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Wie die Großaktionäre durchregieren

Die bürgerliche Wirtschaftspresse berichtet: Pötsch (Aufsichtsratsvorsitzender) und Blume (Vorstandsvorsitzender) hätten intern „nichts mehr zu melden“. Der starke Mann sei Rechtsvorstand Manfred Döss – „ein Gewerkschaftsfresser“, der im Namen der Großaktionäre der Familien Porsche und Piëch agiere und den formellen Konzernspitzen die Richtung vorgebe.

Korrespondenz
Wie die Großaktionäre durchregieren
(Logo: MLPD)

Diese Rolle ist in keinem Aktiengesetz, keinem Mitbestimmungsgesetz und auch nicht im VW-Gesetz vorgesehen, aber offenbar Realität.

 

Manfred Döss sitzt seit 2022 im VW-Vorstand („Integrität und Recht“) und gleichzeitig seit 2016 im Vorstand der Porsche Automobil Holding SE. Die Porsche SE ist die Beteiligungsgesellschaft der Familien Porsche und Piëch. Sie hält rund 53 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Döss ist also zugleich Angestellter des Konzerns und Beauftragter der Mehrheitseigner.

 

Hinzu kommt der Vorsitz im Audi-Aufsichtsrat. Damit sitzt er an drei Schaltstellen: Eigentümerholding, Konzernvorstand, größte Premiumtochter. Formal ist er einer von mehreren Vorständen. Tatsächlich steuert er – so die Schilderung aus Wolfsburg – den Kurs gegen die Arbeiterinnen und Arbeiter, die IG Metall, den Betriebsrat und auch das Land Niedersachsen.

 

Porsche und  Piëch betreiben auch die Drohung mit der außerordentlichen Hauptversammlung. Scheitert der Aufsichtsrat am Freitag, soll die Kapitalseite eine Hauptversammlung einberufen und den "Sanierungs"kurs gegen Niedersachsen und die "Arbeitnehmer"bank durchsetzen. Die Mehrheit der Stimmrechte der Großaktionäre soll dann das Gremium ersetzen, das sie nicht voll kontrollieren.

 

So also wird die Diktatur der Großaktionäre bei VW heute organisiert. Es ist auch ein Muster dafür, wie sich führende Monopole ihre Diktatur über die ganze Gesellschaft künftig vorstellen.