Venezuela

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Trumps Kriegsbeute

US-Präsident Donald Trump jubelt über den "größten Öl-Deal der Weltgeschichte". Selbst konservative Leute aus der bürgerlichen Opposition sprechen von einem "imperialistischen und völkerrechtswidrigen Zugriff auf fremdes Eigentum" .(1)

Von Anna Bartholomé
Trumps Kriegsbeute
Grafik: Webteam der MLPD Anfang des Jahres 2026

Mit diesem "Deal" besäße sie ein Fünftel der venezolanischen Erdölreserven und könne sie ausplündern, so die Behauptung der US-Regierung. Und das ist mit 65 Milliarden Barrel in 17 Ölfeldern viel in dem Land mit den größten bekannten Ölvorkommen der Welt. Selbst ein so atemberaubend offener Raubzug lässt sich ohne falsche Versprechungen mittels der kleinbürgerlichen Denkweise nicht durchziehen.

 

Der amerikanischen Bevölkerung verspricht Trump sinkende Benzinpreise. Denn deren Steigerung empört auch bisher vernagelte Trump-Wähler. Sie sind allerdings die Folge des israelisch-us-amerikanischen Kriegs gegen den Iran, dem Land mit den drittgrößten bekannten Ölvorkommen. (Nach Venezuela und Saudi-Arabien und noch vor Kanada und Irak - (2)).

 

Aber auch die von einem schweren Doppelerdbeben tief getroffene venezolanische Bevölkerung soll hoffen - auf den Aufbau der Infrastruktur und Brosamen aus den dann sprudelnden Öldollars. Und die von US-Gnaden regierende Delci Rodriguez? Sie versichert Trump wortwörtlich ihr "tiefe Dankbarkeit". (3) Immerhin war sie schon Vizepräsidentin unter Nicolas Maduro, der mit seiner Frau Cilia Flores am 3. Januar 2026 von US-Sreitkräften verschleppt wurde und seither in New York im Gefängnis sitzt. Er schmort in Erwartung eines Prozesses, bei dem es angeblich um Drogengeschäfte geht.

 

Von "tiefer Dankbarkeit" gegenüber Trump ist die Bevölkerung Venezuelas allerdings nicht erfasst. So berichtet ein Vertreter der PCMLV aus Venezuela, über die Auseinandersetzung zu diesem Öl-Deal: "In der Bevölkerung herrscht allgemeine Ablehnung. Die amtierende Regierung nutzt die Maschinerie der Regierungspartei PSUV und des patriotischen Lagers, um zu versuchen, diese massive Ablehnung zu mildern, doch dies zeigt kaum Wirkung." Und eine weitere Korrespondentin aus Venezuela berichtet: "Alle hassen Trump. Die Regierungsführung tut alles, um sich zu rechtfertigen, Zeit zu gewinnen. Die Volksbewegung ist dabei, sich neu zu orientieren. Einige akzeptieren die neue Situation nicht und finden sich neu zurecht. Es sprießen viele antiimperialistische Keime, die aber noch keine klare Richtung haben."

 

Teil des ominösen "Deals" ist die teilweise Privatisierung der venezolanischen Erdölgesellschaft zugunsten eines Konzerns in den Händen des berüchtigten Alexandro Betancort. Der soll Joint Ventures mit US-staatlichen Garantien installieren - zugunsten internationaler Olkonzerne. In verschiedenen Ländern wird gegen ihn wegen Geldwäsche ermittelt.

 

Immer wieder wird in den bürgerlichen Massenmedien lamentiert, wie marode die technologisch anspruchsvolle Ölindustrie Venezuelas ist. Das ist zweifellos Ergebnis des bürokratisch-revionistischen Maduro-Regimes, das sich vor allem selbst bereicherte mit ausufernder Korruption. Vor allem aber ist dieser desolate Zustand Folge des US-Embargos nach der Regierungsübernahme des charismatischen Hugo Chavez, der mit dem Projekt eines "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" 2007 große Teile der Ölindustrie (mit Entschädigungen) verstaatlichte. Als die USA damals schon die Förderung sabotierte, die Lieferung von Elektronikteilen usw. stoppte, gelang eine beispiellose Massenmobilisierung von Ölarbeitern, IT-Technikern und Ingenieuren, um die Öl-Förderung zeitweise wieder anzufahren.

 

Unter Maduro waren solche Massenmobisierungen undenkbar. Aber es sind diese Ölarbeiter und Teile ihrer Gewerkschaften, die heute in klarster Opposition zu Trump und Rodriguez stehen.