Mitbestimmung durch Streik
"Leerlauf", aber in der Arbeiterversion
Mal was Kulturelles: Einige von euch kennen vielleicht noch das „Auto Blubberbumm“ – eine Kinderoper aus den 1970er Jahren von Dieter Süverkrüpp mit Top Jazz-Musikern und viel Percussion.
Es geht darum, Kindern zu vermitteln, wie eine Autofabrik funktioniert, was Ausbeutung ist und warum es manchmal dringend nötig ist, zu streiken.
Unvergessen für alle, die das Auto Blubberbumm kennen, ist die Zeile, in der Ella, Bandarbeiterin, singt: „Fließband musst du mal auf’s Klo, oder warum rennst du so?“
Als es dann zum Streik kommt, kriegen die Kinder das erst mal durch die Töne mit. Der Höllenlärm in der Halle ebbt langsam ab, eine Maschine nach der anderen verabschiedet sich, zum Schluss hört man nur noch ein leises Klacken.
Daran musste ich denken, als Kollegen in Wolfsburg sagten: „Wir können gerne dem Vorstand heute schon mal zeigen, was Leerlauf der Werke bedeutet!“
Leerlauf heute – in der Arbeiterversion: eine Linie nach der anderen wird abgemeldet, eine Halle nach der anderen gibt keinen Ton mehr von sich.
Und wo auf der einen Seite was leerläuft, läuft auf der anderen Seite was voll. Zum Beispiel der Zusammenhalt, die Kampferfahrung, die Wut, der Mut, die Kräfte, das Potenzial der Arbeiterinnen und Arbeiter ...