automobilkampftag ist und in Baden-Württemberg bereits 45 000 Kolleginnen und Kollegen auf der Straße sind.

 

Unsere selbst gemalten Schilder „Mitbestimmung durch Streik - MLPD, die Arbeiterpartei, solidarisiert sich mit Eurem Kampf um jeden Arbeitsplatz“ waren häufig photografiert. Ein Kollege sagte anerkennend: „Ihr von der MLPD wart heute gut vertreten.“ Zu Beginn waren einige wenige Kollegen, die der AfD nahestehen, auf dem Platz. Sie wollten nur die Regierung anprangern, die Monopole dahinter blendeten sie aus.

 

Ein besonderes Highlight war, dass der Frauenverband Courage sich solidarisch erklärte, gleich neben der Lkw-Bühne Kaffee und Tee anbot und aktiv bei den Frauen zur Teilnahme am Frauenpolitischen Ratschlag warb. Eine Frau sagte: "Ja wir brauchen eine andere Gesellschaft, Regierung und Bosse arbeiten zusammen, das geht so nicht.“ Organisiertes Kämpfen fand sie ausdrücklich wichtig. Und ganz zum Schluss hatten wir eines der brandneuen Bücher "Die Lehre von der Denkweise" verkauft.

ZF-Gelsenkirchen

Millionen sind stärker als Millionäre!

(22.40 Uhr) Großen Applaus bekam eine IGM-Gewerkschafterin bei der Kundgebung von ca 80 ZF- Kolleginnen und Kollegen für dieses Statement. Nach einer Betriebsversammlung zogen sie vor das Tor und dann an die viel befahrene Kurt-Schumacher-Strasse – „damit man uns auch sieht!“ Sie reihten sich mit dieser Beteiligung ein in die bundesweit stattfindenden IGM-Protestaktionen in der Autoindustrie.

 

Ungewiss ist, wie es mit der Beschäftigungsgarantie nach 2027 weitergeht. Angesichts der Attacken in der Automobilindustrie durch die Konzerne und der anstehenden „Reformen“ der Bundesregierung traten die Kollegen kämpferisch auf. Der IGM-Bezirksverantwortliche Ralf Goller begrüßte ausdrücklich die Solidarität – allerdings hätte er sie sich noch deutlich breiter gewünscht. Da ist noch viel Luft nach oben für Unterstützung aus Parteien und der Gelsenkirchener Bevölkerung.


Der MLPD-Kreisverband überreichte eine Solidaritätserklärung an die Kolleginnen und Kollegen von ZF. Vertreter von Kumpel für AUF, AUF Gelsenkirchen, Jugendverband REBELL, Ver.di waren mit Fahnen und Plakaten dabei und stärkten der Belegschaft den Rücken. Heute waren wir Teil von über zweihundert Protestaktionen in ganz Deutschland, und das machte stolz. „Wir sehen uns am Samstag in Essen, da geht es weiter mit der DGB-Protestaktion gegen die Regierungspolitik!“ Also - ein guter Auftakt!

Rüsselsheim

Live-Schaltung in die anderen Opel-Werke

(22.30 Uhr) Mit einer Betriebsversammlung und einer kämpferischen Aktion vorm Tor wurde der bundesweite Streiktag bei Opel in Rüsselsheim begangen. Die Kolleginnen und Kollegen aus den Produktionshallen organisierten einen Demozug zur Versammlung, mit Fahnen,Trommlern und dem großen IGM Transparent „WIR sind da" und einem selbst gesprühten Transparent von der Linie, das die Übernahme der Leiharbeiter und der Befristeten forderte und mit der Forderung nach 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich verband. 


Die Betriebsversammlung fand nicht wie immer statt. Ein Highlight war eine Live-Schaltung in die anderen Opel-Werke (Kaiserslautern, Eisenach und Bochum) mit kurzen kämpferischen Ansprachen und man konnte die versammelten Kollegen sehen. Das stärkte ungemein das Zusammengehörigkeitsgefühl, was bei der späteren Aktion vorm Tor für jeden spürbar war. Besonders waren hier auch die Grußworte einer Vertreterin vom europäischen Gewerkschaftsverband IndustriAll.

 

Der Kampf gegen die Regierungspolitik hatte einen großen Stellenwert. Der Bevollmächtigte der IG-Metall hat die ganzen Maßnahmen der Bundesregierung sehr gut auseinandergenommen. Auf der Betriebsversammlung nahm er die Angriffe auf unser Gesundheitswesen aufs Korn und verband das direkt auch mit den Angriffen der Automobilunternehmen. Besonders traf auf Zustimmung der Belegschaft er als er den Kampf für den Erhalt der 35 Stunden Woche ansprach. Lohnverlust wird nicht akzeptiert und das wird beabsichtigt bei Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich.

 

In der Live-Schaltung wurde auch klar, dass in allen Werken die Übernahme der Leiharbeiter ein entscheidendes Thema ist. Genau hier zeigt sich wie die „Reformen“ von Merz die Pläne der Profitmaximierung auf unserem Rücken gesetzlich absichern soll. Beschäftigung von Leiharbeitern soll 4 Jahre möglich sein. Das ist ein Teil des Generalangriffs von Konzernen und Regierung. Auf der Kundgebung vor dem Tor war auch die Solidarität aus der Bevölkerung spürbar: Vom Widerstandskomitee Rüsselsheim, dem Bündnis gegen Faschismus und Krieg, Frauenverband Courage, MLPD und auch Schüler, die in ihrer Pause kamen.

 

München 

Kampfbereitschaft muss sich auch in selbstständigen Aktionen wiederspiegeln

(22.30 Uhr) Der Generalangriff von Regierung und Monopolen wird auch in München von den Kollegen gespürt. Die Kollegen sind kampfbereit und wollen ein Zeichen setzen, insbesondere nachdem auch bei BMW in Deutschland 8000 Stellen abgebaut werden sollen. Die Gewerkschaft hat für den heutigen 21.09. einen richtigen Kampftag der Automobilarbeiter angekündigt. Mobilisiert wurden dann die Vertrauensleute und die DGB-Jugend. Etwa 200 Leute fanden sich bei einer kurzen Auftaktkundgebung ein, welche in einen Autokorso überleitete. Die Abschlusskundgebung auf einem abgelegenen Parkplatz des Olympiastadions in München wurde dem bundesweiten Streik- und Aktionstag überhaupt nicht gerecht. In den Reden wurde vor allem der Appell an die Regierung gerichtet, jetzt endlich mal die Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Die volle Kampfkraft wurde hier leider nicht entfaltet. Wie bereit die Kollegen sind zu kämpfen, zeigt sich bei den Gesprächen am Tor, wo betont wird, dass man sofort bereit steht wenn die Gewerkschaften rufen würden. Der heutige Tag zeigte aber auch, dass sich diese Kampfbereitschaft auch in selbstständigen Aktionen wiederspiegeln muss.

Bremen - Mercedes (21.45 Uhr)

Besonnene Reaktion auf Provokation

Die IG Metall Bremen mobilisierte in ihrem Aufruf zum Aktionstag gegen die Angriffe auf die Mercedes-Belegschaft (Drohung mit Werksschließungen, von 35 auf 40h-Woche ohne Lohnausgleich etc.), aber auch auf Leiharbeiter und Zulieferer, heute tausende Kolleginnen und Kollegen aus allen Hallen und die Azubis. Ca. 3.000 nahmen lautstark an der Demo teil, darunter auch solidarische Kolleginnen und Kollegen von Airbus, ArcelorMittal, Lear Cooporations, MA Automotive, Schnellecke, Thermofischer und andere. Eine Kollegin von Airbus sprach am offenen Mikrofon während der Demo, dass die 40h-Woche ohne Lohnausgleich sicherlich auch als nächstes bei Airbus eingeführt würde, wenn sich die Automobilarbeiter dies gefallen ließen.

 

Wir hatten die Mercedeskollegen bereits beim Rauskommen aus dem Werk begrüßt, die Solidarität der MLPD verkündet, vor falschen "Freunden" der AfD gewarnt und das offene Mikro vorgestellt, es herrschte eine solidarische Atmosphäre. Während der Demo kam dann überraschend ein als kämpferisch bekannter Mercedes-Betriebsrat auf uns zu und forderte uns völlig irriger Weise auf, unsere Werksausweise vorzuzeigen. Als wir berechtigter Weise nicht auf seine Aufforderungen eingingen, uns ganz hinten einzuordnen, sondern unseren Klassenstandpunkt vertraten sowie unsere demokratischen Rechte darlegten, packte er das Sandwichplakat eines Genossen und zertrat die Stange. Zwei weitere Personen griffen die anderen beiden Plakataträger an und zerstörten ebenfalls die Strangen sowie ein Doppelplakat - das mit der Forderung nach einem AfD-Verbot. Zwar klatschten nicht wenige Kollegen im unmittelbaren Umfeld zu seiner Aktion, aber wir blieben besonnen. Anschließend kamen einige Kollegen solidarisch auf uns zu. U.a. ein ehemaliger Betriebratskollege von Mercedes, der von sich aus dann den attackierenden BR-Kollegen ansprach. Dieser entschuldigte sich daraufhin und sagte zu, die durch ihn verursachten Materialkosten zu erstatten. Er gab zu, dass Mercedeskollegen ihm den Auftrag erteilt hatten uns ansprechen, weil sie nicht mehr mitlaufen würden, wenn wir weiterhin das Plakat gegen die AfD hochhalten würden. Ein äußerst wertvoller, wichtiger Einsatz, welcher zeigt: Der Kampf um die Denkweise ist das Entscheidende!

ZF Friedrichshafen 

Vorhergehende Betriebsversammlung musste wegen Unmut abgebrochen werden

(21.40 Uhr) Letzte Woche war eine Betriebsversammlung. Ein Kollege meinte, dass die Betriebsversammlung bewusst letzte Woche durchgeführt worden war, um nicht weiter aktiv werden zu müssen. Die Zeppelinzulage solle gestrichen werden. Das macht zwischen 9 und 13 Prozent des monatlichen Einkommens aus. Der Unmut war auf der Betriebsversammlung so groß, dass sie abgebrochen werden musste. Die Zulage soll umgewandelt werden in „Leistungs-Plus“ und ist dann vollständig davon abhängig, ob ZF Gewinn macht sowie von der persönlichen Leistungsbeurteilung. Die Belegschaft soll bis 23. Oktober dazu abstimmen.

 

Die vorgesehene Tariferhöhung von 3,1 Prozent wird bis zum 1. Januar 2027 verschoben, um den „Beschäftigten die notwendige Zeit einzuräumen, über die Annahme zu entscheiden" (Schwäbische Zeitung 18.9.2026). Viele wussten nichts vom bundesweiten Aktions- und Streiktag. Die IG Metall hatte überhaupt nicht bei ZF mobilisiert. Wir machten bekannt, dass gerade um 12 Uhr die Kollegen von ZF in Schweinfurt vor dem Tor standen.

 

ZF hat hier offensichtlich zu viele Arbeiter abgebaut. Es werden im Oktober wieder Zeitarbeiter fest übernommen. Ein ZF-ler erzählte, dass manche Kollegen sich inzwischen krank schreiben lassen, weil sie den teuren Sprit nicht mehr zahlen können. Er müsste sich auch überlegen, ob er tankt oder seinen Kindern etwas zum Essen kauft. Grund genug, gemeinsam zu kämpfen. Wir bleiben dran!

VW Hannover 

Azubis: "Unsere Zukunft statt eure Profite!"

