Warum gehören Studierende auf die Arbeiterdemos der nächsten Woche?
Regierungspolitik treibt wachsende Teile von Studierenden in die Armut
Studierende sind schon jetzt besonders von Armut betroffen: 36% sind arm, vor allem durch hohe Mieten und Nebenkosten. Nach einer Studie der TK Krankenkasse vom Juni 2026 „Wie gehts Deutschlands Studierenden?“ ist Armut die Hauptursache, dass sich 41 % der Studierenden häufig gestresst fühlen und 35% „eine hohe emotionale Erschöpfung“ aufweisen.
Der von der Bundesregierung beschlossene Generalangriff betrifft auch massenhaft Studierende. Er wird ihre Lage weiter verschärfen:
- Zum 1. Januar 2027 soll die turnusmäßig anstehende Anpassung des Wohngeldes an die Miet- und Preisentwicklung gestoppt werden. Der Zuschuss für Heizkosten soll halbiert werden und die Berechnungsformel zur Ermittlung des Wohngeldes wird verändert, um die Ausgaben von 5 Millliarden auf 3 Milliarden Euro zu senken. Davon sind Studierende betroffen, die kein BAföG erhalten.
- Die Bundesregierung hat ihre eigenen Versprechen aus dem Koalitionsvertrag gebrochen und die Erhöhung des BAföG auf 2027 verschoben, insbesondere die Erhöhung der Wohnkostenpauschale, die auch mit 440 Euro völlig unzureichend ist. Auch der Grundbedarf wird schrittweise erst zum Sommersemester 2029 von 475 auf 563 Euro erhöht – die tatsächlichen Zahlungen sind jedoch meist darunter und weit unter den realen Lebenshaltungskosten. Es gibt Verschlechterungen beim BAföG, wie die Streichung der Wohnkostenpauschale für bei den Eltern wohnende Studierende. Weiterhin bekommen nur ca. 11% der Studierenden überhaupt BAföG.
- Viele Studierende werden von gestiegenen Lebensmittelpreisen, auch Preisen für Essen in den Mensen, Fahrkosten sowie Kosten für die Gesundheit in die Armut gedrückt.
- Ca. 70-75% der Studierenden arbeiten neben dem Studium. Das ist nach der Studie der TK Krankenkasse neben Prüfungs- und Leistungsdruck Hauptursache für enormen Stress, da viele Studiengänge auf Vollzeitstudium ausgerichtet sind. Zwar wurden Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung des sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs zunächst vertagt. Demnach hätten Studierende bis zu 20% weniger Lohn zur Verfügung gehabt. Endgültig vom Tisch sind diese Pläne nicht.
- Weitere Kürzungen stehen bei den Bildungsetats vieler Bundesländer für Schulen und die Hochschulen an – und das angesichts maroder Gebäude und sinkender Qualität der Ausbildung. Alleine in Berlin wurde den Hochschulen drastische Kürzungspläne von 10% aufgedrückt, auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es Kürzungen.
Solidarität mit Arbeiterstreiks am 21.9. – Werkstudenten mitstreiken!
Nach Schätzungen arbeiten ca. 300.000 Studierende als Werkstudenten, davon ca. 12.000 bis 15.000 in den Automonopolen und ca. 18.000 in der Zulieferindustrie. Sie wurden von den Monopolen zunehmend als noch billigere Arbeitskräfte im Ersatz für Leiharbeiter eingesetzt. Auch sie sind von den Plänen zur Arbeitsplatzvernichtung und Werksschließungen betroffen. Es ist wichtig, mit ihnen darüber zu sprechen, sie in den branchenweiten gewerkschaftlichen Streiktag aller Automobilarbeiterinnen und Automobilarbeiter am 21.9. einzubeziehen und in der Gewerkschaft zu organisieren.
Studierende und Arbeiter gemeinsam auf die Straße – bundesweit am 26. September
Deshalb rufen zu den bundesweiten Aktionstag des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) auch studentische Organisationen auf. Die Koordinierungsgruppe des studierendenpolitischen Ratschlags fordert auf, unter dem Motto „Studierende und Arbeiter gemeinsam auf die Straße - Am 26.9. gegen die Demontage sozialer Errungenschaften protestieren!"( https://www.studierendenpolitischerratschlag.org) Auch der Freie Zusammenschluss der Studierendenschaften unterstützt die Proteste. Das ist genau richtig, weil diese Angriffe nicht isoliert, sondern nur im gemeinsamen Kampf von Arbeiterklasse, der ganzen Bevölkerung und Jugend gegen Regierung und Monopole zu Fall zu bringen sind! Die Zukunft der Masse der Studierenden liegt auf der Seite der Arbeiterklasse.
Die MLPD bereitet diesen bundesweiten Kampftag auch an den Hochschulen gemeinsam vor und fordert unter anderem:
• Kampf um höhere Löhne mit gesetzlichem Mindestlohn von 15 Euro – sofort.
• Erhöhung und Ausweitung der Ausbildungsförderung für Schüler und Studierende!
• Runter mit Mieten und Nebenkosten! Verstärkter Bau von umweltgerechten und lebenswerten Sozialwohnungen und Wohnheimen. Erhöhung des Wohngelds!
• Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!
• Kampf der Militarisierung des Bildungswesens. Erhalt der Zivilklauseln.
• Freie politische Betätigung an Hochschulen auf antifaschistischer Grundlage – Schluss mit den Repressionen gegenüber fortschrittlichen und revolutionären Organisationen.