Antikriegstag 2026

Antikriegstag 2026

Aalen: Deserteure zu unterstützen ist kein Verbrechen!

Der DGB Ostwürttemberg organisierte zum Antikriegstag, nach frühzeitigem Drängen aus friedensbewegten Kreisen in Aalen, eine Auftaktkundgebung am Marktbrunnen und einen Demonstrationszug zum Bomben-Mahnmal in der Nachbarschaft zum geplanten neuen Hensoldt-Werk, an dem eine weitere Kundgebung stattfand.

Korrespondenz aus Aalen
Aalen: Deserteure zu unterstützen ist kein Verbrechen!
(RF-Foto)

Etwa 70 Menschen folgten mit Plakaten und Transparenten dem Aufruf der Gewerkschaften und des Friedensbündnisses Aalen und nahmen mit Schildern an der ersten Demonstration am Antikriegstag in Aalen teil. Rednerinnen und Redner von Gewerkschaften, der evangelischen Kirche und der Mahnwache Aalen wurden stimmungsvoll unterstützt von einem Friedensfreund und Gitarristen, der eigens zum Bombenfund ein aufrüttelndes Friedenslied komponiert und getextet hatte.

 

Die Kritik an der Regierungspolitik für Aufrüstung und Konfrontation und dem Abbau sozialer Errungenschaften in vielen Bereichen zu Gunsten der Industrie und der Monopole stand im Mittelpunkt der Reden.

 

Allerdings waren die Worte "Traum vom Frieden", "auf diplomatische Lösungen setzen" und "wir wünschen uns Frieden" noch hauptsächlich bestimmend. Doch wurde durch den Vertreter der MLPD sichtbar das Plakat "Echter Sozialismus statt Weltkrieg, Faschismus und Umweltkatastrophe" getragen und stieß auf Interesse, besonders auch vom anwesenden Pressefotografen.

 

Aber es gab auch handfesten Protest. So machte die Vertreterin von Solidarität International bekannt, dass ein Mitglied des Friedensbündnisses Aalen wegen "Schleusertum" angeklagt ist. Sein Verbrechen: Deserteuren aus der Ukraine und Russland über ein Monitoring und Begleitung bei der Einreise über Kroatien das Stellen eines offiziellen Asylantrags und Gewährung von Schutz tatkräftig zu unterstützen. Ihm drohen 10 Monate Gefängnis, eine Strafe in Höhe von 1.500 €, die absurderweise an die bayrische Polizeistiftung zu zahlen ist; sein Auto im Wert von 8 500 Euro wurde als "Schleuserfahrzeug" konfisziert, mehrere Datenträger und Unterlagen wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmt.

 

"Mit dieser Anklage wirst Du auf eine Stufe mit Menschenhändlern gestellt, die bezahlt dafür arbeiten, dass Sklavenarbeit, Prostitution und Organhandel als organisierte Verbrechen passieren können. Leider ist Dein "Fall" ein weiteres Beispiel dafür, dass humanitäre Hilfe kriminalisiert wird. Wir werden das weiter bekannt machen und gemeinsam mit Dir beraten, wie wir eine breitere Öffentlichkeit herstellen und die Solidarität voranbringen.", so die Vertreterin von SI.
Zum Abschluss der Kundgebung wurde dazu aufgerufen, am 26. September an der großen Demonstration in Stuttgart teilzunehmen und sich für die Fahrt mit Zügen und Bussen des DGB anzumelden.