Da halten wir es doch lieber mit Goethe ...
Kunst und Patriotismus?
Zu den bedrohlichen Ankündigungen der AfD gehört die Streichung aller Fördermittel für kulturelle Einrichtungen, die „nicht patriotisch“ ausgerichtet sind.
Zu „patriotischer“ Kunst und Kultur, die künftig den Schulkindern nach dem Absingen der Nationalhymne von den Blauen eingetrichtert werden soll, zählen sie Texte von Goethe, Schiller und überhaupt deutschen Künstlern und Schriftstellern.
Pech aber auch. Johann Wolfgang Goethe schrieb schon 1829, also vor fast 200 Jahren, in seinem Roman „Wilhelm Meisters Wanderjahre“:
Es gibt keine patriotische Kunst
und keine patriotische Wissenschaft.
Beide gehören, wie alles hohe Gute, der ganzen Welt an,
und können nur durch allgemeine freie Wechselwirkung aller zugleich Lebenden,
in steter Rücksicht auf das,
was uns vom Vergangenen übrig und bekannt ist,
gefördert werden.
Beim rebellischen Schiller ließe sich gewiss auch Internationalistisches finden, das dem Kulturverständnis der völkisch-nationalistischen AfD Hohn spricht.