Arbeiterkämpfe: Auch nötig für Leiharbeiter und Übernahme der Azubis
Das Märchen von der Stärkung der Stammbelegschaft
Mercedes-Benz-Aufsichtsratchef Martin Brudermüller fordert offen, „ernsthaft die Rückkehr zur 40 Stundenwoche anzugehen.“ Bei seinem erklärten Ziel „die Arbeitsstunde muss günstiger werden“ verschweigt er mal eben geflissentlich und vergisst wohl bewusst zu erwähnen, dass der Lohnanteil nur für 10,7 % der Gesamt“kosten“ steht.¹
Und während mit dem Totschlagargument „Friedenspflicht“ die Masse der Gewerkschaftsmitglieder auf ihr nicht existierendes Streikrecht hingewiesen werden, sollen die Verhandlungen um diese Pläne ausdrücklich außerhalb der anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie laufen. Das hätten die Konzernbosse gerne – sie greifen an, streichen, kürzen und wir sollen die Füße stillhalten und uns wie Lämmer auf die Schlachtbank führen. Von wegen – der 21.09. muss und wird eine andere Sprache sprechen!
Unverschämt auch der Versuch, die Kolleginnen und Kollegen von Mercedes damit zu ködern, dass mit einer Arbeitszeitverlängerung angeblich „die Stammbelegschaft gestärkt werde“. Das Handelsblatt vom 18.09. berichtet offener, was der Mercedes-Vorstand unter dieser „Stärkung“ versteht, „dass sich Mercedes verstärkt von Leiharbeitern in der Produktion trennen wird. Diese werden eingesetzt, um Nachfragespitzen abzudecken.“ Wir sind aber EINE Belegschaft! Die Nichtübernahmen unserer Auszubildenden werden dann wohl die nächsten sein und dann werden die Zeitverträge von etlichen Kolleginnen und Kollegen auch nicht mehr entfristet. Das ist keine Stärkung der Belegschaft, das ist bewusst betriebene Spaltung der Belegschaft zur Vernichtung von Arbeitsplätzen.
Wir haben allen Grund die erkämpfte 35-Stundenwoche offensiv zu verteidigen, jegliche Verlängerung der Arbeitszeit – zudem noch ohne Lohnausgleich - zu bekämpfen und abzulehnen. Zugleich muss die 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, als eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Arbeitsplatzvernichtung, wieder mehr in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung und unseres Kampfs gegen die Pläne des Mercedes-Vorstands rücken, auch am IG-Metall-Streiktag am 21.09.