Generalangriff von Regierung und Monopolen

Generalangriff von Regierung und Monopolen

Warum die Arbeiterjugend in die ersten Reihen der kommenden Kampftage gehört

Seit 2019 wurden im verarbeitenden Gewerbe insgesamt über 500.000 Arbeitsplätze vernichtet, davon über 100.000 in der Automobilindustrie.¹ Zehntausende weitere Arbeitsplätze sollen bis 2030 noch vernichtet werden. Vor allem Jugendliche und junge Arbeiterinnen und Arbeiter sind davon betroffen.

Von einer Korrespondentin
Warum die Arbeiterjugend in die ersten Reihen der kommenden Kampftage gehört

Gerade die großen Monopole wie VW reden dabei immer von „sozialverträglichem Arbeitsplatzabbau“ und „Beschäftigungssicherung“. Was soll daran sozialverträglich sein, wenn 200.000 Arbeitsplätze vernichtet werden, die dann den nachfolgenden Generationen fehlen?

 

Auch unmittelbar ist die Jugend davon besonders betroffen: Im Juni 2024 machten junge Menschen unter 25 nur noch 8 Prozent der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe aus, 2009 waren es noch 12 Prozent.² Von den Erwerbstätigen unter 25 Jahren ist knapp jeder Dritte noch Azubi. Unter den Jungfacharbeitern sind wiederum 18,3 Prozent befristet angestellt und ungefähr 4,6 Prozent in Leiharbeit.³ Für die Monopole ist das eine super Sache, denn sie müssen diese jungen Kolleginnen und Kollegen nicht einmal entlassen oder gar abfinden: Sie werden nach der Ausbildung still und leise nicht übernommen, abgemeldet oder ihre Verträge werden nicht verlängert.

Immer weniger Jugendliche finden einen Ausbildungsplatz

Jahrelang wurde Jugendlichen erzählt, ihnen stünden aufgrund des Fachkräftemangels praktisch alle Türen offen. Die aktuellen Zahlen zeigen eine andere Entwicklung: Immer mehr Jugendliche interessieren sich für eine duale Ausbildung, gleichzeitig bieten die Betriebe weniger Ausbildungsplätze an. Nicht einmal jeder fünfte Betrieb in Deutschland bildet aus.⁴ 

 

Die Folgen für die Jugend sind deutlich: Am 30. September 2025 suchten noch 84.400 junge Menschen weiter nach einem Ausbildungsplatz. Das waren 14.000 beziehungsweise 19,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und der höchste Wert seit 2010.

 

Im Zusammenhang mit dem Generalangriff verschärft sich diese Entwicklung weiter. Bis Juli 2026 hatten kleine und mittelständische Unternehmen und die Monopole  den Arbeitsagenturen und Jobcentern 437.000 Ausbildungsstellen gemeldet – 35.000 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig hatten sich 418.000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, 4000 mehr als im Vorjahr.

 

In den großen industriellen Metallberufen wie Industriemechaniker und Mechatroniker wurden 2025 nur noch rund 25.800 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das waren 9,1 Prozent weniger als 2024. Gegenüber 2019 sank die Zahl sogar um 21,7 Prozent.⁵ Besonders betroffen vom Rückgang der industriellen Ausbildung sind Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie sowie Fahrzeugbauer und Zulieferer.⁶ Allein VW will 800 Ausbildungsplätze vernichten und nur noch 600 Azubis pro Jahr ausbilden. Das entspricht einer Ausbildungsquote von unter 1 Prozent.

Auch mit Studium: keine rosigen Aussichten

2025 waren 48.000 Ingenieure arbeitslos – 20 Prozent mehr als im Vorjahr –, während die Zahl der gemeldeten Ingenieurstellen um weitere 17 Prozent auf 18.000 sank, nachdem sie bereits 2024 um 15 Prozent zurückgegangen war. Der Bestand an IT-Stellen sank 2025 um 22 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2015.⁷ Auch vor der technischen Intelligenz machen die Monopole nicht halt. Studierende oder Azubis, die ein Studium planen, haben also allen Grund, sich den Kämpfen der Arbeiter gegen den Generalangriff anzuschließen.

Kampfeinheit von Jung und Alt herausgefordert

Der Generalangriff von Regierung und Monopolen trifft die Jugend besonders hart – aber gerade deshalb hat die Jugend auch allen Grund, sich an die Spitze des Widerstands zu stellen. Die Kampfeinheit von Jung und Alt ist entscheidend. Wenn ein älterer Arbeiter bzw. eine ältere Arbeiterin seinen bzw. ihren Arbeitsplatz verteidigt, verteidigt er / sie zugleich einen Arbeitsplatz, den morgen ein junger Facharbeiter bzw. eine junge Facharbeiterin übernehmen kann. Wenn Azubis für ihre unbefristete Übernahme kämpfen, kämpfen sie für den Erhalt und Ausbau der Belegschaften. Wenn Arbeiterinnen und Arbeiter gegen Arbeitshetze, längere Arbeitszeiten und Sozialabbau kämpfen, verteidigen sie Errungenschaften, die die Jugend noch ihr ganzes Arbeitsleben brauchen wird.

 

Wir brauchen den gemeinsamen Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz, für die unbefristete Übernahme aller Azubis, gegen Leiharbeit und Befristung, gegen die Verlängerung der Arbeitszeit und für den Erhalt und Ausbau der sozialen Errungenschaften. Mobilisieren wir also zu den Aktionstagen am 21. September und 26. September gezielt in den Gewerkschaftsjugenden, den Lehrwerkstätten, Berufsschulen und Unis.