VW/Niedersachsen

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Ministerpräsident Lies - weiter auf Aufsichtsrat hoffen?

Während sich die Medien überschlagen, lässt der Ministerpräsident von Niedersachsen, Olaf Lies, am 2.9. über seinen Sprecher erklären: "Diese nun erneut über die Presse verbreiteten Szenarien sind dabei nicht nur nicht neu – sie sind Gegenstand von Diskussionen, die seit Wochen und Monaten die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, die Familien und ganze Regionen verunsichern."

Korrespondenz aus Köln

Dass der Vorstand also schon beschlossen hat, dass die Werke Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover geschlossen werden sollen, findet er im Grunde gar keinen Skandal. Gerade erst ist der Vorstand von Betriebsversammlung zu Betriebsversammlung getingelt, hat sich vor die Leute gestellt und so getan, als wäre noch nichts entschieden. Diese frechen Lügen findet Lies aber nicht das Problem. Von ihm heißt es: "Es ist eine Unart, dass Diskussionen, die in Vorstand und Aufsichtsrat gehören, die dort auch kritisch diskutiert werden, immer wieder von interessierter Seite in die Öffentlichkeit getragen werden." Nein! Eine Unart ist, dass über die Zukunft der Kollegen, ihrer Familien, der ganzen Regionen hinter verschlossenen Türen gesprochen wird und der Vorstand dann noch dreist alle anlügt!

 

Schließung dadurch, die Produktion einfach auslaufen zu lassen - das ist jetzt der Versuch. Klappt das nicht, kommt eine außerordentliche Aktionärsversammlung, die den Aufsichtsrat einfach überstimmt. Und wenn das nicht klappt, kommt der nächste Trick. Der Vorstand will die Werkschließungen durchdrücken, koste es, was es wolle. Wir sollen zurück in die gescheiterten Hoffnung auf den Aufsichtsrat, den der Vorstand doch gerade an die Seite gedrückt hat? Und uns Arbeitern offen den Kampf ansagt? Kommt doch gar nicht in Frage! Jetzt sind die Belegschaften gefragt. Und die Gewerkschaft muss jetzt immer mehr zur Kampforganisation werden. Mitbestimmung, ja. Aber die gibt es nur durch Streik!