Werkschließungen bei VW

Werkschließungen bei VW

Verfehlte Energiepolitik?

Auf Instagram schreibt ein User empört: "Hinter jedem Auto steckt eine extrem energieintensive Kette! Gießereien und Metallverarbeiter müssen Stahl und Alu bei über 1.400 Grad schmelzen, um Motorblöcke und Getriebe zu bauen. Als uns nach dem Ukrainekrieg das günstige Gas und Öl aus Russland abgedreht wurde, sind die Energiekosten explodiert. Dieser Schock hat der deutschen Automobilindustrie das wirtschaftliche Fundament entzogen ..."

Korrespondenz

Alle erinnern wir uns noch, wie die Strompreise 2022 explodierten. Trotzdem stimmt das Argument nicht. Der Industriestrompreis lag 2020 bei 17,7 Cent, 2021 bei 21,5 Cent. Nach dem kurzen Sprung auf 43,3ct in 2022 liegt er seit 2024 wieder bei etwas über 17 Cent.

 

Die Gaspreise lagen für die Industrie 2021 zwischen 3,5 und 4,8 Cent/kWh. 2025 und 2026 liegen sie bei 6 bis 7,5 Cent/kWh. Das ist für Gießerein und Stahlwerke tatsächlich eine Erhöhung. Zusätzlich werden ihnen aber insbesondere auch von den Autokonzernen die Preise für ihre Waren diktiert. Die "wettbewerbsfähige" Entwicklung bei VW im weltweiten Konkurrenzkampf der Monopole geht also auf die Kosten der Zulieferer der Autokonzerne. VW und Co. sind in den letzten Jahren auch immer stärker auf Stahl aus dem Ausland umgestiegen.

 

Kurzum: Die Krise der deutschen Automobilkonzerne liegt nicht an den Energiepreisen in Deutschland! Und ganz besonders nicht an einer angeblichen zu umweltfreundlichen Politik. Die deutschen Automobilkonzerne sind vielmehr gegenüber den chinesischen Konkurrenten zurückgefallen und das hat sich beschleunigt, weil VW und Co. versucht haben, solange wie möglich an Verbrennern festzuhalten.

 

Die tieferen Ursachen liegen im Kapitalismus, in dem die Kapitalisten heute einen gnadenlosen Konkurrenzkampf austragen und die Belegschaften und die Natur dafür bluten lassen wollen.