Südphilippinen

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Endlich Frieden in Südostasiens ältester Konfliktregion?

Die Deutsch-Philippinischen Freunde e.V. haben auf ihrer Webseite unter der Überschrift "Südphilippinen: Endlich Frieden in Südostasiens ältester Konfliktregion?" einen neuen - zweiteiligen - Beitrag des Philippinen- und Südostasien-Experten Dr. Rainer Werning veröffentlicht. Rote Fahne News dokumentiert einen Auszug plus einen Link zur vollständigen Version.

Dr. Rainer Werning

Historische Wurzeln des Konflikts

Der fundamentale Konflikt im islamischen Süden der (von der späteren Kolonialmacht Spanien so getauften) Philippinen hat seine Wurzeln in externem Kolonialismus und interner Kolonisierung. Seit etwa 1380 unserer Zeitrechnung setzte eine relativ friedliche Islamisierung des Gebietes der heutigen Südphilippinen ein. Das Ergebnis waren ausgeprägte hierarchische Strukturen dieser islamischen Gesellschaften – einschließlich Sultanaten – vor dem Advent des spanischen Kolonialismus im 16. Jahrhundert. An deren Spitze stand die dominante Klasse der Aristokratie, der Beamten sowie der Geistlichen und Gelehrten. Auf der untersten sozialen Stufenleiter befanden sich die in militärischen Beutezügen eingefangenen Sklaven, denen eigener Besitz verwehrt blieb. Bis in moderne Zeiten bildete deren Arbeit – eine Verschränkung von Elementen der Sklaverei, Fron-/Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft – Eckpfeiler des Moro-Militärapparates. Diese feudalen Gesellschaften befanden sich im Prozess der Ausweitung des Handels mit angrenzenden Regionen im indonesisch-malaiischen Archipel, der Schifffahrt und exportorientierter Produktion, was als Basis für eine engere Verzahnung von Landbesitz mit erhöhtem Handelskapital hätte führen können. (...)

Neue Kolonialherren

Was die neuen Kolonialherren unter Entwicklung verstanden, verdeutlichten US-Truppenkommandeure auf Mindanao und Sulu im Jahre 1903: „Es wird notwendig sein, nahezu sämtliche Bräuche auszumerzen, welche bislang das Leben (der Moros) auszeichneten. Sie sind ein grundlegend verschiedenes Volk; von uns unterscheiden sie sich in Gedanken, Worten und Taten, und ihre Religion wird eine ernste Hürde bei unseren Bestrebungen darstellen, sie im Sinne des Christentums zu zivilisieren. Solange der Mohammedanismus vorherrscht, kann der angelsächsischen Zivilisation nur mühsam der Weg geebnet werden.“ Als US-Präsident Theodore Roosevelt die „Insurrektion“ am 4. Juli 1902 offiziell für beendet erklärte, hatte buchstäblich ein Zehntel der damals etwa sechs Millionen Einwohner zählenden philippinischen Bevölkerung gewaltsam den Tod gefunden. (...)

Antiimperialistische Liga protestiert

Scharfe Proteste gegen den Krieg in den Philippinen hagelte es seitens der in den Vereinigten Staaten rührigen Antiimperialistischen Liga der USA. Deren Vizepräsident war von 1901 bis zu seinem Tode 1910 der mittlerweile berühmte Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Wiederholt begründete er seine Haltung auf öffentlichen Veranstaltungen mit den Worten: „Noch vor einem Jahr war ich kein Antiimperialist. Ich dachte, es sei eine großartige Sache, den Filipinos ein großes Stück an Freiheit zu geben. Heute allerdings glaube ich, es ist besser, dass die Filipinos selbst darum kümmern.“ Stets betonte Mark Twain, er sei dagegen, dass der amerikanische Adler seine Krallen auf fremdes Territorium setzt. (...)

 

Rainer Werning, Südphilippinen, Endlich Frieden .. Teil I

Rainer Werning, Südphilippinen, Endlich Frieden .. Teil II