Kampf um jeden Arbeitsplatz
Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von Arcelor-Mittal
Am 3. September berichteten wir auf Rote Fahne News, dass ArcelorMittal das Stahlwerk in Duisburg-Ruhrort schließen will: 550 Arbeitsplätze stehen vor dem Aus. Anlässlich der morgigen Betriebsversammlungen spricht die Kreisleitung der MLPD Duisburg-Niederrhein-Oberhausen den Kolleginnen und Kollegen ihre Solidarität aus.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind solidarisch mit Eurem Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Kein Arbeitsplatz darf der Profitlogik der Stahlkonzerne geopfert werden!
Der Beschluss des Arcelor-Mittal-Vorstands, Stahlwerk und Knüppelwalzwerk im September 2027 zu schließen, ist nicht zu akzeptieren! Damit soll ein gewachsener Produktionsverbund zerschlagen und 550 Arbeitsplätze vernichtet werden. In der weltweiten Vernichtungsschlacht der Stahlkonzerne soll die Stahlproduktion in Europa auf „kriegstüchtig“ und Maximalprofit getrimmt werden. 11.000 Arbeitsplätze bei tkSE, 2.000 bei HKM, jetzt 550 bei Arcelor-Mittal stehen auf der Abschussliste. Das ist ein Generalangriff auf die Belegschaften – und eine Katastrophe für die gesamte Region.
Die geplanten Angriffe der Regierung auf Arbeitszeiten, Renten und Renteneintrittsowie das Gesundheitswesen tun das Übrige. Deshalb gibt es auch keine „sozialverträgliche“ Vernichtung von Arbeitsplätzen – jeder Arbeitsplatz fehlt der Jugend! Schon heute kommen in Duisburg auf 100 Lehrstellen 155 Bewerber! Auch umweltpolitisch ist der Ausstieg von Arcelor-Mittal aus der Dekarbonisierung eine Katastrophe. Angesichts der globalen Umweltkatastrophe muss die Stahlindustrie schnellstmöglich und konsequent dekarbonisiert werden! Notwendig sind DRI-Anlagen, erneuerbare Energien, Wasserstoff und Netze ebenso wie der Bau eines Elektrolichtbogenofens in Ruhrort.
Die industriellen Kapazitäten und Euer Know-how als Belegschaft müssen erhalten werden! Jetzt ist es an Belegschaft, Gewerkschaftsmitgliedern, Vertrauensleuten und Betriebsräten, gemeinsam über Forderungen und die nächsten Schritte zu beraten und zu entscheiden. Es zeigt sich: Wirkliche Mitbestimmung gibt es nur durch Streik! Jetzt brauchen wir unsere Gewerkschaften als Kampforganisationen!
Gut, dass die IG Metall bundesweit am 21.9. in allen Automobil- und Zulieferbetrieben zu Streik- und Kampfaktionen und am 26.9. zur Fortsetzung der Ruhrpott-Rebellion in Essen aufruft. Die Stahlbelegschaften gehören mit in diese Front - lasst uns diese Tage zu gemeinsamen Streik- und Kampftagen machen! Lassen wir uns nicht in Werke und Standorte spalten, nicht in Deutschland, nicht in Europa, nicht international.
Unsere Stärke ist Solidarität und Organisation! Unser Know-how, unsere Unterstützung, unsere Solidarität habt Ihr. Glückauf!