VW
Hauptsache erst mal Ruhe?
Fast schon panische Hektik des Aufsichtsrates von VW: Die Medien titelten über die gestrige Sitzung des VW-Aufsichtsrates als eine für die Öffentlichkeit überraschend schnelle und einstimmige Einigung.
Tatsächlich trieb die Mitglieder des Aufsichtsrates wohl vor allem die Angst vor der Öffentlichkeit, ins besonders vor der Stimmung der VW-Belegschaften, zu dieser vorzeitigen Einigung. Doch ob sich mit dieser Einigung die Stimmung in den Standorten von VW verbessert ist mehr als fraglich. So ist die geplante Schließung von vier VW-Standorten nicht im Entferntesten vom Tisch. Für diese Werke werden jetzt laut Vorstand „parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“. Für die europäischen Werke solle bis Ende Juni 2027 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden. Aha! Schließungen werden zwar nicht besiegelt, aber weiterhin „geprüft“. So ein „Zugeständnis“ hat nicht einmal die Größe des allseits bekannten „Spatzes in der Hand“.
Diese Turboeinigung ist eher der verzweifelte Versuch den Belegschaften in der Wüste der zu erwartenden massenhaften Vernichtung von Arbeitsplätzen die Fata Morgana eines Schlucks Wassers vorzugaukeln. Es ist zu kritisieren, wenn die IGM-Führung und BER-Vorsitzende mit den Worten „Kein Werk wurde aufgegeben" … „Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden....“ dieser Fata Morgana vorerst Rückendeckung geben. Soll etwa jeder der vier von Schließung bedrohten Standorte für sich alleine kämpfen, statt die Kampfkraft der gesamten VW-Konzernbelegschaft in die Waagschale zu werfen?
Die ursprünglich geplante Umgehung des VW-Gesetzes ist vom Tisch. Doch solange alle dort Beteiligten vorzeitig alles abnicken ist eine Ausgliederung aus Sicht des VW-Vorstandes ja auch nicht mehr nötig.
Die betroffenen Belegschaften werden sich in dieser bühnenreifen Theateraufführung des Aufsichtsrates mit der ihr zugeordneten Rolle als bloße Statisten und lästigem Bestandteil angeblich zu hoher Fabrikkosten sicher nicht abfinden.
Diese Fata Morgana ist ein Grund mehr am Auto-Aktionstag der IGM am 21. September gegen die weiterhin geplante Vernichtung von 50 000 Arbeitsplätzen zu protestieren!