Israel

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Netanjahu will Zeitung Haaretz verklagen

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu geht gegen die Tageszeitung »Haaretz« vor.

Von gis

Das Blatt hat einen Bericht zweier Journalisten veröffentlicht, wonach Netenjahu vor dem Hamas-Massaker am 7. Oktober von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt worden sei. Es habe zwischen Anfang September und dem 7. Oktober 2023 kein Gespräch zwischen ihm und Mohamed bin Zayed gegeben, gab Netanyahu weiter an. Sein Büro hatte den Bericht bereits zuvor dementiert. Laut dem Bericht rief der emiratische Präsident Mohamed bin Zayed den israelischen Ministerpräsidenten eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober 2023 aus dem Präsidentenpalast in Abu Dhabi an. In Palästina, in Israel und weiteren Ländern glaubt man ihm nicht. 

 

Schon seit geraumer Zeit wurden immer wieder Fragen laut: "Was wusste Netanjahu?" 

 

Auf Rote Fahne News fragten wir am 17. Januar 2026: "Quatargate und die Frage, wer über die Ereignisse des 7. Oktobers etwas zu verbergen hat": 

 

Am 21. Dezember 2025 berichtet Haaretz, dass ein Zusammenschluss von Angehörigen der Geiseln, die in den Händen der Hamas waren, protestiert: Was soll das für eine Untersuchungskommission sein, von Netanjahus Gnaden, die den 7. Oktober 2023 untersuchen soll?

 

Der israelische Ministerrat erlässt eine Verordnung, die der Regierung die Entscheidung über Zusammensetzung und Mandat der Untersuchungskommission überlässt. Netanjahu erklärt dreist, er werde die Proteste der Bevölkerung gegen die sogenannte Justizreform untersuchen lassen. Er will also den Spieß umdrehen und die Sache zum Instrument gegen oppositionellen Bestrebungen machen. Ein Generalstaatsanwalt erklärt, dass dies gegen die Prinzipien einer unabhängigen und professionellen Untersuchung gerichtet sei. Das Oktober-Komitee fordert vor Netanjahus Amtssitz eine unabhängige Untersuchung – alles andere bedeutet, „der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen“.

 

Am 24. Dezember billigte das israelische Parlament Knesset die Regierungsvorlage zur Einrichtung der regierungsamtlichen Untersuchungskommission mit 53 zu 48 Stimmen. Die Geiselangehörigen protestierten von der Besuchertribüne herab: „Schande“, „Die zu Untersuchenden können nicht die Untersucher ernennen“. Das Komitee der Familien der Betroffenen erklärt, dass eine „Regierung, die nach einem Massaker ein Gesetz zur Vertuschung erlässt, nicht legitimiert ist.“ Die Regierung erklärt, dass N. nichts mit der Quatergate-Affäre zu tun habe.

 

Netanjahu jedoch habe selbst nichts gewusst. Er sei ein zionistischer Patriot. Laut Bennett zeigen die Enthüllungen, dass die höchste israelische Regierungsstelle mitten im Krieg von dem arabisch-islamistischen terroristischen Staat Quatar mittels dreckigem Geld gesteuert worden ist. Das Oktoberkomitee protestiert weiter gegen den Einsatz der Untersuchungskommission von Netanjahus Gnaden: "Wir wollen die ganze Wahrheit wissen und nicht Teilwahrheiten und Lügen."

 

Am 2. Januar 2026 berichtet die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth, dass Israel genau einen Monat vor dem 7. Oktober Quatar aufgefordert habe, die Zahlungen an die Hamas zu erhöhen. Die Aufforderung sei erfolgt, nachdem die Hamas schon mit militärischer Zuspitzung gedroht hatte. Dies sei den Spitzen von Geheimdienst und anderen Institutionen bekannt gewesen. Die Hamas suche Stabilität, ließen Vertreter Israels verlautbaren. Die katarischen Gelder von Israels Gnaden ließ die Hamas in ihren militärischen Flügel einleiten. Seit März 2022 sollen es 4 Millionen Dollar gewesen sein.

 

Am 6. Januar berichtet Haaretz, dass die Knesset Angehörige ehemaliger Geiseln zu einem Empfang eingeladen hat. Ein Forum der Betroffenen findet heraus, dass nur bestimmte Leute zum erlauchten Kreis gehörten - nämlich solche, die loyal zu Netanjahu eingestellt sind. Faschist Smotrich erklärt: „Es ist legitim, bestimmte Personen und Organisationen herauszuheben, die in unseren Augen auf der richtigen Seite stehen.“ Der Zusammenschluss der Betroffenen stellt fest, dass die große Mehrheit ausgeschlossen wurde, um die Fehler zum 7. Oktober vertuschen.

 

Immer mehr deutet darauf hin, dass die faschistische Regierung Israels die Vorgänge vor dem 7. Oktober und ihre Rolle dabei vertuscht. Eine These drängt sich auf: Hat die Regierung den 7. Oktober provoziert oder zumindest geduldet? Möglicherweise nicht in dem Ausmaß, den das Massaker angenommen hat - aber doch, um einen Vorwand für den Krieg zur Verwirklichung von Großisrael zu schaffen? Dieser Krieg hat unendliches Leid über die Menschen im Gaza gebracht! Auch viele Israelis waren und sind von den Kriegs- und Krisenlasten betroffen, besonders von dem Massaker am 7. Oktober. Dass ein Geheimdienst wie der Mossad, der auf der ganzen Welt späht und mordet, die Vorbereitung des 7. Oktober nicht mitbekommen hat, ist unwahrscheinlich; auch wenn die direkten Beweise noch nicht vorliegen. Möglicherweise werden sie jetzt handfest.

 

Die Forderung nach einer wirklich unabhängingen Untersuchung ist mehr als berechtigt!