Sozialismus
Am 9. September vor 50 Jahren starb Mao Zedong
Wer war Mao Zedong, der bis heute unter vielen Menschen großes Ansehen genießt und der zu den von den Antikommunisten aller Schattierungen am meisten gehassten und verleumdeten Menschen gehört?
Selbstzeugnisse über die Anfänge seiner politischen Tätigkeit gegenüber dem Journalisten Edgar Snow
Im Winter 1920 begann ich zum ersten Male, Arbeiter politisch zu organisieren und fing an, mich vom Einfluss marxistischer Theorie und der Geschichte der Russischen Revolution leiten zu lassen. Während meines zweiten Besuchs in Peking hatte ich viel über die Ereignisse in Russland gelesen und eifrig das wenige aufgespürt, was es damals an kommunistischer Literatur in Chinesisch gab. Besonders drei Bücher hatten tiefe Spuren in mir hinterlassen und einen Glauben an den Marxismus aufgebaut, in dem ich, nachdem ich ihn einmal als richtige Interpretation der Geschichte akzeptiert hatte, später nicht mehr schwankend wurde.
Dazu gehörte das Kommunistische Manifest
Roter Stern über China, Seite 157
Im Mai 1922 hatte die Partei in Hunan, deren Sekretär ich damals war, schon mehr als zwanzig Gewerkschaften bei den Bergarbeitern, Bahnarbeitern, städtischen Angestellten, Druckern und Arbeitern in der staatlichen Münze organisiert. In diesem Winter begann eine lebhafte Gewerkschaftsbewegung. Die Arbeit der Kommunistischen Partei konzentrierte sich hauptsächlich auf Studenten und Arbeiter; um die Bauern kümmerte man sich sehr wenig. Die meisten großen Bergwerke und fast alle Studenten waren organisiert. (ebd. Seite 161)
Früher hatte ich das Ausmaß des Klassenkampfes unter der Landbevölkerung nicht voll erkannt; aber nach dem Zwischenfall vom 30. Mai 1925 und während der großen Welle politischer Aktivität, die ihm folgte, wurde die hunanesische Bauernschaft sehr militant. Ich verließ mein Zuhause, wo ich mich ausgeruht hatte, und begann eine Organisationskampagne auf dem Land. In ein paar Monaten hatten wir über zwanzig Bauernverbände aufgebaut, und den Zorn der Gutsbesitzer erregt, die meine Verhaftung forderten. (ebd. Seite 160)
Die Demonstrationen in Schanghai forderten die Beendigung ausländischer Sonderrechte und Konzessionen. Demonstranten starben durch britische Polizeikugeln.
Dem Volke dienen
Mao Zedong blieb zeitlebens eng mit den Massen verbunden. Er verwirklichte, ja er lebte die Losung „Dem Volke dienen“, die in der Kulturrevolution zur Losung der revolutionären Jugend wurde. Er wurde zum unbestrittenen Führer des chinesischen Befreiungskampfs. Seit 1935 war er Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas. In langwierigen Kämpfen und Kriegen gelang es, befreite Gebiete zu errichten, und fünf Vernichtungsfeldzügen Chiang Kai-sheks, der zum Teil von deutschen Militärberatern unterstützt wurde, zu trotzen. Mit dem legendären langen Marsch wurde die Vernichtung der Roten Armee verhindert. Letztlich wurden die faschistischen japanischen Besatzer vertrieben, und die massiv vom US-Imperialismus unterstützten Truppen Chiang Kai-sheks mussten nach Taiwan fliehen. Der Volkskrieg war stärker.
Polemik über die Generallinie
Mit dem Konzept der Neuen Demokratie wandte der den Marxismus-Leninismus auf das rückständige Land an. Es verband die Befreiung von Feudalismus und imperialistischer Ausplünderung und Unterdrückung mit dem sozialistischen Aufbau unter Führung der Arbeiterklasse. 1963 entfaltete die KP Chinas unter seiner Führung die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung. Sie entlarvte die Chrustschow-Revisionisten, die in der Sowjetunion und den ihr folgenden Ländern unter dem Firmenschild des "realen Sozialismus" eine andere Form des Kapitalismus errichtet hatten. Das verhalf Millionen Kommunisten auf der Welt wieder zu einer klaren Orientierung.
Die große Proletarische Kulturrevolution
Vor 60 Jahren mobilisierte die Führung um Mao die Massen und die Jugend mit der Kulturrevolution mutig gegen einige Parteimachthaber um Deng Xiaoping, die auch in China wieder den kapitalistischen Weg durchsetzen wollten. Mit der Kulturrevolution als wesentlicher und erst einmal erfolgreicher Methode, die Wiederherstellung des Kapitalismus zu verhindern, und zur Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins der Massen, zog sich Mao den besonderen Hass aller Reaktionäre auf der Welt zu. Sie steht deshalb im Mittelpunkt der antikommunistischen Hetze.
Mao Zedong war durchdrungen von der dialektischen Methode. Für ihn war die Dialektik keine Angelegenheit einiger Parteiführer und Theoretiker, wie das in der alten kommunistischen Bewegung manchmal praktiziert wurde. Er rückte die Anwendung der dialektischen Methode ins Zentrum der Parteiarbeit, der Politik und des Alltagsleben der Massen. Beispiele dafür sind in dem vom Verlag Neuer Weg neu herausgegebenen Buch „Eins teilt sich in zwei“ zu finden.

Ein bedeutendes Dokument der Großen Proletarischen Kulturrevolution in China mit der Anwendung der dialektischen Methode als Kern. Preis: 16 Euro
Mit seinem Werk legte Mao Zedong wichtige Grundlagen für die Ausarbeitung der Lehre von der Denkweise. Wenn am Sonntag das neue Buch von Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner "Die Lehre von der Denkweise" - auch als Revolutionärer Weg 40 - erscheint, dürft ihr gespannt sein auf ein eigenes Kapitel V.3 "Der Kampf um die Denkweise beim Aufbau des sozialistischen Chinas durch Mao Zedong und die proletarische Kulturrevolution."
Es ist tragisch, dass es den Revisionisten gelang, den Kapitalismus wieder herzustellen und China in ein neuimperialistisches Land zu verwandeln, das heute im Kampf mit dem US-Imperialismus um die Weltherrschaft liegt. Jedoch das Vermächtnis von Mao Zedong ist unauslöschlich, ebenso zahlreiche Erfolge des sozialistischen Aufbaus in China. Mao Zedong genießt aller Hetze zum Trotz in China und anderen Ländern, insbesondere unter der Jugend weiterhin ein hohes Ansehen. Für einen neuen Aufschwung des Kampfs um den echten Sozialismus sind seine Lehren und ist sein Vorbild unentbehrlich.
Als Mao starb, trauerten Menschen auf der ganzen Welt. Ich befand mich damals im Urlaub in den griechischen Bergen in einer Dorfkneipe. Ich wunderte mich, dass plötzlich alle Besucher ihre Mützen abnahmen und sich mit ernstem Gesicht erhoben. Im Fernsehen kam die Meldung von Maos Tod. Sie trauerten aus Achtung vor Mao und weil sie spürten, dass das auch mit ihrem Leben zu tun hatte.