Nepal

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Die jetzige Katastrophe ist noch größer als die Zerstörungen durch die Sturzflut

Die Sturzflut vom 26. August in Nepal hat Hunderte getötet und ein ganzes Tal noch viel schlimmer verwüstet als bei uns in Deutschland 2021 durch die Flut im Ahrtal.

Korrespondenz aus Meinerzhagen

Das betroffene Tal in Nepal, von der Hauptstadt Kathmandu aus relativ leicht erreichbar, war auch der beliebteste Ausgangspunkt für Touristen zu mittelschweren Bergwanderungen. Das Langtang-Tal und Gosainkunda werden nun für lange Zeit unzugänglich sein. Touristen werden abgeschreckt sein, Nepal zu besuchen.

 

Jeder sechste Nepalese muss im Ausland den Lebensunterhalt seiner Familie verdienen. Der Tourismus ist im armen Nepal aber neben den Rücküberweisungen von Arbeitsmigranten und der Landwirtschaft die drittwichtigste Einnahmequelle. Nicht nur für den Staat selbst - angefangen bei der staatlichen Fluggesellschaft, über Visa- und Trekkinggebühren usw. - sowie für Hotels, Restaurants und im Transportwesen, sondern auch für viele einfache Nepalesen. Als Bergführer, Träger, und Angestellte in Lodges verdienen sie den Hauptteil des Familieneinkommens. Schon in den Corona-Monaten gerieten viele Familien in Not, weil die Zahl der Touristen einbrach. Nicht zu vergessen: Ohne die Spenden von Touristen können manche Schulen und Krankenstationen in den Bergdörfern nicht überleben.


Das Aufräumen im Rasuwa-Gebiet und die Wiederherstellung der zerstörten Brücken, Straßen, Elektroversorgung, der Bau von Notunterkünften und Schulen etc. kosten nicht nur viel Geld. Erste staatliche Schätzungen sprechen von vier bis fünf Milliarden US-Dollar – bei einem Staatshaushalt 2026/27 von gerade einmal 14 Milliarden Dollar. Es bindet auch Arbeitskraft, Bagger, LkWs, die andernorts fehlen werden. Wie lange wird der Wiederaufbau dauern, wenn schon in Deutschland nach fünf Jahren im Ahrtal nicht alles repariert ist?

 

Die Unterbrechung der wichtigen Handelsroute zwischen Nepal und China führt nicht nur zum Ausfall von Importen und Exporten, sondern führt auch zu erhöhten Transportkosten „auf den Umwegen“ und in der Folge zu Preissteigerungen auch für private Haushalte.


In Rasuwa wurden acht Wasserkraftwerke völlig zerstört. Damit entgehen nicht nur Einnahmen für den Staat aus dem Verkauf von Strom - auch ins Ausland, sondern sehr wahrscheinlich muss im Winter Strom für den Inlandsverbrauch zugekauft werden.


Neben diesen materiellen Schäden werden psychologische Folgen lange wirken: Die Bevölkerung ist aktuell im Schock. Das beliebte Teej-Fest wird dieses Jahr ausfallen. Die Angst vor weiteren Umweltkatastrophen ist riesengroß.


Das „kleine“ Nepal wird schon länger von den imperialistischen Nachbarländern China und Indien immer abhängiger und hilfloser gemacht. Kürzlich haben die USA in Nepal eine Marionettenregierung eingesetzt, auf die gestützt Tibet angegriffen, der Dalai Lama dort wieder eingesetzt und China attackiert werden soll. Und mit dieser Sturzflut-Katastrophe wird Nepal noch weiter zurückgeworfen.

 

Umso wichtiger wird die Arbeit der Kommunistischen Partei Nepals (Mashal) und weiterer Volksorganisationen. Sie mobilisieren die Massen unermüdlich für den Kampf um Selbstbestimmung und entfalten ihre Initiativen – auch im Kampf gegen die Folgen solcher Umweltkatastrophen.

 

Koordiniert mit Partnerinnen der „Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen“ aus der Katastrophenregion kann gespendet werden über das Konto von

 

Solidarität International IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84 Stichwort: Sturzflut Nepal

 

Sie werden in den nächsten Tagen direkt in betroffene Gebiete fahren und werden dann ein konkretes frauen- und kinderbezogenes Projekt zum Wiederaufbau vorschlagen. Dazu wird in den nächsten Tagen noch ein gemeinsamer Aufruf erscheinen.