Israel
Hetzjagd gegen die Regisseure des Dokumentarfilms "Naza"
Je mehr Israel und sein Regierungschef im Land und international unter Druck geraten, desto abscheulicher und aggressiver agieren die Zionisten - mit systematischem Landraub im Westjordanland, mit fortgesetztem Genozid im Gaza und mit einer konzertierten Hetzkampagne gegen die Regisseure des Dokumentarfilms "Naza".
Das Biennale-Publikum in Venedig hat bei der Präsentation des Dokumentarfilms "Naza" mit 25-minütigen Standing Ovations seine Solidarität mit den zivilen Opfern der faschistischen israelischen Kriegsführung und seinen Respekt gegenüber den mutigen Filmemachern ausgedrückt (Rote Fahne News berichtete). Der israelische Staat geht mit einer regelrechten Hasskampagne und härtester Repression gegen die Regisseurin Rachel Szor und den Regisseur Yuval Abraham vor. Wären die beiden Palästinenser, müssten sie mit der Todesstrafe rechnen. Auch die anonymen Zeugen, die im Film über Kriegsverbrechen der israelischen Armee berichten, werden mit massiver Verfolgung bedroht.
Am Mittwochabend wurde im israelischen Fernsehen ein Video ausgestrahlt, in dem Netanjahu ankündigte, als Antwort auf den Film zwei Gesetze durchbringen zu wollen. Zum einen die Aufhebung der israelischen Staatsbürgerschaft für jene, die das israelische Militär "diffamieren". Darunter versteht Netanjahu jedes wahre Wort über die Kriegsverbrechen der israelischen Armee gegen das palästinensische Volk. Ein zweites Gesetz solle diese Menschen, Vaterlandsverräter in der Sprache von Netanjahu, finanziell treffen. "Verleumdung" der israelischen Armee wird mit einer 20 Mal so hohen Geldstrafe geahndet wie sonstige Verleumdung. Von allen Knesset-Fraktionen, die die "zionistische Idee" hochhalten, erwartet der Regierungschef bedingungslose Zustimmung zu den Gesetzesvorhaben.
Generalstabschef Eyal Zamir hat eine organisationsübergreifende Taskforce eingerichtet, die die juristische und propagandistische Verfolgung von Abraham und Szor koordiniert. Es soll strafrechtliche Ermittlungen und Gerichtsverfahren geben inklusive möglicher Entschädigungsforderungen. Außerdem wird mit Zivilklagen von Soldaten gerechnet, die sich als Angehörige des Militärs durch die Vorwürfe »beleidigt fühlen«. Der Film sei »ein gefährlicher Versuch, uns der Legitimität der Selbstverteidigung gegen unsere schlimmsten Feinde zu berauben«, und stelle damit »eine echte Gefahr für Soldaten und Kommandeure der Israelischen Streitkräfte« dar. »Mit einem solchen Versuch konfrontiert, müssen wir entschlossen handeln und alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente einsetzen: rechtliche Mittel, Befehlsgewalt und öffentliche Diplomatie«, so der Armeechef.
Mit "öffentlciher Diplomatie" ist die israelische Propaganda gemeint, auch im Ausland. Sie reicht von der Massenbeeinflussung bis zur direkten persönlichen »Bearbeitung« von Politikern, Medienleuten und anderen wichtigen Influencern. Es gibt für diese Art der psychologischen Kriegsführung einen eigenen Begriff, "Hasbara" (siehe auch Maßlose zionistische Attacken des Benjamin Weinthal: Verbaler Amoklauf gegen MLPD, Courage und andere). Israelische Medien berichteten, dass in allen wichtigen Abteilungen der Regierung »intensive Sitzungen« stattgefunden hätten, »um eine Antwort auf den Film zu formulieren«. Die israelischen Botschafter im Ausland sind mit »Talking Points«, das sind Anleitungen zur Gesprächsführung, ausgestattet worden. Dies meldete der Privatsender Channel 12.
In Israel polarisiert die Auseinandersetzung. Unmittelbar nach dem Start der Hetzkampagne und der angedrohten Repressionen entwickelte sich eine breite Solidaritätsbewegung. 43 Menschenrechts- und weitere fortschrittliche Organisationen haben eine Solidaritätserklärung veröffentlicht. Aber es gibt auch faschistoide Morddrohungen. Vor dem Haus der Eltern von Rachel Szor schworen ca. 40 faschistisch verhetzte Israelis Rache für die Enthüllungen des Films.