(21.15 Uhr) Zwei Demonstrationszüge mit insgesamt mindestens 3000 Kolleginnen und Kollegen haben sich auf der Mecklenheider Straße in Hannover-Stöcken zu einem kämpferischen Demonstrationszug zusammengeschlossen. Mit dabei viele Azubis mit einem Transparent: "Unsere Zukunft statt eure Profite!" Sie wurden begrüßt vom Hotspot des Widerstandskomitees gegen Entlassungen und Abmahnungen.

 

Gekommen sind auch Delegationen von Hanomag und ZF. Sogar drei Kolleginnen der Gewerkschaft SIOM sind aus Italien extra angereist! Alle sind sehr stolz, Teil des heutigen bundesweiten branchenweiten Aktions- und Streiktag zu sein.

 

Fast 30 unterschiedliche Betriebe beteiligen sich am Aktionstag in Hannover. Christiane Benner, IG-Metall-Vorsitzende, beglückwünscht die Teilnehmer der Protestkundgebung und sagte am Schluss ihrer Rede: "Vielleicht wird das erst der Anfang gewesen sein. Es wird ein heißer Herbst!"

Mercedes-Motorenwerk Kölleda 

Große Zustimmung, dass gestreikt werden muss

(21.10 Uhr) Heute morgen vor der Frühschicht mobilisierte die IG Metall kämpferisch mit einer großen Aktion am Mercedes-Motorenwerk (MDC) in Kölleda/Thüringen für eine Betriebsversammlung, die aktuell (13.00 Uhr) läuft. Drei Betriebe der Region halten diese Betriebsversammlung gemeinsam ab. Im ganzen Industriegebiet hatte IG Metall Plakate für diesen Aktionstag aufgehängt, so dass er allgegenwärtig ist.

 

Von der MLPD begrüßen wir die reingehenden Kollegen mit einem Flugblatt und weiterem Material. Wir unterstützen sie in ihrem Kampf gegen den Generalangriff durch die Kapitalisten und die Regierung. Es wird gerne genommen und die Zustimmung dazu, das richtig gestreikt werden muss, ist groß.

Video Mercedes-Motorenwerk Kölleda 

Video Opel Zentrallager 1 Bochum 

Mercedes Mannheim 

Betriebsversammlung: "Lohnverzicht akzeptieren wir nicht!"

(21.05 Uhr) Die Geschäftsleitung versucht auf der Betriebsversammlung, Angst vor der chinesischen Konkurrenz zu schüren, die mit Lkw auf den europäischen Markt drängen. Der IGM-Bevollmächtigte wies das zurück: Er bekam viele Applaus dafür, dass er sagte: "Lohnverzicht akzeptieren wir nicht. Das vernichtet nur Arbeitsplätze." Källenius (Vorstandsvorsitzender) sei vorne dran bei dem Generalangriff auf die Beschäftigten. Zu Bundeskanzler März sagte er: Seine Politik sei falsch. Er sollte zurücktreten. Er kritisierte konkret die Erhöhung des Renteneintrittsalter und die Abschaffung der Altersteilzeit. Die Versammlung dauert noch an. 

 

Ein Kollege spricht: Der Aktionstag muss unter der Woche laufen und kann auch ein paar Tage gehen. Der Arbeitsplatzabbau findet auch bei uns statt im Rohbau, nicht nur bei Audi, VW und Mercedes: "Bis hier hin und nicht weiter!" Dafür gab es Riesenapplaus!

Skoda Mlada Boleslav / Tschechien 

"Jetzt machen sie das in Deutschland, dann in anderen Ländern"

(21.00 Uhr) "Good luck" wünschen Kollegen von Skoda Mlada Boleslav (Tschechien) den VW-Kollegen in Deutschland! Über 15.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten hier. "Ahoj, dobre rano!" begrüßten wir sie heute ab 5 Uhr morgens vor Tor 7 und 8 und informierten: "VW-and Skoda-Workers unite against exploitation from state and monopolies. Today strikes in germany - solidarity!"

 

Wir verteilten 500 auf tschechisch übersetzte Flugblätter der MLPD und gewannen Kollegen, in Kontakt zu bleiben. Man muss auch wissen, dass in Tschechien Werbung für den Kommunismus - in demagogischer Gleichsetzung mit dem Faschismus - verboten ist. Manche haben die Angriffe von VW in Deutschland schon mitbekommen, finden es richtig zu kämpfen. Einzelne warfen auf, ob das der richtige Weg ist oder das nicht eher Aufgabe der Regierung ist.

 

Ein anderer: "Jetzt machen sie das in Deutschland, dann in anderen Ländern, Arbeitereinheit ist richtig." Zwei Kollegen beschäftigt, dass die Skoda-Arbeiter ausgenutzt werden sollen zur Spaltung, weil sie länger arbeiten und weniger Lohn kriegen als die VW- Arbeiter. Sie betonen aber auch, dass ohne die Arbeiter und die Gewerkschaften es noch viel schlechter wäre. Wir diskutieren - soweit wir mit Handy-Übersetzung kommen - über die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten im Kapitalismus. Sie verabschieden sich mit: "Ich bin immer noch sehr überrascht, dass wir uns hier treffen, ihr hierhin kommt und auch wissen wollt, wie es uns geht, ich drücke euch die Daumen!"

Smart Press Shop Halle/Saale

"Die Flugblätter lege ich aus!"

(20.55 Uhr) Zur Frühschicht im Smart Press Shop, im Gewerbegebiet Star Park östlich von Halle, kommen die Kolleginnen und Kollegen an diesem frischen Morgen überwiegend munter und offenherzig. Der Betrieb liefert erst seit Kurzem Karrosserieteile für Porsche und bis Januar ist Kurzarbeit angesagt.

 

"Heute Aktions- und Streiktag in der Autobranche! Arbeiteroffensive gegen das Kahlschlagsprogramm von Regierung und Konzernen!" Die Ansprache wird positiv aufgenommen. Dass wir eine politische Krise haben, darüber sind wir uns einig und an die 90 Prozent nehmen auch ein Flugblatt, mehrheitlich offen für ein kurzes Gespräch. Ein Kollege zeigt sich entschlossen und frei von Angst: "Die Flugblätter lege ich aus!" Damit alle davon erfahren.

 

Der Umgang untereinander zeigt die grundsätzliche Einheit der Arbeiterklasse in ihrer internationalen Zusammensetzung. Doch dass wir klarstellen, dass sich unser Kampf gegen Staat, Monopole und auch die faschistische AfD richten muss, das leuchtet nicht allen gleich ein. So zeigen sich zwei Arbeiter beeinflusst von völkischer, kleinbürgerlich-faschistischer Ideologie: Die IG Metall sei "ideologiegetrieben" und arbeite mit "Linksextremen" zusammen. Kriminelle Migranten seien das "Hauptproblem" und man müsse "aufräumen". Sie widersprechen nicht der ruhigen Erwiderung, dass wir eine Befreiungsideologie und eine feste Einheit unter den Arbeitern und keine Spaltung brauchen. Dass das "Widersetzen"-Bündnis zukunftsweisend für demokratische Auseinandersetzungen auf antifaschistischer Grundlage ist, sorgt für mehr Gesprächsbedarf.

 

Dann aber kommt ein Vorgesetzter, kurz vor Schichtbeginn: "Wir sind hier parteipolitisch neutral. IG Metall ist okay, aber das hier geht nicht." Auf dem Rückweg vom erfolgreichen Einsatz kommt noch ein kurzes Gespräch mit einem Kollegen zustande. Dass wir als Arbeiter starke Organisationen brauchen und ja, auch eine Partei, das leuchtet ihm ein. Es ist vieles in Bewegung im Denken der Arbeiter und die Auseinandersetzungen um den Weg zur Selbstbefreiung der Arbeiterklasse zu führen lohnt alle Mühe!

ZF Schweinfurt 

Gedanke des Streiks stieß auf breite Zustimmung

Bei ZF Schweinfurt beteiligten sich heute morgen ca. 500-600 Kolleginnen und Kollegen aus dem Werk Nord an der ersten Kundgebung zum Automobilaktionstag. Die Aktion war als Information des Betriebsrats auf dem Parkplatz geplant auf und dauerte ca. 30 Minuten. Für viele Kollegen war es ein wichtiges Anliegen, den Kampf um die Arbeitsplätze zu führen, weil in der Region Schweinfurt in den letzten Jahren ca 5000 Arbeitsplätze vernichtet wurden. Der Gedanke des Streiks stieß auf breite Zustimmung - auch gegen die Pläne von Berlin. Das Flugblatt der MLPD wurde gut genommen. Um 12 Uhr findet dann die nächste Aktion im Werk Süd statt. Gruß aus Schweinfurt

 

Stuttgart-Feuerbach 

Bosch: Automobiler kommen in Fahrt

(Nachtrag 20.45 Uhr) „Jetzt reicht’s!“ und auch „Jetzt Streik!“ skandierten die 500 Bosch-Arbeiter und -Ingenieure bei der Kundgebung vor dem Bosch-Werk in Feuerbach.  Arbeiter aus der Frühschicht legten die Arbeit nieder, und einige kamen vor Beginn der Spätschicht zur Kundgebung. Wir sprachen an: Gut, dass heute bundesweit die Automobiler auf die Straße gehen. Mitbestimmung durch Streik – das muss verstärkt werden. Wie sieht es bei euch aus?

 

Ein Schichtarbeiter aus der Dieselfertigung CP4 sagte: „Ich bin hier wegen der Arbeitsplätze“, auch mit Blick auf seinen Sohn bei Werner und Pfleiderer, dem Nachbarbetrieb. In Feuerbach gibt es noch zwei Linien der CP4-Fertigung, aber nur noch eine ist in Betrieb. Schleichend wurde ins Schwesterwerk nach Jihlava in Tschechien verlagert. Durch die Solidarität haben wir die komplette Verlagerung bisher verhindert.

 

Der Betriebsratsvorsitzende klagte die Regierung an, dass sie nichts für die Infrastruktur für Wasserstoffautos tue. In Feuerbach könnten sofort Wasserstoffmotoren produziert werden. Die Anlagen stehen verpackt bereit. Viele Ingenieure sorgen sich um ihre Arbeitsplätze und könnten auch anderes produzieren. Von dem Aktionstag erhoffen sie sich eine Änderung der Politik. Sie wollen nicht in die Rüstung.

 

Eine Gruppe Auszubildender aus dem zweiten Lehrjahr demonstrierte für ihre Übernahme. Sie interessierten sich auch für den REBELL, den Schulstreik gegen die Wehrpflicht und die Solidarität mit Gaza. Praktikanten bei Bosch nutzten die Zeit, um die kämpferische IG Metall zu stärken. Auch Bosch-Rentner waren gekommen, um Solidarität zu zeigen und sich gegen den Egoismus der AfD zu wenden.

 

Das Buch „Die Lehre von der Denkweise“ boten wir als ein Handbuch dafür an, wie wir zur Arbeiteroffensive kommen und wie Sozialismus geht. Bei der Mobilisierung hatte ein Kollege es bereits gekauft, und wir luden ihn zur Lesegruppe ein. Zur Gewerkschaftsdemonstration am Samstag wollen viele kommen. Nächste Woche treffen wir uns wieder am Betrieb.

Zwickau 

"Zukunft oder Widerstand!"

