Leserbrief

Leserbrief

VW: Wenn das Werk geschlossen wird, verliert nicht nur die Belegschaft, sondern ganz Ostfriesland!

Den folgenden Leserbrief an die Emder Zeitung hat eine Leserin aus Emden an die Rote Fahne geeschickt. Er bezieht sich auf den Artikel „Protest in Emden gegen ‚Kahlschlag‘ in der Autoindustrie“, der am 16. September in der Emder Zeitung erschienen ist:

Ich begrüße den Aufruf der IG Metall zu einem Aktionstag aller Automobilbeschäftigten am 21. September mit dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag!“. Denn mit dem einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats vom 3. Juni sind die Pläne zur Schließung von Emden und dreier weiterer Werke sowie die Vernichtung von ca. 100.000 Arbeitsplätzen nicht vom Tisch!

 

Ich erinnere mich an den ersten Warnstreik im Dezember 2024, als der Vertrauenskörperleiter Hasenpusch sagte: „Zuerst kommt die Angst, dann die Wut und dann die Solidarität!“ Er sei nur deshalb heute noch bei VW beschäftigt, weil 1997 VW-Kollegen die Arbeit niederlegten, zur A 31 marschierten und sie blockierten, damit die Kollegen mit Zeitverträgen (evtl. waren es auch die Azubis) übernommen werden – als Kampfansage gegen den Beschluss der Geschäftsleitung.

 

Und sie setzten sich durch, sonst könnte er heute kein Vertrauenskörperleiter bei VW sein! Es ist an der Zeit, solche Kampfansagen zu wiederholen, wo es doch um noch viel mehr Beschäftigte und ihre Familien geht! Es ist eine alte Erfahrung aus der Arbeiterbewegung: Wer kämpft, bekommt Solidarität – und ich füge hinzu: Wer nicht kämpft, bekommt Mitleid! Und: „Wer kämpft, kann gewinnen oder verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren!“ (Bert Brecht). Wenn das Werk geschlossen wird, verliert nicht nur die Belegschaft, sondern ganz Ostfriesland! Also: Alle für alle! Ich wünsche der Belegschaft viel Erfolg!

 

Ich frage mich aber: Warum plant die IG Metall Emden lediglich eine ordentliche Betriebsversammlung im (!) VW-Werk an einem bundesweiten Aktionstag, zu dem der Bundesvorstand im IG-Metall-Magazin schreibt: „Alle Beschäftigten in allen Schichten, ob Hersteller oder Zulieferer, sind aufgerufen, sich am großen bundesweiten Aktionstag zu beteiligen.“? (Metall Magazin 5/26, S. 9)