21. September

21. September

Vor dem Autotor bei ZF in Witten am 18. September

Zur Mobilisierung für den 21. September und den 26. September wurde vor dem Autotor das Flugblatt der MLPD verteilt, mit dem die gewerkschaftlichen Aktionen unterstützt werden.

Es wird darin auch für die Stärkung der MLPD geworben. Viele Kolleginnen und Kollegen fahren direkt vorbei, weil sie auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause nicht anhalten wollen. Das darf jedoch nicht vorschnell als Desinteresse gewertet werden.

 

Die politische Diskussion in den Betrieben ist heute so entfaltet wie lange nicht mehr. Die Folgen des Krieges, steigende Preise, die Angriffe auf die Rente, der Hitzesommer und die weiteren Angriffe auf die Belegschaften, auch auf die von ZF in Witten, sind der Grund dafür. Die gewaltigen Krisenerscheinungen des Kapitalismus können nicht mehr ignoriert werden, sie greifen direkt in das Leben der Familien. 

 

Diejenigen, die das Flugblatt mitnahmen, waren vielfach bereits durch die Kollegenzeitung „Zündfunke“ über die Aktionstage informiert. In den Gesprächen zeigte sich zugleich Sympathie für die Aktionen wie auch eine gewisse Skepsis. „Ich weiß nicht, ob das etwas bringt.“ Zum Ausdruck kommt darin, dass viele ihre eigene Lage zunächst als individuelle Ohnmacht empfinden. Die Kraft, die in einer organisierten und einheitlich handelnden Arbeiterklasse steckt, sehen sie noch nicht. Doch das ändert sich, weil auch die Suche nach einer Perspektive vorhanden ist. Ein Kollege: „Ja, wir müssen aus den Puschen kommen, das treibt mich echt auch um.“ Ein junger Kollege, der zunächst mit dem Auto durchgefahren war, kam dann zurück: „Ich will das doch mal lesen, irgendwie müssen wir doch anders denken.“