Rente

Rente

Sind langjährig Beschäftigte priviligiert?

Die geplante Abschaffung eines abschlagfreien Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren ist wie die Spitze des Schuttberges der Reformen der Bundesregierung.

Von jz
Sind langjährig Beschäftigte priviligiert?

Oberschlaue, sogenannte Wirtschaftsexperten, fordern neuerdings eine Solidarität der bei Großkonzernen langjährig Beschäftigten mit den Ärmsten der Bevölkerung. Schließlich wären die Nutznießer dieser Rentenregelung doch nur Beschäftigte, die relativ „gut verdienend“ seit Jahrzehnten in einem Großkonzern beschäftigt wären. Wer 45 Jahre in ein und derselben Fabrik malocht und danach in Rente geht, gilt für diese Experten als ein Privilegierter.


Akkordarbeiter ganz besonders, aber auch Facharbeiter und Ingenieure spüren die wachsende Ausbeutung in den Knochen oder an den Nerven, egal in welchem Großkonzern sie 45 Jahre ausgebeutet wurden. In vollem Bewusstsein, dass die Reformen der Bundesregierung vor allem die Ärmsten der Bevölkerung treffen, zeigen die Wirtschaftsexperten plötzlich ein Herz für sie? Die Gelder, welche die Regierung mit der Streichung dieser Regelung zusätzlich kassiert, kommen sicher nicht den ärmeren Schichten zugute. Sie werden in der Form zahlreichen Subventionen wieder den Monopolen zugeschustert.


Ähnlich wie das alljährlich zu Tarifrunden aufkommende Gerede von angeblich gut verdienenden Beschäftigten in den Speckgürteln der Republik von Konzernen wie Daimler, Thyssenkrupp oder Bayer versuchen sie, mit solchen fadenscheinigen Argumenten die Bevölkerung zu spalten.


Im Gegenteil: Gerade die Kampfkraft der großen Belegschaften in den Konzernen ist zusammen mit den Gewerkschaften der beste Garant für den Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen aller Lohnempfänger.