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Hafenweit - Streikbereit

„Hafenweit – streikbereit“ schallte es kämpferisch am heutigen 4. September bei der Demonstration und Kundgebung im Hamburger Hafen. Der 48-Stunden-Warnstreik vom 2. bis 4. September war genau die richtige Antwort auf das provokante „Angebot“ des Zentralverbands der Deutschen Seehäfen (ZDS).

Korrespondenz
Hafenweit - Streikbereit
(rf-foto)

Er bot in der dritten Verhandlung gerade mal 0,1 Prozent mehr als in der zweiten und ging mit der Laufzeit um einen Monat runter auf 18 Monate. Wenn man die angebotenen 5,1 Prozent auf 12 Monate umrechnet, kommen nur schlappe 3,4 Prozent raus, brutto. Das deckt nicht mal die Inflation. Die Kollegen fordern 8,2 Prozent, mindestens 2,50 € pro Stunde und 12 Monate Laufzeit.

 

Nach der zweiten Verhandlung hatten sie bereits einen 24-Stunden-Warnstreik gemacht. Bei der erneuten Befragung nach der dritten Verhandlung beteiligten sich noch etwas mehr. Der Anteil der Kollegen, die das Verhandlungsergebnis ablehnten und für Streik stimmten, stieg von 78,1 auf 81,4 Prozent. Offensichtlich wirkt die Krisenpropaganda nicht mehr so und die Kollegen machen ihre eigene Rechnung auf.

 

Von der MLPD Hamburg-West beteiligten wir uns mit vier Genossinnen und Genossen an der Demo. Wir verteilten das aktualisierte Flugblatt der MLPD Küste, boten die Rote Fahne an, hatten unsere Parteifahne mit und Westen an. Das Flugblatt wurde trotz Regen insgesamt gut genommen. In den Gesprächen ging es um die Förderung der offensiven Richtung: jetzt Urabstimmung für Vollstreik! Am selben Tag streikten auch die Hafenarbeiter in den Niederlanden, was sehr positiv aufgenommen wurde; Solidaritätsgrüße wurden geschickt.

 

Wir diskutierten, dass sie v.a. gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters streiken, das macht doch unsere Regierung auch! Den Gedanken, dass man gemeinsam länder- und branchenübergreifend für unsere Interessen und gegen den Abbau der sozialen Errungenschaften kämpft, fanden viele gut. Tja – nur haben wir kein Streikrecht; also müssen wir uns das nehmen und erkämpfen! Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!

 

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Gegen kleinmütige Reaktionen, dass wir doch nichts ändern könnten, gingen die Diskussionen oft weiter in die Richtung, dass doch alle von unserer Arbeit leben! Wenn wir zusammenhalten und für unsere Interessen kämpfen, sollen die Bosse und die Regierung doch mal gucken, wo sie bleiben. Letztlich müssen wir mit diesem Profitsystem fertig werden, das uns in Krisen und Kriege stürzt, die wir ausbaden sollen. Das stieß auf nachdenkliche Offenheit. Es gab auch einzelne Kollegen, die für die AfD waren, aber offen für die Auseinandersetzung. Z.B. wird gerade an den Häfen deutlich, dass Produktion und Verteilung der Güter international organisiert sind und das Pochen auf Nationalismus nichts bringt.

 

Gut war, dass auch die Azubis stolz mitdemonstriert haben und einer eine kämpferische Rede hielt. Das Selbstbewusstsein der Kollegen kam auch darin zum Ausdruck, dass ein Teil einfach weiter geradeaus ging, als die Polizei die Demoroute über die Köhlbrandbrücke nicht genehmigt hatte. Sie akzeptierten das nicht. Die Polizei kam kurzzeitig in Hektik. Wir warteten alle geduldig und nach einer Weile kamen die Kolleginnen und Kollegen zurück.

 

Zu uns sagte die Polizei, dass die MLPD am Burchardkai der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) zwar Hausverbot hätte, wir aber heute, auch von den ver.di-Verantwortlichen, „geduldet“ würden. Wir erklärten, dass die Teilnahme an der öffentlichen Demo unser demokratisches Recht sei. Wäre sicher auch nicht gut angekommen, wenn sie uns vor den Augen der Kollegen „vertrieben“ hätten.

 

Tarifkampf der Seehäfen in Deutschland verbindet sich mit dem Streik der Hafenarbeiter in den Niederlanden. Solidaritätserklärungen auf der Webseite von Dockers International