Gelsenkirchen

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Großes Interesse an der Präsentation des neuen Buchs "Die Lehre von der Denkweise"

Heute fand die lang erwartete Vorstellung des Buchs "Die Lehre von der Denkweise" mit den Autoren Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner statt. Schon vor der Veranstaltung war die Spannung deutlich spürbar. Der Kultursaal in der Horster Mitte in Gelsenkirchen war brechend voll.

Großes Interesse an der Präsentation des neuen Buchs "Die Lehre von der Denkweise"
(rf-foto)

Die Kölner Band Gehörwäsche begrüßte die Teilnehmer mit dem Lied „Es ist an der Zeit“.

 

Stefan Engel, Leiter der Redaktion Revolutionärer Weg und gelernter Schlosser, stellte klar: „Mit der Lehre von der Denkweise in der Gesellschaft können zweifellos heute viele noch nicht viel anfangen, obwohl sie tagtäglich einer systematischen Manipulation der öffentlichen Meinung und damit ihres Denkens, Fühlens und Handelns ausgesetzt sind.“ 1996 befasste sich ein Revolutionärer Weg zum ersten Mal mit der Frage der Denkweise und richtete die Arbeit der Partei auf dieser Grundlage aus. Das wurde in der linken Bewegung nicht verstanden und kritisiert. Stefan führte aus, dass die Partei wichtige Erfahrungen auf der Grundlage dieser Lehre machen konnte. Diese werden im neuen Buch ausgewertet und auf eine höhere Stufe gehoben. Grundlegend ist die Beweglichkeit und Veränderlichkeit der Denkweise, die als Kampf um die proletarische Denkweise gegen die kleinbürgerliche Denkweise mit der dialektischen Methode geführt werden muss.

 

Das neue Buch enthält auch ein wichtiges Kapitel über die Führung des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion unter Stalin. Zeitweilig waren bürokratische Methoden vorgedrungen, die auch für Verbrechen verantwortlich waren. In der Analyse stützt sich der neue Revolutionäre Weg, nicht auf antikommunistische bürgerliche Berichte, die es zuhauf gibt. Es wurden nur streng wissenschaftlich Original-Dokumente aus Archiven ausgewertet. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass Stalin und die politische Führung Ende 1937 eine Kehrwende einleiteten. Das ergibt ein differenziertes Bild von der Verantwortung von Stalin. „Die Unterscheidung zwischen ›höchster persönlicher politischer Verantwortung von Stalin‹ und ›kein Nachweis der persönlichen Verantwortlichkeit für konkrete Exzesse‹ ist wichtig, um nicht der antikommunistischen Pauschalisierung, Dämonisierung und Personifizierung der Probleme und Fokussierung auf Stalins Person auf den Leim zu gehen", zitierte Stefan Engel aus dem neuen Revolutionären Weg.

 

Im aktuellen Niedergang des imperialistischen Weltsystems können die Regierenden nicht mehr in der gewohnten Weise herrschen und die Massen wollen nicht in der kapitalistischen Barbarei untergehen. Daher entwickelt sich ein weltweiter vorrevolutionärer Gärungsprozess. So wächst der antifaschistische Kampf. Es kommt zum Erwachen des Klassenbewusstsein auf breiter Front im Weltmaßstab. Die Bewegung zum Schutz der natürlichen Umwelt belebt sich wieder. „Das ruft nach Sozialismus“, betont Stefan.

 

Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD, führte weiter aus, dass das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt die akute Gefahr des Faschismus zeigte. Darin drückt sich die strategisch bedeutsame Frage aus: Lassen sich die Massen von der Demagogie des modernen Faschismus einfangen oder erkennen sie die revolutionäre Alternative als die richtige Antwort auf ihre Unzufriedenheit, ihren Vertrauensverlust in die seitherigen bürgerlichen Parteien?“ Der moderne Faschismus bedient sich dabei proletarischer Gefühle und und von Elementen der proletarischen Denkweise, um die Massen zu beeinflussen. Darum führten wir den Kampf um die Denkweise bei den Hausbesuchen und Infoständen immer mit neuen restlos überzeugenden Argumenten. Das wurden richtige Massenauseinandersetzungen im Kampf um die Denkweise. In der Auseinandersetzung unter den Arbeitern ist das Klassenbewusstsein auf breiter Front erwacht und es entbrennt nun der Kampf um die Denkweise auf neuer Stufe.