(Nachtrag 20.40 Uhr) Mit dieser Parole endete die Kundgebung der IG Metall auf dem Hauptmarkt. Einige Hundert Kolleginnen und Kollegen aus dem VW-Werk, von Zulieferern sowie solidarische Einwohnerinnen und Einwohner waren gekommen. Auch Kollegen aus Tschechien waren dabei – dafür gab es starken Beifall. Es wurde deutlich: Wir kämpfen alle zusammen, wir lassen uns nicht spalten. Auch die Bundesregierung wird attackiert: „Die haben die Wahlergebnisse immer noch nicht verstanden.“ Von einigen Rednern wurde allerdings an den Sozialstaat appelliert und gefordert, dass Manager und Politiker ihren Job machen sollen. Wir waren mit einigen Genossinnen und Genossen vor Ort und diskutierten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Unsere Schilder und das Transparent waren gut zu sehen. Der Kampf geht in die nächste Runde!

 

Ein ganzer Handballverein kam aus Solidarität

Um die 1000 Kolleginnen und Kollegen aus dem VW-Werk und aus Zulieferbetrieben, zum Teil mit der ganzen Familie, protestieren lautstark gegen die geplante Schließung des VW Werkes. Etliche Zwickauer zeigten ihre Solidarität, ein ganzer Handballverein unterstützte das Anliegen. Eine Schließung wäre eine Katastrophe für die gesamte Region, dagegen wurde heute von der IG Metall mit Unterstützung der Bürgermeisterin ein starkes Signal der Solidarität gesetzt. Am lautesten wurde es, wenn Redner gegen die sogenannten Reformen der Regierung wetterten oder gegen Pläne, die Arbeitszeit zu verlängern. Viele zeigten sich interessiert an den Standpunkten der MLPD. Ordner mokierten sich anfangs am Parteiemblem unseres Transparentes, es wurde aber dann nach Rücksprache anstandslos akzeptiert.

Göppingen 

„Aktive Mittagspause“ bei Mahle in Eislingen

 

(20.35 Uhr) Hände weg von der 35-Stunden-Woche! Unter diesem Zeichen stand heute eine „Aktive Mittagspause“ bei Mahle in Eislingen. Etwa 60 Kolleginnen und Kollegen folgten dem Aufruf der IG Metall zu einer Aktion vor dem Tor.

 

Das Werk ist aktuell erneut von Verlagerung und Schließung bedroht. Gleichzeitig wird den Kolleginnen und Kollegen mit der Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich gedroht.

 

An der Kundgebung beteiligten sich auch kleinere Delegationen aus anderen Betrieben im Filstal. Die Region ist stark von Automobilzulieferern und Maschinenbauern geprägt. Bereits in den vergangenen Jahren wurden hier etliche Betriebe geschlossen und damit mehrere Tausend Arbeitsplätze vernichtet.

 

Für Aufmerksamkeit sorgte ein von der IG Metall inszenierter „Autokorso“ mit Matchbox-Autos und Playmobilfiguren als Demonstranten.

 

Neben Redebeiträgen aus verschiedenen Betrieben trugen der Frauenverband Courage und die MLPD Göppingen Solidaritätserklärungen vor. Beide betonten die Forderung: „Hände weg von der 35-Stunden-Woche!“

 

Die Rednerin der MLPD machte deutlich, dass es wirkliche Mitbestimmung nur durch Streik geben könne – während am Verhandlungstisch die Kolleginnen und Kollegen immer wieder über den Tisch gezogen würden.

 

Mehrere Redner riefen außerdem noch einmal zur Demonstration am kommenden Samstag auf.

Dresden (19.10 Uhr)

Kundgebung der Arbeitersolidarität und Attacken des Werkschutzes auf die MLPD

Um 15 Uhr startete die Kundgebung der IG Metall an der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden. Gekommen waren die verbliebenen VW-Kolleginnen und -Kollegen, etliche Leute der IG Metall, vor allem Delegationen von Infineon, Bosch Semiconductors, MAN aus Zeithain, Kollegen der Dresdner Verkehrsbetriebe und etliche Genossinnen und Genossen der MLPD. Insgesamt wurden es etwa 80 Leute; eine eher kleine Kundgebung, die aber ein wichtiger Bezugspunkt gelebter Arbeitersolidarität war.

 

Die VW-Unternehmenssicherheit war offenbar voll darauf ausgerichtet, die Teilnahme der MLPD möglichst zu verhindern. Kaum hatte ich mit Plakaten unter meinem Arm (!) den Platz betreten, hängte sich eine Sicherheitsbeauftragte an mich, forderte mich auf, den Platz zu verlassen, und holte auch die Polizei. Im ersten Auftreten recht barsch, weigerten sie sich dann standhaft, irgendetwas gegen mich „zu unternehmen“, wie die Sicherheitsbeauftragte es forderte.

 

Dann kamen noch andere Menschen in VW-Westen hinzu und schienen sich auf irgendetwas vorzubereiten. Obwohl ich nicht wich, behinderte diese Aktion doch unsere Wirkungsmöglichkeiten. 

 

Wir verteilten etliche Flugblätter und sprachen mit vielen Leuten. Auf dem Heimweg, ein ganzes Stück weg von der Kundgebung, grüßte mich – jetzt wieder die Plakate unterm Arm – freundlich ein VW-Kollege.

 

(14 Uhr) Viele Grüße vom Werkstor von INFINEON. Wir verteilen das Flugblatt der MLPD zum branchenweiten Streiktag und Massenkampf gegen die Regierung. Es regnet und die Leute gehen zur Spätschicht. Zugleich machen Gewerkschaftskollegen zum Schichtwechsel im Werk eine Aktion. Einer erzählte eben, dass er aus Solidarität auf einem Transparent der IG Metall unterschrieben habe. Der Gedanke "Alle gemeinsam gegen Regierung und Monopole" am Samstag in Leipzig zu protestieren kommt gut an. Kolleginnen der Reinigungsfirma DUSSMANN sind bei Infineon entlassen. Ein weiteres Argument! Um 15 Uhr geht die gemeimsame Kundgebung mehrerer Belegschaften an der Gläsernen Manufaktur bei Volkswagen los.

Audi Neckarsulm (19.05 Uhr)

Rund 4000 Beschäftigte vor dem Werkstor

 

Eine beeindruckende Masse von rund 4000 Audi-Arbeiterinnen und -Arbeitern aus allen Werksteilen versammelte sich vor dem Tor. Entschlossen kamen sie in einem Demonstrationszug und mit Bussen aus anderen Werksteilen. Das Hauptmotto lautete: „Damals, heute, morgen!" Die Atmosphäre war ernst, nachdenklich und kämpferisch. Bei der Rede der Jugendvertretung gab es nach fast jedem Satz Applaus. Beeindruckend wurde die Stärke der Industriearbeiterschaft deutlich: Der Platz war gefüllt, und auf allen Etagen des Parkhauses und auf den Fußgängerüberwegen standen Kolleginnen und Kollegen und verursachten ohrenbetäubenden Lärm.

 

FAZ, Reuters und andere große Medien waren vor Ort. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende stellte die zentrale Frage: Was bedeutet der Beschluss des Aufsichtsrats für unser Werk? Seit 1975 sei die Lage nicht mehr so ernst gewesen.

 

Betriebsratsvorsitzender Alexander Reinhardt erklärte: „Die Werksschließung ist noch nicht besiegelt. Wir sind handlungsbereit. Wir werden alles tun.“ Danach verwies er allerdings auch darauf, dass Zugeständnisse notwendig seien: „Unser Werk wird liefern.“

 

Richtig orientierte er darauf, dass die Produktion auf ein elektrisches Volumenmodell umgestellt werden muss und dass dieses in Neckarsulm produziert werden muss. Das wird eine Kraftanstrengung, und der Betriebsrat wird in den Verhandlungen seinen Beitrag dazu leisten. „Die Kraft aus Aktionen wie heute werden wir nutzen.“

 

Die Jugendvertretung hielt eine Rede. Diese war sehr kämpferisch. Sie forderte, dass um jeden Ausbildungs- und Arbeitsplatz gekämpft werden muss und dass keine Verhandlungen über Werksschließungen geführt werden dürfen. Sie weitete den Blick darauf, was eine Werksschließung für die ganze Region bedeutet und wie die Jugendarbeitslosigkeit durch die Pläne der Autoindustrie steigen würde.

 

Sie zog das Fazit: „Heute sind viele aus dem ersten Lehrjahr mitgekommen. Wer heute einen Beruf lernt, muss auch lernen, um seine Zukunft zu kämpfen! Wir fordern eine Zukunftsperspektive bei Audi. Und wer sich mit den Audianern anlegt, der legt sich mit der ganzen Region an!“ Außerdem sendete die Jugendvertretung solidarische Grüße an alle anderen Standorte und Belegschaften, die heute im Kampf stehen. Nach jedem Satz gab es großen Applaus.


Am Rande ging das Widerstandskomitee durch die Reihen und sammelte Unterschriften auf seinem zweiten Transparent. Denn das erste Transparent war bereits so voll mit Unterschriften, dass keine mehr darauf passen.

 

Genossen der MLPD gingen durch die Reihen und sprachen die Kolleginnen und Kollegen an: „Heute ist auch ein Grund, das ganze Ausbeutersystem Kapitalismus zu bekämpfen! Wie siehst du das?“ Sie diskutierten darüber, dass am heutigen Tag die Gewerkschaft gestärkt werden muss und auch die Partei MLPD gestärkt werden musss, um das ganze kapitalistische System zu überwinden.

 

Daraus ergaben sich viele ernsthafte Gespräche. Dabei ging es um die Werksschließung, die DDR, die Zukunft der Region, den Kampf gegen den Faschismus, die Sowjetunion, die Frage, ob die Denkweise des Menschen veränderlich ist, und vieles mehr. Einige Kontakte wurden geknüpft. Bei anderen Gesprächen verabschiedete man sich solidarisch und wünschte sich gegenseitig weiter viel Erfolg. Einige Ausgaben der Roten Fahne und Parteiprogramme wechselten den Besitzer.

 

Kollegen vom Bund zum Wiederaufbau der KPD verteilten ebenfalls ein Flugblatt. Einer von ihnen überraschte uns damit, dass er das Buch „Die Lehre von der Denkweise“ bereits gekauft und Kapitel 5 zu seinem Lieblingskapitel auserkoren hatte. „Wie ihr das mit Stalin aufgearbeitet habt, das ist einfach perfekt, perfekt. Ich war wirklich begeistert.“

 

Video von Audi Neckarsulm mit Blick über Kundgebung vorm Werk

 

Gute Laune bei der Protestaktion

Düsseldorf (18.30 Uhr)

Kämpferische Arbeiterdemonstration - Das war etwas Neues!

Auch in Düsseldorf fand heute eine außerordentlich kämpferische Arbeiterdemonstration statt. Es war etwas Neues und ging auf die Stimmung der Arbeiterinnen und Arbeiter gegen symbolische Aktionen zurück. Mindestens 1000 Arbeiter beteiligten sich in kämpferischer und optimistischer Stimmung. Immer wieder wurde der Stolz darauf betont, dass man heute gemeinsam mit Arbeitern in über 200 Städten kämpft. Kämpferische Kollegen moderierten die Demonstration mit Kurzreden, Argumenten und Parolen. Die Vorsitzende der MLPD, Gabi Fechtner, die zur Unterstützung des Kampf nach Düsseldorf gekommen war, konnte in einem Grußwort die Solidarität überbringen und die Positionen der MLPD zum derzeitigen Generalangriff von Regierung und Monopolen einbringen.

