VW - Gemeinsam unschlagbar ...

VW - Gemeinsam unschlagbar ...

Vertrauensleute herausgefordert, die IG Metall zur Kampforganisation zu machen

Wirklich überrascht von der Meldung von den konkreten Schließungsplänen des VW‑Vorstands ist niemand mehr. Eine Reaktion: „Wir können gerne dem Vorstand heute schon mal zeigen, was Leerlauf der Werke bedeutet!“ Uns erreichten verschiedene Berichte aus Vertrauensleutesitzungen am 2.9. Auf den Sitzungen wird freimütiger diskutiert und auf Augenhöhe beraten, was zu tun ist.

Korrespondenz aus Wolfsburg

Hilfreich ist auch ein neuer Handlungsleitfaden der Vertrauenskörperleitung, der die Unvereinbarkeit der Arbeit als Vertrauensperson mit einer aktiven AFD-Mitgliedschaft beschloss. Das ist ein wichtiges antifaschistisches Signal.

 

Ein neuer Vorschlag wurde beraten: Alle holen sofort ihre Kolleginnen und Kollegen und es wird eine Kundgebung abgehalten als Beratung mit dem Betriebsrat. Das Gegenargument: Die Zeitungsmeldungen sind Gerüchte und man solle noch warten. Gerüchte? Das ist bitterer Ernst! Nichts Klares sagen, aber Geheimdokumente in der Öffentlichkeit nicht dementieren – das ist doch schon seit Ende Juni die Taktik der skrupellosen VW-Manager.

 

Wohin führt diese Defensive? Der Betriebsrat hat dem Antrag auf Sonderschichten von VW angeblich zustimmen müssen, weil die Manager sonst damit drohen würden, dass wir (die IGM!) Tarifbruch begehen und dann den Vertrag aufkündigen und vielleicht schon früher Werke schließen. Diese „Mitbestimmung“ heißt also, zu Ende gedacht, sich jetzt vier Jahre ruhig zu verhalten aus Angst? Gegen solche Erpresser hilft nur Mitbestimmung durch Streik!

 

Ein Festhalten an der Klassenzusammenarbeitspolitik steht gegen die Entwicklung der IG Metall zur Kampforganisation – und verliert stark an Bindungskraft. Der 21.9. als Streiktag hingegen gewinnt an Anziehungskraft.

 

Die IGM soll Kampforganisation sein, das klingt logisch. Wir können das auch lernen, aber das fällt nicht vom Himmel. Ein Kollege sagt: „Allein heute – die Kollegen lesen die Presseberichte, dann schreiben Verantwortliche der IGM, das wären alles Gerüchte, und dann stehen die Verteiler des Vorwärtsgang vor der Tür und rufen zu Kampfmaßnahmen auf. Was stimmt denn nun?“ Sich selbständig orientieren und von den Klasseninteressen ausgehen, das müssen wir trainieren.

 

Ein anderer sagt: „Bei uns verfolgten die Kollegen den Gerichtsprozess gegen die Abmahnung wegen 3 Minuten Bandstopp in Hannover intensiv. Wenn ich jetzt versuche, sie zu einer Kundgebung zu holen, haben sie Angst vor Abmahnung.“ Ok, wir leben in einer Diktatur der Monopole und könnten gemaßregelt werden. Es gäbe aber keinen Fortschritt in der Welt, wenn nicht Menschen sich dazu entschlossen hätten, trotz Unterdrückung das Richtige zu tun. Das ist ein wichtiger Teil der proletarischen Denkweise, der Denkweise der Arbeiterklasse.

 

Ein Dritter berichtet von Streit unter Kollegen, oder auch von oppositionellen Haltungen, die auch von der AfD gezielt gestreut werden, nicht zu IGM-Aktionen zu gehen oder sogar auszutreten aus Wut über die Sonderschichten. In der Wut steckenbleiben vernebelt die Sinne. Wem schaden wir mit Passivität oder Austritten, außer uns selber? Wir brauchen Einheit, dann sind wir eine unüberwindbare Kraft.

 

Münden wird diese Klärung in Aktivität, Entschlossenheit, Mut und Streikvorbereitung!