Rhein-Niedrigwasser

Rhein-Niedrigwasser

Profit auf versiegelten Flächen – die Rechnung zahlt der Wasserhaushalt

Das Niedrigwasser am Rhein ist ein Warnsignal für Duisburgs Zukunft. Am 6. September 2026 lag der Pegel Duisburg-Ruhrort nach kurzer Erholung auf über 190 cm jetzt wieder bei nur 179 cm – 48 cm unter dem für die Fahrrinne maßgeblichen Gleichwertigen Wasserstand (GlW) von 227 cm. Auch am Niederrhein bleiben die Wasserstände außergewöhnlich niedrig.

Korrespondenz

Für die Bevölkerung geht es dabei um mehr als die Einschränkung der Schifffahrt. Rhein, Grundwasser, Böden und Niederschlag sind Teile eines zusammenhängenden Wasserhaushalts. Noch muss anhand aktueller Messreihen nachgewiesen werden, wie stark das Niedrigwasser 2026 bereits auf das Duisburger Grundwasser wirkt. Aber die Richtung der Entwicklung ist unübersehbar: Trockenheit trifft auf zunehmende Versiegelung, auf industrielle Wasserentnahmen und massive Eingriffe durch Bergbau, Verkehr und Großprojekte. Allein der Ausbau der Autobahnen A40, A59 und A524 auf weitere Spuren raubt wichtige ökologische Grundlagen der Region.

 

Duisburgs Industrie- und Verkehrsstandort beansprucht immer neue Flächen. Stahlindustrie, Hafen, Autobahnen und Logistik schaffen Profit und Warenumschlag – gleichzeitig werden Böden verbraucht, Grünvolumen zerstört und natürliche Wasserspeicher geschwächt. Die ökologischen Folgekosten werden dabei weitgehend auf Allgemeinheit und Natur abgewälzt.

 

Das ist keine nachhaltige Entwicklung, sondern Profit auf Kosten unserer Lebensgrundlagen. Deshalb braucht Duisburg einen grundsätzlichen Kurswechsel: Schluss mit der bloßen „Ausgleichslogik"! Jeder Eingriff in Boden, Wasser und Grün muss eine verbindliche Regenerationspflicht auslösen. Verlorene ökologische Funktionen müssen vollständig wiederhergestellt und zusätzliche natürliche Speicher geschaffen werden.

 

Die Lebensgrundlagen der Menschen sind wichtiger als kurzfristige Profitinteressen. Der Wasserhaushalt ist keine Restgröße der Standortpolitik!