 

Die MLPD ist im Mercedes-Werk in Düsseldorf sehr bekannt und viele Kollegen sehen sie als ihre Partei. Eine ganze Reihe Kolleginnen und Kollegen trugen sich heute als Mitglied oder für engere Zusammenarbeit ein. Es ist die Zeit, wo die Arbeiter in die Offensive, aber auch in die Politik müssen. Es wurde deutlich, dass sich viele Arbeiter tiefgehende Gedanken machen, wo läuft das Ganze hin, die bereiten doch allen Ernstes einen großen Krieg vor, sagte ein Arbeiter. Wir brauchen eine Arbeiterpartei, die SPD ist es nicht mehr und die AfD wird es nicht sein, so ein anderer.

 

Kämpferische Parolen und Reden und Halei-tanz sorgten für eine tolle Stimmung des Zusammenhaltes. Eine teilweise polarisierte Diskussion gab es darum, wie es weitergeht. Etwa ein Drittel der Arbeiter war der Meinung, dass man weiter in die Stadt gehen müsste und heute kein Band mehr laufen sollte. Hier gab es Sorgen von Verantwortlichen IG-Metall-Mitgliedern, ob man damit Kollegen gefährdet. Wirkungsvoll waren in den letzten Jahrzehnten aber die Streiks wie 2004 bei Opel oder der Bergleute 1997, wo geschlossen und mit großer Wirkung über mehrere Tage gestreikt wurde. Sogar länderübergreifende Solidaritätsstreiks und Aktivitäten wurden organisiert oder wie durch die Bergleute Autobahnen und Wasserstraßen besetzt wurden. Das sind die Streiks, die 10000 Arbeitsplätze gerettet haben. Und damals traute sich keine Polizei, kein Werkschutz oder Politiker, auch nur einen Arbeiter anzuzeigen.

 

Die Entschlossenheit und Geschlossenheit der Arbeiterklasse und die Solidarität ist der beste Schutz. Die heutige Streikaktion war eine gute Übung, aber es muss noch mehr geübt und die Organisiertheit in den Betriebsgruppen der MLPD gesteigert werden, damit auch die Mercedes-Arbeiter in Düsseldorf ihre Interessen noch besser zum Ausdruck bringen können. Die Zeiten machen es dringend nötig: Die 40 Stunden Woche ohne Lohnausgleich hieße 12% Lohneinbußen für die Arbeiter und ihre Familien, der geplante Kahlschlag würde auch hier ganze Schichten oder tausende Arbeitsplätze kosten. Die Arbeiteroffensive muss und wird kommen! Das wurde heute ohne Zweifel deutlich!

 

Es wurde von den meisten nicht ausgestempelt, wie es auch vorgeschlagen wurde. Das war also eine Streikaktion!

Automobilaktionstag Schaeffler-vitesco Dortmund (18.25 Uhr) 

Hände weg von der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall!

Ca. 300 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich bei Schaeffler vitesco in Dortmund zu einer Belegschaftsvers. zum Aktionstag der IG Metall in der Automobil- und Zulieferindustrie. Auf Unmut der Kolleginnen und Kollegen stößt vor allem der regelrechte Generalangriff auf die erkämpften Arbeiterrechte, die angeführt von den VW und Mercedesbossen gegen erkämpfte Arbeiterrechte gefahren wird.

 

Gleichzeitig geht die Bundesregierung gegen erkämpfte Errungenschaften vor. Sie wollen auch noch an die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die von den Arbeitern und Gewerkschaften erkämpft wurde. Außerdem wollen sie, dass wir bis 70 arbeiten. Besonderen Unmut gab es auch gegen den Schaeffler-Vorstand, der bei eine angebotenen Altersteilzeitregelung plötzlich zurück ruderte. Die Jahrgänge 1969 bis 1971 sollen plötzlich nicht mehr möglich sein. Der Verdacht ist, dass die Konzernführung ab 2029 evtl. für Dortmund einen drastische Arbeitsplatzvernichtung plant!

 

Begründet wird das ganze nicht, was die Spekulationen Vorschub gibt. Es wurde ein kämpferisches Foto von der Belegschaftsversammlung gemacht mit einem Transparent: Hände weg von unseren Arbeitszeiten! Zukunft statt Kahlschlag! und mit Filzstiften ein Transparent unterzeichnet: "Zukunft statt Kahlschlag!" Und es wurde für die Demonstration am kommenden Samstag geworben. Treffpunkt zur Zugabfahrt der IG Metall ist 9.45 Uhr am Dortmunder Hbf, Haupteingang.

Mercedes Rastatt (18.24 Uhr)
Solche Angriffe habe ich in meinen 40 Arbeitsjahren nicht erlebt!

Über 2000 Kollegen strömten heute um 13.30 Uhr aus den Hallen vor Tor 6, wo die etwa 45-minütige Protestkundgebung der IGM stattfand. 4 Busse brachten Kollegen von nahe gelegenen Standorten. Es sprachen Redner der IGM-Verwaltungsstelle der VKL und einzelne einfache Vertrauensleute. Die Stimmung war kämpferisch und gut, aber auch ernst. Ein Kollege berichtete am Mikrofon, dass er jetzt fast 40 Jahre bei Mercedes arbeitet, aber solche Angriffe von Seiten der Geschäftsleitung wie jetzt bisher noch nicht erlebt hat.


Gegenüber der letzten Kundgebung im Juli sprachen die Redner deutlich kämpferischer. Sie betonten die Einheit mit allen Automobilarbeitern und den Kollegen der Zuliefererindustrie. Solche „Sparprogramme“, wie sie jetzt in den Autobetrieben geplant sind, dürfen in keinem Werk durchkommen. Der Protest richtete sich auch gegen die Regierung: Hände weg von der Rente mit 63 war eine verbreitete Losung.

Bamberg (18.22 Uhr)

Aktive Vertrauensleute sprachen jeden Kollegen, jede Kollegin an

Alle drei Tore am Hauptwerk waren schon zur Frühschicht und bis nach der Mittagsschicht gut sichtbar geschmückt: mit IG-Metall Fahne und Plakaten mit Forderungen – Hände weg von der Rente mit 63; Hände weg von der Altersteilzeit und von der 35h/Woche. Beim Schichtwechsel sprachen aktive Vertrauensleute jede Kollegin und jeden Kollegen an – auf die Mitfahrt am 26.09. nach Nürnberg zur Demo des DGB gegen das „Reformpaket" der Regierung.

 

Mit einem Plakat um den Hals „Solidarische Grüße von MLPD und REBELL" suchten wir das Gespräch. Ein Vertrauensmann erzählte, „die Geschäftsleitung unterstützt unsere Aktion heute". Wir wiesen darauf hin, dass Bosch doch im Interesse seiner Profite auch in Bamberg Arbeitsplätze abbaut, wenn auch still und leise aber doch stetig. Gegenüber dem örtlichen Radio nahm auch der Betriebsratsvorsitzende Gutmann die Geschäftsleitung aus der Schusslinie und sah den Ball bei der Politik, „die für bessere Wettbewerbsbedingungen sorgen müssen".

 

Auch wenn hier ein starker Einfluss von „wir sitzen im selber Boot" wirkt, hat das anwachsende klassenbewusste Handeln in den Automobilbelegschaften doch bewirkt: hier nicht abseits stehen zu wollen. Morgen wollen wir vor dem Tor mit den Kolleginnen und Kollegen den bundesweiten Aktionstag anfangen auszuwerten. Dabei wollen wir die schönen Plakate die vor dem Betrieb hängen, wie „Mitbestimmung durch Streik" und andere zum Gespräch machen. 

Emden - Fortsetzung (18.21 Uhr)

Sogar die "Ordnungshüter" kamen ins Nachdenken

Im VW-Werk Emden begann heute um 13:45 Uhr die Betriebsversammlung. Zur Frühschicht und zur Mittagsschicht überbrachten Genossinnen und Genossen der MLPD und Sympathisanten den Kollegen ihre Solidarität. Wir diskutierten lebhaft und tiefgehend über die Losung "Mitbestimmung durch Streik" und informierten über die bundesweiten Streik- und Kampfaktionen in der Automobilbranche.

 

Viele sagten, dass eine Betriebsversammlung nicht reicht und stimmten zu, dass ein gemeinsamer Streik richtig wäre. Wir meldeten beim Werkschutz ordentlich ein Solidaritätsschreiben für die Belegschaft VW Emden an, die freundliche Kollegin erkundigte sich beim Betriebsrat, der jedoch keinen großen Wert darauf legte. Also machten wir weiter mit unserem Einsatz. Es wurden Rote Fahne Magazine verkauft, das Buch "Die Lehre von der Denkweise" angeboten. Die Ansprache "das Buch, das hilft, dass die Arbeiter in die Offensive kommen" weckte Interesse. Mindestens 10 Broschüren zum vollständigen und allseitigen gesetzlichen Streikrecht, die insbesondere junge Kollegen interessierte.Gerne wurden die Visitenkarten für rf-news und Rote Fahne genommen, um sich zu informieren.

 

Wir hatten ein Plakat Mitbestimmung durch Streik gut sichtbar vor dem Werkseingang aufgestellt, dass auch viel beachtet wurde. Der Werkschutz rief die Polizei. Offenbar hatte die Werksleitung Schiss, dass die Belegschaft selbstständig Kampfmaßnahmen ergreift. Kurz vor Ende unseres Einsatzes wurden mehrere Platzverweise ausgesprochen. Die Ordnungshüter kamen selbst ins nachdenken, dass es auch sie betrifft, wenn das Werk geschlossen würde, da "Emden dann tot ist".

Thyssenkrupp Hohenlimburg (18.20 Uhr)
Stolz auf die gelungene Kundgebung - manche hätten sie sich größer gewünscht

30 bis 40 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich heute für 1,5 Std. vor Tor 1 des Warmwalzwerks von thyssenkrupp Hohenlimburg. Besonders die Azubis waren gut vorbereitet, malten Schilder und trugen ihr Transparent: "Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz.". In den Abteilungen gab es wohl ein intensiven Ringen darum, ob man teilnimmt. Die Hauptforderungen waren: "Schluss mit Massentlassungen, Lohnraub, Unterbesetzung, fehlenden Azubis und Übernahmen!". Die Kollegen berichteten, dass seit Wochen die Abteilungen unterbesetzt sind, und dadurch ein großer Druck herrscht. Zugleich würden nur 6 neue Azubis eingestellt und die Übernahmen seien auch nicht sicher. 
 
 
Die Azubis forderten, das Schluss sein muss mit den Angriffen auf die Renten, die Pflegeversicherung, Wohngeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und 40 Std. Woche ohne Lohnausgleich wie bei Mercedes u.v.m. Besondere Aufmerksamkeit zog die neue Trommel auf sich, die im ganzen Werk zu hören war, sowie die Parole: "unbefristete Übernahme - hey, hey." Die MLPD war auch mit ihrem Schild: "Mitbestimmung durch Streik" vertreten und beteiligte sich aktiv. Die Kollegen waren stolz auf die gelungene Kundgebung, sowas selbst auf die Beine zu stellen, auch wenn einzelne etwas enttäuscht über die Größe waren. Klar kann das erst ein Anfang sein. Auf der nächsten Schicht wollen viele nochmal mit ihren Kollegen diskutieren, warum sie noch nicht da waren. Die gemeinsame Teilnahme am Samstag wurde weiter beraten und dafür mobilisiert. 

Mercedes-Motorenwerk Kölleda (18.18 Uhr)
"Man müsste mal richtig streiken"

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages fanden heute auf dem Werksgelände des Mercedes-Motorenwerks im Thüringischen Kölleda Betriebsversammlungen aller drei mit dem Werk verbundener Betriebe gleichzeitig statt.

