VW-Emden
Der Wunsch zu streiken ist da ….
Bei zwei Einsätzen an fast allen Toren bei VW in Emden konnten wir einen Eindruck von der Stimmung unter den Kollegen gewinnen – spannend!
Am frühen Morgen waren die meisten sehr schweigsam, wollten kein Gespräch und auch keine Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“. Mittags ging es lebhafter zu und es gab immer wieder kurze oder auch längere Gespräche und Bemerkungen.
Die meisten Kollegen sind wütend und nachdenklich zugleich. „Eigentlich müssten wir einen ganzen Tag streiken, aber wie soll das gehen?“ Unsere Antwort dazu war, dass sie selbst die Sache in die Hand nehmen müssen. Denn man kann nur gewinnen, wenn man kämpft, und morgen ist eine gute Gelegenheit! Das traf auf eine zustimmende, meistens aber abwartende oder auch abweisende Reaktion. „Das bringt doch alles nichts.“ – „Die machen doch eh, was sie wollen!“
Dass Blume vom VW-Vorstand sie auf der letzten Betriebsversammlung verarscht und auch noch verlangt hat, dass „sie ja beweisen können im nächsten halben Jahr, was alles noch rauszuholen ist“ (sprich: die Ausbeutungsoffensive noch selbst vorantreiben), macht die meisten total wütend, manche auch sprachlos. Aber Blumes Manöver ist nicht Ausdruck seiner Stärke, sondern zeigt, welche Angst der VW-Vorstand vor der Kampfkraft der Konzernbelegschaft hat. Das hat manche auch erstaunt und zeigt, dass sie sich ihrer Kraft nicht bewusst sind.
In der E-Halle, wo die modernsten E-Autos produziert werden, sind die Ausbeutung und der Druck besonders intensiv und viele kommen mittags total kaputt von der Schicht. Und da soll noch ’ne Schippe drauf?
Wir sind gespannt auf Freitag und berichten weiter …