IG-Metall-Aktionstag am 21. September
„Was anderes vorgestellt als eine Art Betriebsversammlung“
Die IG Metall ruft am 21. September bundesweit alle Beschäftigten der Automobil- und Zulieferindustrie zu einem Aktionstag auf – gegen den Generalangriff von Monopolen und Regierung. Wie dieser Tag durchgeführt werden soll – das wird heiß diskutiert.
In den Materialien des Aktivenportals des IG-Metall-Vorstandes wird empfohlen und darauf orientiert: „Aus rechtlicher Sicht ist das Instrument der regelmäßigen oder weiteren Betriebsversammlung ein sicherer bzw. der am besten planbare Weg für den Betriebsrat zur Durchführung des Aktionstages“. Möglich sei aber auch, dass bei einer „Unterbrechung von Betriebsversammlungen auch Kundgebungen und Demonstrationen vor dem Werkstor stattfinden“ können. Damit trägt der IG-Metall-Vorstand dem Rechnung, dass wir in Deutschland nur ein kastriertes, auf Tarifrunden beschränktes Streikrecht haben.
Immer mehr Metallerinnen und Metaller sagen: „Wenn die von den Vorständen uns den Krieg erklären, sehen wir uns auch nicht an die Friedenspflicht gebunden“. Bei einem Online-Workshop Automobil vom 14. August, bei der sich der IG-Metall-Vorstand mit Betriebsratsvorsitzenden aus verschiedenen Automobil- und Zulieferkonzernen über die Gestaltung des Aktionstags beriet, sagte der Kollege vom Automobil-Zulieferer Schnellige in Klarau, der für das von der Stilllegung bedrohte VW-Werk in Zwickau arbeitet: „Ich habe mir beim Aktionstag schon etwas anderes vorgestellt als eine Betriebsversammlung. Also da muss es schon richtig krachen.“ Auch andere betonten, dass die Belegschaften jetzt an die Öffentlichkeit gehen müssen.
Die beiden jungen Moderatoren des Workshops fassten die Diskussion so zusammen: Was die Aktiven in den Betrieben machen, ob sie eine Betriebsversammlung machen, eine Demo ums Werk oder in die Stadt, das entscheiden diese zusammen mit der IG-Metall-Ortsverwaltung.
Es kommt also darauf an, dass jetzt in Abteilungen, unter Vertrauensleuten und in gewerkschaftlichen Gremien Schritte beschlossen und organisiert werden. So wird der 21. September zum bundesweiten Streiktag, zum Generalstreik in der Automobilbranche. Davon würde ein sichtbares Zeichen ausgehen, welche Macht das Industrieproletariat ist, wenn es gemeinsam und entschlossen für seine Zukunft kämpft! Dafür setzen sich die MLPD und ihre Betriebsgruppen ein. Sie müssen ebenso wie die Gewerkschaften als Kampforganisationen gestärkt werden.