Faschistische Kriegsführung steht am Pranger

Faschistische Kriegsführung steht am Pranger

Standing Ovations für Film "Naza" - Israelische Regierung droht den Filmemachern

Israels Premier Benjamin Netanjahu gerät vor den Parlamentswahlen immer mehr unter Druck. Die Regierung ist in einer offenen Krise. Als er am letzten Mittwoch mit seinem Kriegsminister Katz und führenden Militärs auf dem Berg Hermon in Syrien - auf fremdem Staatsgebiet! - auftrat, riskierte er noch eine große Klappe: "Wir sind hier auf dem Hermon und wir werden von hier nicht weichen!" Unverhüllte imperialistische Großisraelpläne.

Von hi/gis
Standing Ovations für Film "Naza" - Israelische Regierung droht den Filmemachern
Rachel Szor und Yuva Abraham (Foto: Biennale Venedig 2026)

Netanjahu überschlägt sich im Dementieren der Enthüllung, dass der emiratische Präsident Mohamed bin Zayed ihn einige Zeit vor dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 gewarnt hat. Bei dem Massaker starben 1200 Menschen. Die meisten waren Israelis. Über 400 Menschen wurden als Geiseln verschleppt.

Was kommt noch alles raus über Netanjahus Verstrickung in den 7. Oktober 2023?

Jeder und jede, der in dem Zusammenhang daran zweifelte, dass der Krieg der Zionisten gegen das palästinensische Volk eine Reaktion auf diesen Überfall gewesen sei, bekam die Antisemitismuskeule zu spüren. In Deutschland ganz besonders. Dabei wurde im Lauf der Jahre immer offensichtlicher, dass der Krieg gegen das palästinensische Volk ein längst geplanter Völkermord und auf keinen Fall eine Reaktion auf den 7. Oktober 2023 war. Auch häuften sich die Indizien, dass die israelische Regierung vom geplanten Überfall der Hamas mindestens wusste - wenn nicht Schlimmeres. Laut der israelischen Zeitung Haaretz sagen immer mehr Israelis, dass sie ihre Stimmabgabe bei den Wahlen zur Knesset davon abhängig machen, was da noch alles rauskommt. Siehe auch: Netanjahu will Zeitung Haaretz verklagen

Film "Naza": Neue Enthüllungen über faschistische Kriegsführung Israels

In dieser Situation lässt der Dokumentarfilm "Naza", der auf der Biennale in Venedig gefeiert wurde, Netanjahu und seine faschistischen Minister schäumen. Der Film der israelischen Regisseure Yuva Abraham und Rachel Szor* prangert die faschistische Kriegsführung der israelischen Armee im Gaza an, mit ungewöhnlichen Mitteln. „Naza“ lässt Soldaten und Offiziere der israelischen Armee sowie Geheimdienstagenten selbst enthüllen, wie sie Palästinenser töten, ihre Häuser und Dörfer zerstören, wieviel tote palästinensische Zivilisten als "Kollateralschaden" kalkuliert und "erlaubt" sind. Yuval Abraham, einer der beiden Regisseure des Films, sagte bei der Pressekonferenz, mehrere der Interviewten hätten den Vergleich zwischen dem Holocaust und dem Völkermord in Gaza gezogen. Natürlich seien die Shoah und das, was in Gaza geschehe, nicht dasselbe. Aber es gebe ein gemeinsames Element, nämlich das der Entmenschlichung. Dies wolle der Film zeigen. Unschuldige zivile werden nicht nur billigend in Kauf genommen. So viele Palästinenser wie möglich zu töten, sei vielmehr das Ziel. Ob er denke, dass er an einem Genozid beteiligt gewesen sei, lautet eine Frage. Der Interviewte zögert keine Sekunde, bevor er die Frage bejaht.