 

Die Produktion stand dadurch zwei Stunden. Leider war die Aktion nicht mit einer Aktion vor dem Tor verbunden. Die MLPD war die ganze Zeit am Tor und sprach vor und nach der Betriebsversammlung mit den Kollegen.

 

Hier einige Stimmen: "Die haben uns erzählt, dass die letztes Jahr über 70 Milliarden Profit gemacht haben. Das haben wir erarbeitet. Und jetzt drohen die uns, dass sie die Produktion noch weiter nach Osten verlagern?", "Man müsste mal richtig streiken, einen Tag oder drei Tage", "wir arbeiten hier jetzt immer auch Samstags. Und Sonntagabend gehst du wieder in die Nachtschicht, da bleibt keine Zeit für die Familie", "Ich bin bei einem Subunternehmer, da verdienst du nochmal weniger und es gibt auch kein Weihnachtsgeld".

 

Wir sprachen mit dem MLPD-Flugblatt an und beglückwünschten die Kollegen zum bundesweiten Aktions- und Streiktag. Vielen war das garnicht bewusst, dass das bundesweit stattfindet, aber angesprochen auf die kollektive Kampfkraft, die damit deutlich wird, zauberte das bei vielen ein Lächeln ins Gesicht. Aber es gab auch resignative Stimmen: "Hier änderst du nichts". Eine ganz kleine Minderheit äußerte sich auch spalterisch: "Ich wähle AfD, ich nehme nichts von den Roten".

 

Mit einem Kollegen entwickelte sich eine längere Diskussion um das Buch "Die Lehre von der Denkweise". Er war zu DDR-Zeiten in einer Landesproduktionsgenossenschaft (LPG) Parteisekretär für die Jugendarbeit und hatte sich nicht den Mund verbieten lassen und Kritik an der Führung der SED, die seiner Meinung nach nicht das gemacht hat, was er auf der Parteischule von Marx und Lenin gelernt hat. Einige Kollegen sagten, dass sie nicht in der IG Metall organisiert sind, dachten nach diesem Tag aber ernsthaft über eine Mitgliedschaft nach.

Korrespondenz aus einem Betrieb (17.10 Uhr)

"Die Lehre von der Denkweise" - das Buch für aufgewühlte Zeiten

Mindestens vier Bücher der Neuerscheinung "Die Lehre von der Denkweise" wechselten heute Morgen den Besitzer während Aktionen beim IG-Metall-Autoaktionstag. Ein toller Auftakt!

 

Offensiv auf den Kauf des Buches angesprochen ergaben sich längere Gespräche am Tor, wenn gerade keine Stoßzeit war. Überzeugende Argumente waren: "Im Buch steht, wie der Sozialismus funktionieren kann - der Kapitalismus hat uns doch hierhin gebracht und bietet keine Zukunft." Zustimmung, auch wenn der Sozialismus schwer vorstellbar ist für den Kollegen. "Ein ganzes Kapitel ist über den Aufbau des Sozialismus und die großen Fortschritte für die Menschheit. Mit Originaldokumenten aus Archiven wird zugleich gründlich ausgewertet, wo tatsächlich Fehler gemacht wurden, was davon Stalin zu verantworten hat. Das überlassen wir nicht den antikommunistischen Geschichtsfälschern, die den Kapitalismus unterstützen. Wir wollen wissen, was in der DDR passierte in der Denkweise der führenden Funktionäre: Erst entzogen sie sich der Kritik der Massen, letztlich restaurierten sie den Kapitalismus. Daraus können wir Schlussfolgerungen ziehen."

 

Auch die hohen Stimmenergebnisse für die AfD bereiten vielen Sorge: "Warum ziehen manche die Schlussfolgerung, die AfD wäre jetzt richtig, obwohl sie faschistisch ist? Und andere gehen dagegen auf die Straße?" Die Widersprüche müssen differenziert behandelt werden, die Welt ist nicht schwarz-weiß. Die Denkweise ist veränderlich, wie das Buch analysiert. Das kennt ja jeder auch aus Diskussionen mit Kollegen. Ein Kollegen dazu: "Wir dürfen auch nicht jeden AfD-Wähler als Nazi bezeichnen. Wir müssen versuchen, die Leute zurückzugewinnen." Für diese wichtigen Aufgaben der Arbeiterbewegung ist das Buch ein richtiges Handbuch.

 

Mein Fazit: Die aufgewühlte Stimmung mit einer Massendiskussion um den Sozialismus verbinden entlang dem Buch "Die Lehre von der Denkweise"! Immer im Rucksack dabei haben in den nächsten Tagen. Die gemeinsamen Busfahrten am 26. September zu den DGB-Aktionen nutzen!

IG Metall (16.15 Uhr)

Erwartungen übertroffen - Statt erwarteter 100.000 meldet die IG Metall bereits 175.000 Beteiligte bei rund 280 Aktionen

Audi Neckarsulm (15.30 Uhr)

4.000 protestierten 

Der Platz an Tor 6 bei Neckarsulm füllt sich .Gerade kam aus dem Betrieb heraus eine Demo der Arbeiterjugend. Beeindruckend die Menge und Kraft der Arbeiter. Soeben ging die Aktion von Betriebsrat und IGM zu Ende. Es waren 4000 Leute. Die Losung war: Gestern, heute, morgen: Audi Neckarsulm bleibt!

CATL Erfurt (15.30 Uhr)

Zum Schichtwechsel findet hier eine Aktion zum branchenweiten Streiktag statt von kämpferischen Kollegen mit kurzen Ansprachen vor Tor 1. Außer der MLPD solidarisieren sich auch zwei Kollegen der Uni Jena. Einige Kollegen bleiben stehen, informieren sich und bedanken sich für die Solidarität.

Porsche Zuffenhausen - Delegationen auch von benachbarten Siemens-Kolleginnen und Kollegen (14.13 Uhr)

Ca. 150 Kollegen und Kolleginnen nehmen an der Kundgebung teil. Darunter Delegationen verschiedener Porsche-Standorte und auch vom benachbarten Siemens. Viele Junge, alle sehr kämpferisch eingestellt

München/Nürnberg/Ingolstadt - "Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" (15 Uhr)

In Bayern haben sich Tausende Beschäftigte aus der Autoindustrie an einem Aktionstag der IG Metall beteiligt. Die bundesweite Aktion stand unter dem Motto «Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" und wendet sich unter anderem gegen den massenhaften Abbau von Jobs und drohende Werksschließungen. Alleine bei Audi in Ingolstadt kamen mehr als 5.000 Menschen zusammen. Die wichtigsten Fragen seien dabei aber noch nicht beantwortet, kritisierte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jörg Schlagbauer. Er kündigte harte Diskussionen mit dem Management an. Der Betriebsrat werde nicht schweigen. In München beteiligten sich rund 250 Personen an einem 100 Fahrzeuge umfassenden Autokorso um das BMW-Werk. In Nürnberg protestierten rund 500 Boschbeschäftigte.

Mercedes Marienfelde - "Ola raus!" (14.29 Uhr)

Gegenwärtig sind es 600 Beteiligte. Die Arbeiter der Leiharbeitsfirma BCUBE-Logistik sind geschlossen angekommen. Gerade läuft die Kundgebung und die DGB-Vorsitzende Fahimi spricht. Mehrmalige Rufe: "Ola raus!" Dazu passen 4 kleine Plakate der IG Metall: "40 Stunden nicht mit uns – Ola raus!"; "Ola raus – übernimm Verantwortung für deine Fehlentscheidungen!"; "Ola denkt groß, die Verluste sind größer! Ola raus!"; "Olas Geschäftsmodell: Geld verbrennen – CO₂‑neutral!“. Weitere IGM-Plakate sind: "Auto - Jobs - Massaker stoppen! Streik in allen deutschen Autowerken vorbereiten! Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall!" – das alles auf einem großen Transparent. Und auch ein großes IGM-Transparent: "Widerstand!" Auch viele selbstgemachte Schilder der Kolleginnen und Kollegen sind dabei: "35h sind genug, Zeit fürs Leben!"; "Wir zahlen nicht für eure Fehler!"; "Management hat's verbockt, unser Lohn wird nicht verzockt!"; "Arbeitszeit ist Lebenszeit – nicht Verhandlungsmasse!" Ein Verkäufer des Rote-Fahne-Magazins und auch ein Verteiler von Spartakist wurden vom Werkschutz vom Gelände verwiesen. Der Platzverweis ging von der Geschäftsleitung aus.

Stuttgart-Untertürkheim (14.03 Uhr)

Michael Häberle hat eine solche Kompromisslosigkeit noch nie erlebt!

Pünktlich um 13.30 Uhr zwei begann eine sehr kämpferische Kundgebung von gut 5.000 Mercedes Kolleginnen und Kollegen vor dem Cannstatter Tor. Den Auftakt bildeten drei von der Vertrauenskörperleitung organisierte Demozüge zum Tor. An einem beteiligte sich auch die MLPD mit Transparent und offenem Mikrofon wie selbstverständlich. Mit Liedern und Kurzansprachen trugen wir zum offensiven Kampf der Arbeiter bei. Der Unmut über den Generalangriff von Mercedes, insbesondere auf die 35-Stundenwoche, ist riesig. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Häberle sprach davon, dass er so eine Kompromisslosigkeit noch nie erlebt hat. Und als er zynisch gerufen hat, wir sind zu teuer und sind zu viel krank, gab es jedes Mal ein Riesengejole. Ebenso auf größte Empörung stößt, dass der Vorstand droht, die Motorenmontage hier in ein neues Werk in Osteuropa zu verlagern, wenn seine unverschämten Forderungen nicht akzeptiert werden. In Gesprächen wurde deutlich, dass viele sagen, es muss gestreikt werden. Diese Kampfaktion wurde vom Betriebsrat als Centerversammlung auf dem Platz oder vor dem Tor bezeichnet. Am nächsten Montag soll der Vorstand auf der Betriebsversammlung Rede und Antwort stehen.

Emden (13.55 Uhr)

Wichtige Aktionen – leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Während in Hannover die Kundgebung zum Aktionstag endet, beginnt im ostfriesischen Emden die turnusmäßige Betriebsversammlung. Aus Gewerkschaftskreisen heißt es, dass es eine sehr lange Veranstaltung werden könnte. Einer der Redner ist erwartungsgemäß der Betriebsratsvorsitzende Manfred Wulff, über dessen Rede vorab keine Angaben gemacht wurden. Es ist aber davon auszugehen, dass Wulff erneut auf die Einhaltung der Ende 2024 vereinbarten Zusicherungen pochen wird. Darin enthalten ist der Zuschlag für den neuen ID.4 Tiguan ab 2030 und vorab Investitionen in die Struktur des Werkes. Hier erhofft man sich unter anderem eine Modernisierung der Lackiererei. Die Emder IG Metall begleitet die Betriebsversammlung mit einem „Aktionstag der Automobilindustrie“. Zeitgleich sollen auch Aktionen bei den beiden örtlichen Zulieferern, bei Bose Sitech und Sésé, stattfinden. Alle Veranstaltungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Mercedes-Werk Rastatt (13.45 Uhr)

Pfiffe für die Forderung nach der 40-Stunden-Woche

Nach einer Kundgebung mit über 1000 Kolleginnen und Kollegen findet die Betriebsversammlung statt. Als Burzer die Forderung nach 40-Stunden Woche anspricht, wird er ausgepfiffen. Der Betriebsratsvorsitzende hält eine kämpferische Rede. Die Kollegen sind wieder Feuer und Flamme. Jetzt spricht Sok-Yong Lee von der IGM. Er nimmt die Kollegen mit und spricht für Zusammenhalt im Kampf. Die Betriebsversammlung wurde nach dem Ende der Rede der IGM, noch vor dem Tagesordnungspunkt Diskussion, auf unbestimmte Zeit "unterbrochen", bevor die Kollegen die Möglichkeit hatten, etwas zu sagen. Die Kollegen sind daraufhin heim/wieder an die Arbeit.

