Ulan-Bator
UN-Konferenz zur Bekämpfung der Wüstenbildung gescheitert!
Vom 17. bis zum 28. August nahmen 10.000 Vertreter aus 197 Ländern an der 17. UN-Konferenz zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) in Ulan-Bator (Mongolei) teil. Sie sollte laut UNCCD-Exekutivsekretärin Yasmine Fouad weg von nur Worten und Absichtserklärungen hin zur Umsetzung kommen.
Doch das Motto „Wiederherstellung von Land, Wiederherstellung von Hoffnung“ blieb weitgehend eine Worthülse, wie bei vielen UN-Konferenzen zu Klima, Schutz der Meere oder zum Erhalt der Artenvielfalt. Die Einführung eines neuen globalen rechtlichen Steuerungsgremiums scheiterte. Statt 355 Milliarden US-Dollar jährlich wird nur ein Viertel davon investiert. Dabei verursachen Wüstenbildung, Bodendegradierung und Dürren jährlich 900 Milliarden US-Dollar Kosten. Kleine Fortschritte gab es zur Weidelandschafterhaltung und Landrenaturierung. Die Betroffenen und die Umweltbewegung dürfen sich nicht durch solches „Greenwashing“ desorientieren und desorganisieren lassen.
Beschleunigte Wüstenbildung durch die globale Umweltkatastrophe
Bei Wüstenbildung gehen fruchtbare oder halbtrockene Landschaften wie Savannen oder Steppen in vegetationsarme Gebiete über und der Boden verliert seine Fruchtbarkeit. Bei diesen verdunstet im langjährigen Mittel mehr Wasser als an Niederschlag fällt. Abholzung der Wälder, Überweidung und Bodenerosion durch die kapitalistische Landwirtschaft verstärken den Abbau der Böden. Die Klimakatastrophe mit Störung der Passatwinde um den Äquator, mit lang anhaltenden Hitzewellen und extrem geringen Niederschlägen beschleunigt diesen Prozess. Millionen Menschen leben von natürlicher Vegetation, von Viehzucht oder Eigenversorgung. Wenn Böden unfruchtbar werden, grassieren Hunger und Durst, dann sind Flucht und Migration oft die einzige Option.
Ein Drittel der weltweiten Landfläche ist von Wüstenbildung bedroht. Weltweit, besonders in den Trockengebieten in Asien und Afrika, aber auch in Europa gehen pro Sekunde vier Fußballfelder fruchtbarer Boden durch Dürre, Erosion und Bodenversiegelung verloren. Besonders kritisch ist die Lage in Spanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und in Sizilien. In Deutschland entstand die „Lieberoser Wüste“ in Brandenburg durch Übernutzung, Waldbrände und Störung der Vegetation durch militärische Nutzung.
Afrikas grüne Mauer – auf Sand gebaut?
In der Mongolei sind drei Viertel der Landfläche geschädigt. Als Maßnahme will sie unter anderem bis 2030 eine Milliarde Bäume pflanzen. In Afrika bauen seit 2007 zwanzig afrikanische Staaten einen Waldgürtel an. Die 15 Kilometer breite „Große Grüne Mauer“ vom Senegal bis Dschibuti ist über 8.000 km ang. Doch eine starre, lineare Mauer aus Bäumen funktioniert über Tausende Kilometer hinweg geografisch und ökologisch nicht, da sich Böden und Landschaften stark unterscheiden. Setzlinge überleben die extreme Dürre mangels Wasser und Pflege nicht. Zuwenig wurde die Hilfe, das Verständnis und das Wissen der Bevölkerung vor Ort eingebunden. Durch fehlende Finanzen und Steuerstrukturen und bewaffnete Konflikte sind erst 20 Prozent rekultiviert.
Umweltschutz im Sozialismus
Im gleichnamigen Buch wird die Überlegenheit des Sozialismus zur Lösung solch komplizierter Fragen nachgewiesen. Umweltprobleme, wie die Kultivierung der Wüsten wurden als Einheit mit dem ökonomischen und sozialen Fortschritt, der Erforschung standortgerechter Pflanzen, Bau von Bewässerungssystemen und Mobilisierung der Massen und Führung des Klassenkampf im Sozialismus – auch auf weltanschaulichen Gebiet - gelöst. Gemeinsam wurde aus den verschiedenen Projekten gelernt. Als Folge konnten auf neuer Ackerfläche Getreide, Obst und neue Pflanzensorten angebaut und konnte Viehzucht betrieben werden.
Auch nach der Wiederherstellung des Kapitalismus wurde das Know-how teils genutzt und heute wird auch moderne Satellitentechnik eingesetzt. In der Kubuqi-Wüste wurde in hundert Kilometer langer Korridor mit Photovoltaikanlagen errichtet, zwischen denen genügsame Gräser und Sträucher die weitere Ausbreitung der Wüste erschweren. Durch kurzfristiges Denken im heutigen kapitalistischen China wird bei der Bepflanzung allerdings stark auf Eukalyptus- und Pappeln gesetzt, die nur 30 bis 40 Jahre mit Düngung und Pflege effektiv wachsen. Zum Teil sind es riesige Monokulturen. Früher wurden mehr natürliche Wälder gefördert, die den Grundwasserhaushalt schonten. Effiziente, nachhaltige Lösungen sind möglich.
Das hat das frühere sozialistische China bewiesen. Make Socialism great again! Die globale Umweltkatastrophe untergräbt allerdings heute die materielle Vorbereitung des Sozialismus. Umso wichtiger ist es, dass sich die Menschheit den Leitgedanken des Gipfels der Völker in Bolivien im Jahr 2010 zu eigen machen: Entweder stirbt der Kapitalismus – oder die Mutter Erde!