 

Monika Gärtner-Engel sprach zur Jugendarbeit: "Es geht darum, unter einer Masse von Jugendlichen und schon ausgehend vom Kindesalter die proletarische Denkweise zu prägen. […] Wie ein afrikanisches Sprichwort so schön sagt: 'Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen'. In diesem Sinne müssen wir uns noch auf viel mehr Leute stützen, denen die Zukunft der Jugend und der Kinder ein so großes Anliegen ist.“

 

Ein weiterer Kulminationspunkt ist im Kampf um die Denkweise die nicht mehr nur „begonnene“, sondern inzwischen fortschreitende globale Umweltkatastrophe. „Im Prozess des erwachenden Umweltbewusstseins ›… muss der Hauptstoß des weltanschaulichen Kampfs gegen die reaktionären bis faschistischen Leugner der globalen Umweltkrise gerichtet werden.‹ Auf der Stufe des sich entwickelnden Umweltbewusstseins rückt vor allem die Diskussion über den notwendigen gesellschaftsverändernden Charakter des Kampfs ins Zentrum. Das erfordert eine überzeugende Auseinandersetzung mit der kleinbürgerlich-ökologistischen Denkweise«. (Aus dem Revolutionärer Weg 40 „Lehre von der Denkweise“ S. 141/142).

 

Dieser entfaltete und sich ständig verändernde Kampf der proletarischen Denkweise gegen die kleinbürgerliche Denkweise erfordert ein festes ideologisch-politisches Fundament, die Beherrschung der dialektischen Methode und vor allem den proletarischen Ehrgeiz, sich das zu erobern, wie Stefan betonte. Ganz wichtig ist es, dass die Menschen sich organisieren. Nur in der organisierten Zusammenarbeit kann die Überlegenheit der proletarischen über die kleinbürgerliche Denkweise hergestellt werden. Dazu müssn wir natürlich den Parteiaufbau voranbringen. Aber gleichzeitig müssen große und starke überparteiliche Selbstorganisationen der Massen entstehen, in denen mit den Marxisten-Leninisten vielfältige gemeinsame Kampferfahrungen gemacht und verarbeitet werden.

 

Gabi Fechtner betonte, wir gehen das an, mit der Kritik-Selbstkritik Kampagne, die die MLPD mit dem XII. Parteitag beschlossen hat. In der Kampagne geht es darum, die Ergebnisse des XII. Parteitags und den Revolutionären Wegs „Lehre von der Denkweise“ anzueignen, umzusetzen und zu verbreiten.

 

In der Diskussion kamen aus verschiedenen Lebensbereichen Redebeiträge vor, die den Kampf um die Denkweise vom Betrieb bis in den Kindergarten widerspiegelte.

Stimmen zur Veranstaltung

„Wichtig war für mich die Frage der Fehler-Korrektur. Man muss dialektisch untersuchen, um welche Art Fehler es sich handelt: war es Unerfahrenheit oder kommt es aus dem Einfluss der kleinbürgerlichen Denkweise. Daraus folgt, wie man mit den Fehlern umgehen muss.“ (Rebellin)

 

„Es wurde sehr deutlich, dass die Frage der Denkweise das gesamte Leben betrifft und dass man das dialektische behandeln muss.“ (Courage-Frau)

 

„Nachhaltig mit der kleinbürgerlichen Denkweise fertig zu werden, geht nur, wenn man organisiert arbeitet. Stefan sagte, man muss auch üben, wie man der proletarischen Denkweise, dem Klassenstandpunkt zum Durchbruch verhilft, Theorie und Praxis müssen zusammenkommen.“ (Genosse aus Hannover)

 

Es ist notwendig, sich an die Jugend zu wenden. Es ist richtig, zu kritisieren, wenn einer sagt, dass er dafür zu alt sei. dass man dafür nicht zu alt ist.“ (Stimme aus NRW).