Chemnitz (13.36 Uhr)
Werksschutz und Polizei behindern Rote-Fahne-Korrespondenten

Die Streik-Aktion war deklariert als Betriebsversammlung, öffentlicher Teil. Die Kolleginnen und Kollegen blieben im Werksgelände hinter dem langen Transparent der IG Metall. Nach 35 Minuten wurde der öffentliche Teil für beendet erklärt. Die Fotos entstanden leider unter starker Behinderung durch den Werkschutz, der schließlich die Polizei holte, welche mir das Fotografieren auf dem Gehsteig verbot. Ich hab es aber geschafft: Das Bild ist da (siehe unten)! Viele gute Gespräche habe ich gehabt.

260921 Protest in Chemnitz

Man merkt  auch an anderen Orten, wie nervös, ja ängstlich die Kapitalisten, aber auch der Staat, angesichts der Kampfbereitschaft der Autoarbeiter sind.

Düsseldorf (13.35 Uhr)

"Hinter den ganzen Angriffen steckt das Problem Kapitalismus!"

Seit einer Viertelstunde sammeln sich hier vor Tor eins bei Mercedes in Düsseldorf die Kolleginnen und Kollegen. In Arbeitskleidung und mit vielen IG-Metall-Fahnen und Trillerpfeifen. Der Platz wird immer voller. Es herrscht eine kämpferische Stimmung hier in Düsseldorf. Der Kollege sagte, das ist ja schon die ganze Zeit das Problem, dass hinter den Angriffen von Monopolen und Staat der Kapitalismus steckt. Und das kann so nicht weitergehen. Ein anderer Kollege meint, dieser Tag ist mehr als überfällig. Das kann nur der Anfang sein. Mitten durch Düsseldorf zog eine kämpferische Arbeiterdemo. 1000 bis 1500 mit IG M Fahnen, Trillerpfeifen, Musik und kämpferischen Reden sind ab 14 Uhr durch Derendorf gezogen. Stolz und fröhlich, mit Lustvl auf mehr. "Noch ne Runde, noch ne Runde" _ sicher ein Drittel wäre auch noch weitergezogen. Gabi Fechtner von der MLPD sprach vom LKW herunter, Betriebsraete und Kollegen moderierten kämpferisch. Die Demo blockierte auch eine Viertelstunde die Straße, dabei wurde Halal getanzt. Düsseldorf war ein Teil des branchenweiten Aktiinsrags und stolz darauf!

Kämpferische Demonstration (Video)

Hannover (13.32 Uhr)

Demozug blockiert Meckelnheidestraße

Ein Demozug von VW-Kolleginnen und VW-Kollegen, der vor der Feuerwache unterwegs ist, blockiert die Mecklenheidestraße. Die Kollegen warten auf den zweiten Zug, der vom PKW‑Tor am anderen Werksende kommt. Delegation von ZF, der Feuerwehr und Ver.di sowie der GEW sind dabei.

Der Kampf- und Streiktag greift so auch verschiedene Methoden des aktiven Widerstand auf. 

Rüsselsheim (13.31 Uhr)
Opel: Seit 10.15 Uhr stehen die Bänder still

In einer kämpferischen Demonstration sind über 300 Opelaner aus dem K 170 und K 130 mit Transparenten, Trommeln und Fahnen zur Betriebsversammlung gezogen. Dort treffen sie die anderen Kollegen aus anderen Bereichen. Seit 10:15 Uhr stehen die Bänder still, dazu hatte der Betriebsrat aufgerufen. In vielen Betrieben werden über Kundgebungen hinaus auch Streikaktionen durchgeführt. Die Demo haben die Vertrauensleute organisiert: "Macht mit, lasst uns zusammen als geschlossene Einheit auf die Versammlung laufen!". Nach der Betriebsversammlung um 13:30 Uhr findet dann eine Kundgebung vor dem Tor statt, zu der auch andere Belegschaften eingeladen sind, sich zu solidarisieren. Auch an anderen Orten wenden sich die Belegschaften an andere Betriebe, tragen den Protest auch vors Werkstor und unter die Bevölkerung.

Eisenach (13.30 Uhr)
"Achse der Solidarität"

Auf der Betriebsversammlung bei Opel in Eisenach gab es spontanen Applaus, als Toni Bernheiden, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, darauf einging, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag geflogen ist, und den Rücktritt forderte. Das zeigt die wachsende Politisierung unter den Industriearbeitern. Standing Ovations gab es für die „Achse der Solidarität“ mit den Kolleginnen und Kollegen in Zwickau. Diese Solidarität ist in beiden Belegschaften tief verwurzelt. Großen Applaus erhielt eine Rede gegen Erpressung und Verzicht: „Wir wollen die 35-Stunden-Woche wie im Westen!“ Deutlich wandten sich die Kollegen dagegen, dafür auf sechs Prozent zu verzichten, wie es derzeit verhandelt wird.

Mercedes Sindelfingen (12.20 Uhr)
20.000 und Ergun Lümali kämpferisch gegen Angriffe des Vorstands 

20.000 Kolleginnen und Kollegen wurden von der Bühne begrüßt. Vor Tor 7 wurde demonstriert. Aus allen Werksteilen kamen Beschäftigte zusammen, auch aus der Entwicklung. An der großen Beteiligung in zahlreichen Großbetrieben und Riesenwerken sieht man, dass die entscheidende Mehrheit des Industrieproletariats heute kämpferisch auf den Plan tritt. Wir trafen auf viele Leiharbeiter. Die Stimmung war kämpferisch. Auch Betriebsratsvorsitzender Ergun Lümali und die IG Metall wandten sich kämpferisch gegen die Angriffe des Vorstands. Das Plakat der MLPD „Mitbestimmung durch Streik“ fand viel Beachtung und war Anlass für zahlreiche interessante Gespräche. Bei vielen Aktionen ist die MLPD die einzige Partei, die klar ihre Solidarität zum Ausdruck bringt. Auch das neue Buch der MLPD "Die Lehre von der Denkweise", erschienen in der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG, stieß auf Interesse. Ein Kollege möchte zur Lesegruppe kommen. Einige knüpften Kontakt, um über die Vorbereitung eines Streiks zu beraten.

Osnabrück: Bauchweh bei der Umstellung auf Kriegsproduktion (12.11 Uhr)

Osnabrück, 8.30 Uhr: „Der Kampf geht weiter“, raunte uns Verteilern der Kollegenzeitung Vorwärtsgang ein Kollege im Vorbeifahren auf dem Fahrrad ins VW-Werk Osnabrück um 6.30 Uhr zu.

 

Aufgeschlossene Stimmung für den Aktions- und Kampftag der IG Metall bei vielen Kolleginnen und Kollegen. Viele Kolleginnen und Kollegen waren darüber bisher aber auch gar nicht informiert. Die Reaktionen gingen von: „Unser Werk gehört doch gar nicht mehr zu VW“, über „Wir müssen mal sehen, ob da was läuft“, bis hin zu: „Richtig, wir gehören doch auch dazu, und da müsste etwas laufen.“

 

Der Vorwärtsgang ist in letzter Zeit bekannter geworden. Es gab Interesse an Mitarbeit und erstes bereitgehaltenes Geld für eine Spende, außerdem tiefergehende Gespräche darüber, was hinter den Entwicklungen steckt: „Die Regierung ist doch Handlanger der Konzerne“, so ein Kollege. Die MLPD macht in den Aktionen deutlich: Der Kampf muss gegen die Ausbeutungsoffensive von Monopolen und Staat geführt werden.  Der Kollege setzte sich auch mit der Manipulation der öffentlichen Meinung unter den Arbeitern und damit, was hier zu tun ist, auseinander. 

 

Das neue Buch der MLPD, „Die Lehre von der Denkweise“, stieß auf Interesse. Die Mehrheit der Kollegen hat Bauchweh und Widerspruch zur Umstellung auf Kriegsproduktion für Israel. „Das ist keine Alternative.“ Darüber gibt es in der Belegschaft viel Diskussion. Hier verbinden sich ökonomische und politische Aspekte, was zukunftsweisend ist.

Hamburg (11.43 Uhr)

250 Kollegen pfeifen auf eine Abmahnung

Bereits um 9 Uhr kamen die Kolleginnen und Kollegen langsam aus dem Werk zur IG-Metall-Kundgebung. Auf einem Banner unterschreiben einige Beschäftigte. Die Werksleitung hatte zuvor mit Abmahnungen gedroht, falls Kolleginnen und Kollegen an der Kundgebung teilnehmen. 


Rund 250 Kolleginnen und Kollegen sind dennoch gekommen – was eine wachsende Entschlossenheit zum Kampf zeigt. Insgesamt gib es inzwischen noch knapp 2000 Beschäftigten. Beifall gibt es, als der Redner des Gesamtbetriebsrats sich gegen die Verlagerung der Produktion ins Ausland ausspricht und die Leistung der Arbeiter hervorhebt. Zustimmung erhält er aber auch, als er massiv für die deutschen Standorte wirbt. Ein Kollege von Still hat eine große Deutschlandfahne dabei. Hier ist noch Diskussionsstoff geboten. Auch Kolleginnen und Kollegen von Still, Airbus und aus dem Hafen sind gekommen.

 

Im Kern sagt der Redner des Gesamtbetriebsrats: Wenn der Vorstand ein belastbares Angebot macht, seien die Beschäftigten auch zum Verzicht bereit.

 

Er betont stark die Zukunft von Mercedes in Deutschland. Diese sei zugleich die Zukunft der Kolleginnen und Kollegen und ihrer Familien.

 

Daniel Friedrich, Leiter der IG Metall Küste, schlägt in dieselbe Kerbe, allerdings deutlich kämpferischer. Viel Beifall bekommt er zu Recht, als er die 35-Stunden-Woche verteidigt.

 

Großen Beifall erhält auch eine Vertrauensfrau aus dem Hafen, die aus Sicht der Beschäftigten argumentiert und zur DGB-Kundgebung am 26. September um 11.55 Uhr aufruft. Ein Vertrauensmann von Airbus bringt den Gedanken der Mitbestimmung durch Streik in die Kundgebung ein.

 

Zum Abschluss kann Chris von Peperoni noch das „Lied vom Kostenfaktor“ singen und für die Arbeiteroffensive werben.

 

Um 10.30 Uhr ist die Kundgebung beendet – obwohl sie ursprünglich bis 11 Uhr angesetzt war.

 

Alik Chakraborty, Asien-Koordinator der ICOR (11.06 Uhr)
Solidarität für die deutschen Automobilbelegschaften

Alik Chakraborty, Asien-Koordinator der revolutionären Weltorganisation ICOR und Mitglied der Kommunistischen Partei Indiens (Mass Line), schreibt an die deutschen Automobilbelegschaften: "Wir unterstützen diesen Streik im Namen der indischen Arbeiterklasse. Wir wünschen euch alles Gute. Macht ihn zu einem großen Erfolg." In anderen Solidaritätsbotschaften wird betont, dass "Kein Kampf auf der Welt allein stehen" darf. Die internationale Arbeitersolidarität ist eine unerlässliche Kraft im Kampf gegen das internationale Finanzkapital.  

