Bosch-Gesamtbetriebsrat:

Bosch-Gesamtbetriebsrat:

„Gemeinsam die Transformation bewältigen“?

Beim Bosch-Konzern geht seit über einem Jahr der Kampf gegen massive Arbeitsplatzvernichtung. Ein Höhepunkt war die gemeinsame Protestaktion von 25.000 Kollegen in verschiedenen Werken im März.

Der Gesamtbetriebsrat von Bosch schlägt jetzt in einem Positionspapier im Vorfeld der Aktionen am 21. September und 26. September eine „gemeinsame Taskforce aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Gewerkschaft und Politik“ vor. Ziel sei ein EU-weites gemeinsames Vorgehen für die „Transformation in der Automobilindustrie“, vor allem mit Schutzmaßnahmen gegen die Konkurrenz aus China.

 

Wir sollen gemeinsam mit den Konzernspitzen und der Regierung, die Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten und unsere sozialen Rechte angreifen, Lösungen anstreben? Sollen wir auf eine Neuauflage einer konzertierten Aktion setzen?

 

Es geht um einen gnadenlosen Konkurrenzkampf unter milliardenschweren Weltmonopolen, der auf dem Rücken der Arbeiterinnen und Arbeiter ausgetragen wird. Es ist doch der Bosch-Konzern, der jetzt das Werk in Sebnitz nach 30 Jahren schließt und dafür Werke in Ungarn und Tschechien aufbaut, um von den niedrigeren Löhnen innerhalb der EU zu profitieren.

 

Für den absehbaren Wegfall von Bosch-Produktionen durch die Umstellung auf E-Mobilität, wie Dieseleinspritzpumpen, müssen Ersatzproduktionen her. Es ist richtig, wenn in dem Papier des Gesamtbetriebsrats der Klimaschutz betont wird. Und was macht der Bosch-Vorstand? Er kauft sich mal eben für 7,4 Milliarden Euro das Klimaanlagengeschäft von Johnson Controls, um im mit der Hitze wachsenden Klimaanlagengeschäft „in die Champions League aufzusteigen“. So wird die Klimakatastrophe noch zum Geschäft.

 

Die Milliarden dafür wurden aus den Bosch-Beschäftigten herausgepresst, die jetzt ihre Arbeitsplätze verlieren. Wo ist denn da die Gemeinsamkeit?

 

Bei der Protestaktion im März fand der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Frank Sell noch andere Töne: „Die Botschaft ist: Stopp, so geht es nicht weiter. So lassen wir nicht mit uns umgehen. Stoppt diesen wahnsinnigen Personalabbau!“ So müssen wir die Aktionstage angehen.