Proud to be a Docker
Auf zum internationalen Hafenarbeiteraktionstag am 30. Oktober!
Die Hafenarbeiter gehören weltweit zum bedeutendsten Teil des internationalen Industrieproletariats. Über 80% aller Handelsgüter werden über Häfen ausgetauscht. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung bekommen die Häfen in wachsendem Umfang eine politische: Für die Kriege der Imperialisten werden Waffen in den Häfen umgeschlagen, ebenso ein Teil der Truppentransporte.
Ihre Stärke bei einem internationalen Zusammenschluss zeigten die europäischen Hafenarbeiter im Januar 2006, als sie europaweit mit einem Streik die EU-Richtlinie Port Package II zu Fall brachten. Der Spruch „Proud to be a docker“ drückte den Stolz der Kollegen aus.
Inzwischen entwickelt sich eine neue Qualität des gemeinsamen Kampfes. Nach einem Aufruf von fünf südeuropäischen Gewerkschaften wurden am 6. Februar 2026 21 Häfen in sechs Ländern bestreikt oder es wurden dort Solidaritätsaktionen durchgeführt. Der Tag stand unter dem Motto „Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“. Insbesondere wurden in Italien und Griechenland Waffenlieferungen an Israel blockiert – nicht das erste Mal.
In den Niederlanden streikten am 4. September 2026 die Hafenarbeiter erstmals seit 2005 in allen niederländischen Häfen gemeinsam – gegen die Planungen der Regierung zur Kürzung von 10 Mrd € bei sozialen Rechten und Erhöhung des Kriegsbudgets um 19 Mrd €. Das war ein politischer Streik. Nicht ganz zufällig streikten am selben Tag nach einem Aufruf von Ver.di Hafenarbeiter in allen deutschen Nordseehäfen für eine Tariflohnerhöhung von 8,2% auf ein Jahr. Die MLPD ist seit vielen Jahren Teil des Kampfs der Hafenarbeiter und sie nahm selbstverständlich auch bei der Demonstration im Hamburger Hafen teil, die kürzlich stattfand. Die Einschätzung der MLPD von einer vorrevolutionären Gärung bestätigt sich auch in der Entwicklung von weltweiten Kämpfen der Hafenarbeiter.
Aufruf von sieben Gewerkschaften zum Aktionstag am 30. Oktober
Im Mai 2026 trafen sich erneut die Gewerkschaften aus dem Mittelmeerraum, dieses Mal in Istanbul: ENEDEP (Griechenland), LAB (Baskenland), Liman-Is (Türkei), ODT (Marokko), USB (Italien), inzwischen ergänzt durch CGT Ports and Docks (Frankreich) und ORSA Porti (Italien). Sie rufen für Freitag, 30. Oktober, auf zu einem Internationalen Aktionstag der Hafenarbeiter „Gegen Krieg und Militarisierung – Keine Deregulierung! Keine Automatisierung! Häfen für den Frieden. Jobs mit Würde.“An ers
ter Stelle steht die Forderung: „Sofortiges Ende des Völkermords am palästinensischen Volk und die Anerkennung eines unabhängigen palästinensischen Staates“. Sie fordern „ein Ende der US-israelischen Angriffskriege in Westasien und gegen den Iran und volle Solidarität mit den Völkern Kubas, Venezuelas und Sudans“. Und sie fordern: „Häfen dürfen nicht für den Transport von Waffen, Munition, militärischer Ausrüstung oder Truppen für Kriegsgebiete verwendet werden.“
Letzteres wünschen sich die Arbeiterklasse und Volksmassen auf jeden Fall, aber ohne die revolutionäre Überwindung der imperialistischen Herrschaft und Errichtung des Sozialismus wird das nicht zu machen sein.
Eine Stärke hat der Aufruf, indem er die deutlichen politischen Forderungen verbindet mit den materiellen Forderungen der Hafenarbeiter nach „Reallohnerhöhungen“, „reduzierten Arbeitszeiten und fairer Altersversorgung.“ Diskussionen wird es sicher geben zur Aussage „Hafenarbeiter sagen NEIN zur Automatisierung“. Die Produktivkräfte entwickeln sich stetig weiter. Kein Hafenarbeiter würde heute noch wie im letzten Jahrhundert Kisten und Säcke auf seiner Schulter verladen anstatt über computergesteuerte Containerverladung.
Im Kapitalismus geht dieser technische Fortschritt zulasten der Arbeiter. Heute werden Containerbrücken schon ferngesteuert aus Büros bedient. In Rotterdam sollen sie schon parallel zwei Containerbrücken bedienen. Die „überflüssigen“ Arbeiter verlieren ihre Arbeit. Im Kampf dagegen ist die Arbeitereinheit für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich gefordert. Die Automatisierung muss zur Erleichterung der Arbeit und Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern genutzt werden, statt zur Arbeitslosigkeit!
Stellen wir uns vor, dass die Hafenarbeiter im Sozialismus über die Containerbrücken und Hafenkanten bestimmen. Sie werden mit Begeisterung Güter im Sinne der Völkerfreundschaft verladen und entladen, den technischen Fortschritt nutzen und ihre Gesundheit erhalten.
Der Aufruf der 7 Gewerkschaften ist im Kern unterstützenswert. Die Streiks und Aktionen können die Arbeiteroffensive und internationale Arbeitereinheit voranbringen. Am Aktionstag sollten Hafenarbeiter in allen Häfen Initiativen gegen die Militarisierung entfalten, ebenso Werktätige aus anderen Branchen Solidaritätsaktionen.
Die MLPD steht voll an ihrer Seite.