Emden (10.59 Uhr)
VW: Vorstand hat schon längst die Friedenspflicht aufgekündigt

Wir begrüßten die Kolleginnen und Kollegen, die am Tor Süd zur Arbeit gingen, mit dem aktuellen Flugblatt zum bundesweiten Streik- und Aktionstag. 80 Prozent der Kolleginnen und Kollegen nahmen es gerne. Besonders viele junge Arbeiterinnen, Arbeiter und Auszubildende waren neugierig und blieben stehen.

 

Es herrschte eine Abwartehaltung vor, nach dem Motto: „Mal gucken". Einzelne sagten: „Noch ist Friedenspflicht.“ Als wir erwiderten: „Der Vorstand hat doch schon längst die ‚Friedenspflicht‘ einseitig aufgekündigt. Jetzt ist Mitbestimmung durch Streik angesagt“, kamen einige ins Nachdenken. „Ja, das stimmt.“

 

Heute Nachmittag soll es eine Betriebsversammlung auf dem Werksgelände geben. Einige Kollegen meinten: „Mal schauen, was wir dann machen.“ Darüber wird diskutiert.

 

Einer Gruppe von Azubis wurde das neue Buch der MLPD, „Die Lehre von der Denkweise“, vorgestellt und gesagt, dass wir von der MLPD sind. Daraufhin sagte ein Azubi: „Ich bin eher nicht parteiisch.“ Wir: „Aber es ist gar nicht möglich, unparteiisch zu sein, in einer Gesellschaft, in der die Mehrheit der Bevölkerung durch die Bosse ausgebeutet und unterdrückt wird. Die MLPD steht fest an der Seite der Ausgebeuteten und Unterdrückten.“ Da stimmte der Azubi zu.

 

Heute soll auch noch bei Brose-Sitec eine Aktion stattfinden.

Wolfsburg (10.55 Uhr)
„Kollegen und Presse stehen davor, wir gehen alle raus vors Tor“

In Wolfsburg setzte sich am Morgen ein eindrucksvoller Sternmarsch zur Betriebsversammlung in Halle 11 in Bewegung. Die Werksvertrauenskörperleitung hatte dazu aufgerufen, ab 9 Uhr gemeinsam aus den Hallen loszumarschieren. Der Vorstand hatte zuvor gedroht, niemand dürfe vor 9.15 Uhr seinen Arbeitsplatz verlassen.

 

Doch die Kolleginnen und Kollegen ließen sich davon nicht abhalten: Halle 8 setzte sich Punkt 9 Uhr geschlossen in Bewegung. Viele hatten selbstgemalte Schilder dabei, dazu wurden lautstark Parolen gerufen. Auf einem Schild hieß es: „Bosse kassieren, Azubis verlieren.“

 

Besonders viel Zustimmung bekam die Forderung auf einem weiteren Schild: „Kollegen und Presse stehen davor, wir gehen alle raus vors Tor.“ Das Schild war ganz vorne im Demonstrationszug dabei.

 

Auch aus den anderen Hallen zogen die Kolleginnen und Kollegen bereits um 9 Uhr als Demonstrationszüge los. Der Sternmarsch hat geklappt!

 

Inzwischen hat die Betriebsversammlung begonnen. Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner spricht zu den Beschäftigten. Auffällig: Die Plätze des Vorstands blieben zunächst leer. Dieser sollte erst um 10 Uhr dazukommen.

 

Parallel dazu begann um 10 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus eine Kundgebung der Beschäftigten aus den Zulieferbetrieben. Rund 200 Menschen kamen dort zusammen, darunter Delegationen zahlreicher Zulieferer, unter anderem von IAV und Sitech.

 

Zum Auftakt sorgte Nümmes mit einem Lied für gute Stimmung.

Eisenach (10.51 Uhr)

"In den Marken getrennt, in der IG Metall geeint"

In Eisenach hat die Kundgebung am Tor eins um 8.30 Uhr begonnen. Die Belegschaft war weitgehend vollständig versammelt. Die Kollegen haben sich nach einigen Ansprachen des Vertrauenskörperleiters, des ersten Bevollmächtigten und des Betriebsratsvorsitzenden auf der Straße aufgestellt und es wurde zusammen gerufen: "Bundesweit kampfbereit". Manche riefen auch: "Bundesweit streikbereit". Mit etwas Verspätung hat sich dann der Demonstrationszug zur nahe liegenden Halle in Bewegung gesetzt. Inzwischen hat die Belegschaft von Opel Tor eins zur Betriebsversammlung demonstriert – mit einem großen Fronttransparent "In den Marken getrennt, in der IG Metall geeint" und mit dem für die 30‑Stunden-Woche und den Kampf um jedes Werk bzw. zur internationalen Solidarität. Inzwischen läuft die Betriebsversammlung, und anschließend wird noch eine Mitgliederversammlung der IG Metall sein. Von der Betriebsversammlung werden wir weiter berichten. 

Erste Aktionen bei VW Kassel

Um 11:15 begannen die ersten Aktionen im Werk Kassel-Baunatal.Ca. 200 Kolleginnen und Kollegen kamen teils in selbstorganisierten Demos zum Versammlungsort. Es gab großen Druck „von oben“, dass Kollegen nicht mit dürfen, weil sie keine VL sind. Die IG Metall und der BR haben nur die Vertrauensleute zu der Kundgebung aufgerufen. Dies führte auch zu heftigen Kritiken von den Kollegen, da ja im Vorfeld mobilisiert wurde, dass alle Schichten und Kollegen sich an den Aktionen beteiligen sollten. Dennoch nahmen auch einige Kollegen teil, die nicht VL sind. Die Demo wird nur innerhalb des Werkes durchgeführt, was von vielen Kollegen massiv kritisiert wurde. Wie soll so Druck auf den Vorstand ausgeübt werden, war die Meinung einiger Kollegen, Eine Trommelgruppe von Jugend und älteren Kollegen haben die Demo lautstark begleitet, die Stimmung bei den Teilnehmern war sehr kämpferisch. Die Auseinandersetzung über die richtigen Kampfmaßnahmen gehen aber weiter.

ZF Schweinfurt 

Schuhaktion für verlorene Arbeitsplätze

Heute Morgen um 9.00 Uhr beteiligten sich etwa 500 bis 600 Kollegen aus dem Werk Nord, so waren es um 12.00 Uhr rund 800 bis 900, die sich an der zweiten Protestkundgebung im Werk Süd beteiligten. Beide Aktionen war als Information des Betriebsrats auf dem Parkplatz geplant und dauerten circa 30 Minuten. Bei der zweiten Kundgebung waren auch Delegationen aus anderen Betrieben wie SKF, Preh und so weiter dabei

Mit einer Schuhaktion machten die Kollegen deutlich, dass in den letzten Jahren rund 5.000 Kollegen ihren Arbeitsplatz in der Region Schweinfurt verloren haben. Der Gedanke des Streiks stieß auf breite Zustimmung - auch gegen die Pläne von Berlin. Einige Kollegen wollen sich jetzt noch für die Protestkundgebung gegen den sozialen Kahlschlag bei der IG Metall anmelden. Schon jetzt fahren schon über 300 Kollegen mit nach Nürnberg. Das Flugblatt der MLPD wurde sehr gut genommen.

Insgesamt war die Stimmung noch sehr nachdenklich, einzelne meinte auch, es gibt noch zu wenige mit revolutionärem Geist.

VW Chemnitz

"In der Marke getrennt und im Kampf vereint"

Rund 300 Kolleginnen und Kollegen des VW-Motorenwerks versammelten sich am Haupteingang zum Protest gegen die massiven Angriffe des VW-Vorstands. Erwartet wurden sie von Kolleginnen aus umliegenden Betrieben, wie der BMW-Niederlassung von Chemnitz, die schon mit ihren Transparenten vor dem Tor warteten. Der Kundgebungswagen der IG Metall war auf der Straße plaziert und dafür die Straße abgesperrt.

 

Die Redner der IG Metall betonten deutlich, dass es die Kollegen sind, die gut arbeiten, die Werte und den Reichtum schaffen, während sie von der Chefetage und den Politikern als Kostenfaktor beschimpft werden. Eine klare Absage an die Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung und Niedriglöhne wurde erteilt
und dass die Belegschaften zusammenstehen. "In der Marke getrennt und im Kampf vereint" müsse die Losung sein. 


Leider war keine Diskussion für die als Betriebsversammlung angemeldete Aktion zugelassen, - denn es gibt da noch manches zu diskutieren und zu klären. Ein Redner der IG Metall: Wenn die Chefs uns in den Untergang ziehen, "reißen wir sie mit". Tatsächlich hat das kapitalistische System keine Zukunft und wir beschleunigen dessen Untergang - denn nur dann haben die Arbeiter eine Zukunft zu gewinnen!


Das Flugblatt der MLPD mit der Losung "Kampf dem Ausbeutersystem Kapitalismus" wurde gerne genommen. Der VW-Vorstand sieht seine Felle davonschwimmen und hat den Werkschutz ausgerichtet, die Kollegen vom Einfluss der MLPD abzuschotten. 

 

Köln (8.48 Uhr)
Ford-Lehrwerkstatt: Zusammenhalt und Streikgedanke

Etwa 150 Azubis und Ausbildern überbrachten wir die solidarischen Grüße von MLPD und REBELL. Das REBELL-Flugblatt "REBELLION GEGEN AUSBEUTUNG VON STAAT UND MONOPOLEN!" wurde gern genommen.

Fast alle unterschrieben das Transparent der IG Metall "Zusammenhalt ist unsere Stärke! Zukunft statt Kahlschlag". Einige der Azubis (meist erstes Lehrjahr) griffen den Gedanken eines notwendigen Streiks auf. Es wächst die Kampfeinheit von jung und alt als Motor der Arbeiteroffensive. Nach Schulbeginn verabschiedeten wir uns von den Kollegen der Jugendauszubildendenvertretung und der Vertrauenskörperleitung – vielleicht sieht man sich ja am Samstag … Und auf dem Transparent durften wir auch noch unterschreiben.

 

Emden (8.48 Uhr)
Vorm Tor bei VW

"Heute branchenweiter Streiktag!" – so begrüßen wir die Frühschicht an der E-Halle in Emden. Eine frische Brise weht ums Werk. Mit dem neuen Buch "Die Lehre von der Denkweise" und dem Flugblatt der MLPD zu den beiden Kampftagen sprechen wir mit Kolleginnen und Kollegen. Das Plakat "Mitbestimmung durch Streik!" erregt Aufmerksamkeit. 

Viele sind noch nicht so richtig wach und gehen schweigend vorbei. "In Hannover demonstrieren die VW-Kollegen, in Zwickau machen sie eine Kundgebung mitten in der Stadt – da müsst ihr doch mitmachen. Alle Automobilarbeiter gemeinsam, das ist eine Riesenmacht."

Einige meinen: "Eigentlich ja", "mal sehn, was kommt" und auch: "Streiken wäre gut!". Einzelne wollen heute länger bleiben, um ab 13.30 Uhr an der  Betriebsversammlung teilzunehmen. Ein jüngerer Kollege meint nachdenklich: "Ich habe hier gelernt und dachte, das wäre eine sichere Zukunft." Er stimmt zu, dass alle Autokonzerne aus Profitsucht die Ausbeutung noch steigern.

