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Briefwechsel zur Diskussion über das Lied „Keine Angst“ von Danger Dan

Im Rahmen der Diskussion um die Berichterstattung zur Zensur des Lieds „Keine Angst“ von Danger Dan durch das ZDF auf Rote Fahne News erhielt die Redaktion den folgenden Leserbrief eines Lesers aus Köln, den sie in Auszügen wiedergibt. Darauf folgen Auszüge der Antwort der Redaktion.

Hier der Brief des Lesers (Auszüge)

Am 28. Juli erschien ein berechtigter kritischer Leserbrief zur faktischen Solidarisierung von Rote Fahne News mit dem Zionisten Danger Dan nach seiner Ausladung durch das ZDF. Am 30. Juli antwortete die Rote Fahne Redaktion im Wesentlichen mit einer Rechtfertigung ihres Vorgehens. (...) Die Antwort der Redaktion ist zwar mit der richtigen Überschrift „Keine Solidarität mit Danger Dan, aber Kritik an der Zensur“ versehen, lässt uns dann aber wissen, man dürfe die Frage, ob Danger Dan Zionist und Antideutscher sei, „nicht zur Hauptseite“ machen.

 

Der Zionismus ist die Ideologie hinter dem Völkermord an den Palästinensern. Der Genozid leugnende Song „Europa im Oktober“ (sic!, der Song heißt „Oktober in Europa“) unterstreicht, dass man Danger Dan und seine Band Antilopen-Gang als Unterstützer des israelischen Völkermords und als Zio-Rassisten bezeichnen muss. Die „Antideutschen“ sind keine Antifaschisten, sie benutzen nur hinterhältig und verlogen den Kampf gegen die AfD als Vehikel, um eine andere Form von Rassismus und Faschismus zu stärken und unter die Jugend zu tragen. Sie müssen deshalb bekämpft werden, und jede Zusammenarbeit oder Solidarisierung mit ihnen ist objektiv nur eine neue Form von Querfront-Politik. ...

 

Wozu der Eiertanz der Roten Fahne Redaktion, Danger Dans Anteil am volksverhetzenden Song „Oktober in Europa“ (sic!) sei nicht bekannt? ... Die Rote Fahne-Redaktion übernimmt am 17. Juli die Behauptung der liberalen Bourgeoisie und ihrer Presse, es ginge um „einen Fall von Zensur gegen antifaschistisch eingestellte Künstler“. Sie versteckt sich dann etwas hinter der „Dokumentation“ von Stellungnahmen anderer Organisationen, die durch die kritiklose Wiedergabe aber faktisch unterstützt werden. ...

 

Beim Linken Forum handelt es sich ganz klar um ehrliche und seit langem aktive Antifaschisten, wofür ihnen großer Respekt gebührt. In diesem Fall sind sie aber leider auch dem bürgerlichen und antideutschen Täuschungsmanöver aufgesessen, wenn die ersten beiden Abschnitte eine regelrechte Lobhudelei auf die „mutigen“ Zionisten enthalten, die „uns zeigten, wie dieser Widerstand zu organisieren sei“.  ...

Hier die Antwort der Roten Fahne Redaktion (Auszüge)

… Ich stimme deiner Kritik in der Hinsicht zu, dass wir auf Rote Fahne News zu Beginn der Debatte davor ausgewichen sind, uns einen eigenen Standpunkt zu verschaffen, und stattdessen einseitig Veröffentlichungen anderer Organisationen zitierten, wodurch kleinbürgerliche Einflüsse in der Beurteilung von Danger Dan und des Lieds entstanden. Das bestand erstens darin, Danger Dan pauschal als Antifaschisten zu bezeichnen, obwohl er zumindest in der Vergangenheit antideutsche Positionen vertreten hat. Und zweitens waren die Artikel zu dem Lied tendenziell unkritisch, weil sie den anarchistischen Antifaschismus nicht problematisierten. Die Rote Fahne Redaktion war nicht differenziert an die Beurteilung herangegangen.

 

Deine Kritik an der Antwort vom 30. Juli ist berechtigt. ... Die Antwort wiederholt im Grunde den Standpunkt aus dem Linken Forum und greift die Kritiken nicht richtig auf. Darüber haben wir eine kritisch-selbstkritische Auseinandersetzung geführt.
Der am 1. August veröffentlichte „Leserbrief“ geht kritisch auf die Antwort vom Vortag ein. Dort heißt es: „Es war wichtig, dass die Leserin in ihrem Beitrag ‚Uneingeschränkte Solidarität mit Antideutschen?‘ vom 28. Juni darauf hingewiesen hat, dass Danger Dan die antideutsche Richtung unterstützt. Mit seiner Solidarität mit dem zionistischen Israel stellt er sich außerhalb der fortschrittlichen Bewegung.
Das Lied „Keine Angst“ von Danger Dan selbst ist nicht antideutsch. Es ist antifaschistisch – allerdings im Sinne eines anarchistischen Antifaschismus. Deshalb greift die Kritik viel zu kurz, wenn es ... auf Rote Fahne News hieß: „Allerdings erklärt die Stellungnahme des Linken Forums ausdrücklich, dass die in dem Lied beschriebene antifaschistische Arbeit nicht genügt und dass wir eine breite Einheitsfront gegen den Faschismus brauchen.“
Der Song reicht nicht nur nicht aus. Er lehnt ausdrücklich alle Parteien und größeren Organisationen ab – genau die Formen, die für einen antifaschistischen Massenwiderstand und systematische Aufklärungsarbeit notwendig sind. Stattdessen orientiert er sich einseitig an personifizierten Auseinandersetzungen mit einzelnen Faschisten...
Solidarität gegen die Zensur ist richtig. Den Inhalt des Liedes muss man aber viel kritischer sehen, weil es einem wirksamen antifaschistischen Kampf einen Bärendienst erweist.“
Dass die Zensur gegen das Lied kritisiert werden muss, ist weiterhin richtig. ... Schon in der Vergangenheit gab es Zensur bei Danger Dan, wenn er sich gerade antifaschistisch positionierte.
Antideutsche Positionen wie die von Danger Dan wurden und werden auf Rote Fahne News immer wieder kritisiert. Dass die zitierten Stellungnahmen von Ver.di und dem Linken Forum wiedergegeben wurden, ist an sich nicht falsch, aber sie hätten kritisch und mit einer eigenständigen Position von uns eingeordnet werden müssen. . ...

 

Herzliche Grüße
Matthias Sauter