Teuflisches Mordinstrument "Lavender"

Der Film wurde nachts auf den Dächern von Tel Aviv gedreht; die Interviews waren anonym. Mit Hilfe einfacher KI-Technik suche die israelische Armee gezielt nach den Privatwohnungen mutmaßlicher Hamas-Terroristen. Wohnte einer dieser Männer in einem Wohnblock, wurde der ganze Wohnblock bombardiert. Man habe bis zu 200 Opfer in Kauf genommen, einmal ist von 500 die Rede: Naza 500. Naza ist ein Code-Wort für den Kollateralschaden. Dieser gehört zum Wesen der faschistischen Kriegsführung mit dem KI-Instrument "Lavender". Zynischer geht es nicht. „Wir hatten die Aufgabe, Gaza dem Erdboden gleichzumachen.“ Wohnhaus nach Wohnhaus sei zerstört worden. Gaza sei ein Massengrab.

 

Die israelische Regierung spuckt Gift und Galle. Die Zeugen im Film seien unglaubwürdig. Die Angriffe der israelischen Armee gelte nur "Terroristen". Über alle Angriffe entscheiden angeblich Menschen. Experten sagen, dies sei schlicht unmöglich. Frank Sauer (Forschungsleiter an der Bundeswehr-Uni in München) gibt das zu: „Israelische Offiziere, die das israelische KI-System namens Lavender in Gaza nutzten, berichteten, dass kaum Zeit blieb, die Ergebnisse der Software zu prüfen. Sie hatten zehn bis zwanzig Sekunden pro Ziel. Da schrumpft die menschliche Prüfung zusammen auf wenige Kriterien wie: Das Ziel wirkt erwachsen und männlich." Lavender ermittelt seine Mordopfer über eine Punktzahl. Bei einem Score von 80 bis 100 gibt es kein Entrinnen. Lavender tötet, wie es der Hardcore-Faschist Ben-Gvir fordert: in Gaza „jede Nacht 30, 40“ Menschen gezielt zu töten – nicht nur solche, die eine unmittelbare Gefahr darstellten. Es gebe dort Menschen, die es „nicht verdient hätten zu leben“ und die „nicht einmal Menschen“ seien. 

 

Enthüllungen über solche Äußerungen der faschistischen israelischen Regierung gab es auch schon vor dem Film. Auch Richtlinien in der Armee, wieviele zivile Opfer pro "Terroristen-Tötung" erlaubt sind, drangen an die Öffentlichkeit. Aber mit filmischen Mitteln und authentischen Interviews ist der Eindruck noch viel stärker.

Spezialpreis von Venedig - Entzug der Staatsbürgerschaft durch die Regierung

Diametral entgegengesetzt sind Reaktionen auf den Film. Als er in Venedig vorgestellt wurde, bekam er nicht endend wollenden Applaus. So scheußlich die drgestellten Verbrechen sind, so froh sind viele Menschen, dass sie auf den Tisch kommen. "NAZA" bekam verdientermaßen den Spezialpreis in Venedig. Filmemacher Abraham erklärte in seiner Rede auf der Bühne: „Wir glauben, dass die Leugnung eines Verbrechens dazu beiträgt, dass es fortbesteht. Und deshalb ist es für uns wirklich, wirklich besonders wichtig, dass Israelis diesen Film sehen. Es ist unser Land, das diese Verbrechen begeht ... Ihre (die italienische, d. Verf.) Regierung und die deutsche Regierung blockieren jeglichen Druck auf Israel, der dem ein Ende bereiten könnte, und die Amerikaner sollten ihn sich ansehen, da dieses Land einen Großteil der Morde finanziert.“

 

"Zuhause" in Israel wartet keine ehrende Begrüßung. Der israelische Kulturminister Miki Zohar appellierte an seinen Innenminister-Kollegen, für die Filmemacher den Entzug der Staatsbürgerschaft in Betracht zu ziehen. Die Anklage lautet auf nichts Geringeres als "Feindbegünstigung in Kriegszeiten". Umgehend haben über tausend israelische Filmemacher am Montag eine Petition unterzeichnet, in der sie ihre Solidarität mit Yuval Abraham und Rachel Szor bekunden.

 

 

 

 

 

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