Dass der Kapitalismus das Problem ist – mit Weltkriegsgefahr und Umweltkatastrophe – auch das sieht er so. Sozialismus, dass die Arbeiter die  Politik bestimmen und die Ausbeutung abgeschafft ist, findet er richtig. Ihn interessiert auch das neue Buch der MLPD, "Die Lehre von der Denkweise". Da er kein Geld zur Arbeit mitnimmt, wird das heute noch nichts. Aber er will sich über Rote Fahnen News weiter informieren. Zur Mittagsschicht sind wir wieder vor Ort. Gerade Kampftage sind gut für Bewusstseinsbildung.

 

Mannheim (8.48 Uhr)
Daimler: Stimmen für Streik mehren sich

Heute Morgen wurde das MLPD‑Flugblatt zum branchenweiten Streiktag verteilt. Im Betrieb wurde es von den Kolleginnen und Kollegen sehr begrüßt und intensiv gelesen. Inzwischen realisieren einige die ganze Dimension, und die Kritik nimmt zu, dass nur eine Betriebsversammlung geplant ist. Es mehren sich die Stimmen, dass heute bei Daimler Mannheim die Arbeit nicht mehr aufgenommen werden sollte. Das Selbstbewusstsein wächst.

 

Neckarsulm (8.05 Uhr)
"Klar, bin dabei!"

 

21. September, 5 Uhr, am Tor von Audi Neckarsulm. Der Kreisverband der MLPD Heilbronn verteilt den Aufruf: "21.9. Branchenweiter Streiktag – 26.09. Massenkampf gegen die Regierung"

 

Die Sensation zuerst: Kein Polizeieinsatz! Das gab es in den vergangenen Monaten nur einmal. Die Polizei tut gut daran, heute zurückzuweichen. Denn heute machen die Autoarbeiter bundesweit mobil!

 

Zwei Drittel der Kollegen nahmen das Flugblatt gerne. Viele wussten schon  Bescheid, da die IG Metall auch schon an den Toren Flugblätter für den heutigen Aktionstag verteilt hat. In Neckarsulm findet jetzt die Kundgebung um 15 Uhr am Tor 6 statt. Ab 14:30 Uhr soll mit einer Demonstration aus dem A13 dorthin  marschiert werden. 


Wir riefen die Frühschicht auf, nach der Schicht da zu bleiben. Wenn heute in 200 Standorten mobilisiert wird, sollte man sich in  Neckarsulm schließlich auch nicht lumpen lassen, heute maximale Stärke zu zeigen! Viele hatten das vor oder sagten zu, ihre Abteilungen entsprechend zu mobilisieren. "Richtig so!", viele waren stolz und beeindruckt, dass in 200 Standorten heute alle Autoarbeiter gemeinsam den Autokonzernen zeigen, wo der Hammer hängt.

 

Einer merkte an: "Streiken und schaffen passt aber nicht zusammen!" Das war eine Kritik daran, dass in der Frühschicht ganz normal gearbeitet werden soll. Kritikwürdig ist auch, dass der Betriebsratsvorsitzende die heutige Aktion als Betriebsratssprechstunde ausdrücklich "außerhalb der deutschlandweiten Kundgebungen" der Gewerkschaft abhalten will. 


Deshalb wurde die Info über die Kundgebung explizit von der Homepage der IG Metall heruntergenommen. Will er sich lieb Kind bei der Geschäftsführung machen? Wie auch immer, faktisch findet die Kundgebung selbstverständlich zeitgleich und konzertiert mit den Protestaktionen und Streiks in allen Werken Deutschlands statt. So verstehen es auch die Kolleginnen und Kollegen und die IG Metall hatte ursprünglich auch aufgerufen und mobilisiert.

 

Ein Kollege frotzelt gegenüber seinem Kollegen: „Nimmst du jetzt auch schon das rote Blatt?" Der antwortete schulterzuckend: „Lieber das als gar nichts". Die Arbeiter werden gerade im Kampf besser mit der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise fertig.

 

Stärker geworden ist allerdings auch ein gutes Drittel, die wortlos vorbeigingen und sich nicht an den Aktivitäten der Gewerkschaft beteiligen wollen. Angeblich hätte das Unternehmen ja sowieso nichts zu tun und da würde ein Streit keinen Sinn machen. Hier verfangen Argumente der AfD, die massenhaft in den Kommentarspalten der Social Media verbreitet werden. Demnach wären die hohen Löhne, die Gewerkschaft und Streikvorschläge schuld an der Lage in der Autoindustrie. Das ist zwar ein Hohn, muss aber erst gründlich verarbeitet werden. Zwei Kollegen schlugen aggressiv Flugblätter aus der Hand, das war aber eine absolute Minderheit.

 

Von einer noch im Juli oftmals am Tor geäußerten vermeintlichen Konkurrenz zwischen Vorschlägen der MLPD und der Gewerkschaft war heute nichts zu spüren. Gerade die Gewerkschafter nahmen das Flugblatt gerne und freuten sich über die Solidarität und den Aufruf. Mitbestimmung nur durch Strekt – diese Losung bricht sich Stück für Stück Bahn.

 

Hier gibt es ein Video mit Lisa Gärtner aus Neckarsulm

 

260921 Audi Neckarsulm

 

Bochum (7.40 Uhr)
TKSE-Frühschicht mit Plakaten, Flugblatt und Buch begrüßt

 

Heute, zwischen 5 Uhr und 6 Uhr am Autotor Süd bei TKSE Bochum. Die Plakate "Mitbestimmung durch Streik" und zum Buch "Die Lehre von der Denkweise" erregen Aufmerksamkeit. 


Interessiert halten Kollegen an, nehmen das Flugblatt zum heutigen Streiktag und dem Aktionstag am 26. September. Wir fragen: "Geht ihr auch raus?" Fast jeder findet das richtig, aber es ist offenbar noch nichts organisiert: "Ich weiß von nichts, muss ich nachfragen." Oft herrscht Einigkeit, dass das dringend nötig ist. 


Einer meint: "Auf jeden Fall. Unser Bereich im Warmbandwalzwerk soll zum Jahresende geschlossen werden." Wir haben auch das neue Buch der MLPD "Die Lehre von der Denkweise" in der Hand und den Flyer dazu: "Damit wir lernen, als Arbeiterklasse zu denken und zu handeln, uns nicht spalten oder kleinreden lassen."


Einer hat dieses Buch schon von einem Kollegen bekommen. Es wird vereinbart, sich darüber auszutauschen. Ein anderer sagt: "Genau, ohne Arbeiter läuft nichts." Wie er wollen viele erst mal den Flyer lesen. Einer spendet schon mal 2 Euro. Ein Anfang ist gemacht. Wir kommen wieder. 

 

Dortmund (7.36 Uhr)

MLPD mobilisiert zum heutigen Kampf- und Streiktag


Bei unserem heutigen Mobilisierungseinsatz der MLPD vor dem Tor 1 bei Thyssenkrupp Steel Dortmund war das Interesse am branchenweiten Streiktag in der Automobil- und Zulieferindustrie groß. Viele waren aber noch unentschlossen, teilzunehmen. Einige sagten zu.


"Davon habe ich heute Morgen im Radio gehört", sagte ein Kollege.


Auch eine Gruppe Azubis möchte zum Streik mitkommen. Wir haben sie bestärkt, dass gerade für die Zukunft der Jugend dieser Streiktag so wichtig ist.


Die Wahl in Sachsen-Anhalt und Berlin wurde diskutiert. Die Regierung sei selbst verantwortlich für ihre Abwahl, meinte ein Kollege. Stimmt, dabei kann die faschistische AfD keine Alternative für die Arbeiter sein. Nein, das konnte geklärt werden. Auch die Amazon-Kollegen und Busfahrer nahmen gerne das Flugblatt der MLPD. Eine Amazon-Kollegin kommt Samstag zur Demo des DGB in Essen mit.

 

Solierklärung aus Argentinien (7.14 Uhr)

Betriebsrat von Arcelormittal: Unseren Gruß den Arbeitern aus der Automobilindustrie und anderen Sektoren der Arbeiterklasse


Der Betriebsrat der Metallarbeitergewerkschaft von Villa Constitución bei Arcelormittal Argentinien grüßt die deutschen Automobilarbeiterinnen und Automobilarbeiter zum Aktionstag und Kampftag der IG Metall am heutigen 21. September: Liebe Genossinnen und Genossen, im Namen der Metallarbeitergewerkschaft von Villa Constitución, Betriebsrat von Arcelormittal, möchten wir den Arbeiterinnen und Arbeitern der Automobilindustrie und anderer Sektoren der Arbeiterklasse sowie dem deutschen Volk, die heute im Streik und im Kampf stehen, unseren Gruß übermitteln.

 

Der Imperialismus zeigt weltweit sein schlimmstes Gesicht; die Monopole versuchen, die Folgen ihrer Krise auf die Arbeiterinnen und Arbeiter abzuwälzen; sie haben es auf unsere Rechte, unsere Gesundheit und unsere Löhne abgesehen. In unserem Land führt die Politik der Regierung Milei zur Schließung von Unternehmen, zu Tausenden von Entlassungen, steigender Arbeitslosigkeit, prekären Arbeitsverhältnissen und wachsender Armut. Es ist unerlässlich, dass wir Arbeiter*innen uns organisieren und Widerstand leisten.

 

Aus all diesen Gründen senden wir, die Metallarbeiter*innen aus Argentinien, euch unsere ganze Solidarität.

 

IG Metall (6.31 Uhr)

Kundgebungen und Aktionen an über 200 Standorten geplant

Wie die IG Metall in einer Pressemitteilung mitteilte, sind heute unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ an über 200 Orten Kundgebungen und Aktionen geplant. Die Gewerkschaft rechnet mit einer Beteiligung von mehr als 100.000 Menschen. An vielen Orten sind gewerkschaftliche Aktionen verbunden mit selbständigen Elementen geplant. 

 

Ford Köln (5.37 Uhr)

Kolleginnen und Kollegen unterschreiben am Tor


Ford-Kolleginnen und -Kollegen unterschreiben am Tor 9 das Transparent "Zusammenhalt ist unsere Stärke – Zukunft statt Kahlschlag"

 

Hier ein kurzes Video dazu

 

Ford Köln (5.13 Uhr)
Mobilisierungseinsätze des IG-Metall-Vertrauenskörpers an allen Toren

Vom Tor bei Ford in Köln schreibt ein Korrespondent: " Einen guten Morgen aus Köln. Der Vertrauenskörper der IG Metall bei Ford führt an allen dreizehn Toren Mobilisierungseinsätze für den heutigen Streik- und  Kampftag durch. Die MLPD ist auch an einigen Toren dabei. Es wurde Kaffee mitgebracht, als Unterstützung für die Ford-Kolleginnen und -Kollegen."

 

Hier ein kurzes Video dazu

Chemnitz (Samstagabend)
Auftakt des gewerkschaftlichen Kampf- und Streiktags am Marx-Monument

Die DPA berichtete bereits gestern über den Auftakt zum 21. September: "Jetzt reicht's!: Mit einer Lichtinstallation am Karl-Marx-Monument in Chemnitz haben rund 100 Vertrauensleute der Gewerkschaft IG Metall am Samstagabend ein Zeichen für den Erhalt der Automobilindustrie in der Region gesetzt." 

Dass das Marx-Monument so wirkungsvoll ins Bild genommen wurde macht deutlich, dass die Kapitatalismuskritik Bestandteil der Aktionen ist.

 

Hier gibt es den kurzen Bericht