Gefälschte Wahlumfrage

Gefälschte Wahlumfrage

Gezielte Manipulation der Wähler

Eine gefälschte Wahlumfrage kursiert in den sozialen Netzwerken: 46 Prozent werden der faschistischen AfD dort in Sachsen-Anhalt zugeschrieben. Ein Account kündigte es als „Neueste INSA-Umfrage“ an und schrieb: „Der Sieg für die Blauen ist zum Greifen nah.“

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Gezielte Manipulation der Wähler
Ein genauerer Blick auf die Fälschung und die Methode, Umfragen zur Meinungsmanipulation einzusetzen, lohnt sich. (Bild: Monstera Production; Lizenz: Pexels)

Das gefälschte Balkendiagramm kursiert unter anderem auf der Plattform X, aber auch Facebook und anderen Plattformen. Wer die Grafik hergestellt und in Umlauf gebracht hat, ist unklar, aber sie wird natürlich emsig von AfD-nahen Accounts verbreitet. Dass die Grafik von AfD-Agitatoren stammt, ist sehr wahrscheinlich, aber um diesen Eindruck zu vermeiden, wurden scheinbar mehrere private Profile genutzt, um sie in den sozialen Netzwerken zu platzieren. Von diesen Accounts haben dann AfD-nahe und AfD-eigene Accounts die Meldung weiterverbreitet.

 

Die Umfrage soll am 29. August herausgegeben worden sein, und zwar von dem Institut INSA. Auftraggeberin sei die „Mitteldeutsche Zeitung“, die umgehend in einem Statement¹ erklärte, sie habe die Befragung nicht bestellt und werde rechtliche Schritte prüfen. Auch INSA-Chef Hermann Binkert distanzierte sich gegenüber der Zeitung: „Das ist Fake. Das kommt nicht von uns.“

 

Wahrscheinlich handelt es sich um eine „KI“-Fälschung. Die Stuttgarter Zeitung schreibt: "Eine nähere Analyse der Grafik mit Werkzeugen wie 'SynthID' offenbart jedoch visuelle Ungereimtheiten, die typisch für Bildgeneratoren auf Basis künstlicher Intelligenz sind. Das offizielle Landeswappen von Sachsen-Anhalt ist fehlerhaft dargestellt, und das im Hintergrund abgebildete Gebäude existiert in der Realität überhaupt nicht."²

Zum zweiten Mal konstruiert eine Fake-Umfrage ein Wunschergebnis für die AfD

Die gefälschte Umfrage erweckt gezielt den Eindruck, eine Alleinregierung der AfD rücke in unmittelbare Nähe: Sie hätte mehr als die Hälfte der Landtagssitze gewonnen. Auch sonst entspricht die Umfrage den idealen Vorstellungen der AfD-Faschisten: CDU, SPD und Linkspartei im Abwärtstrend verglichen zu realen Umfragen, die Grünen scheitern an der 5-Prozent-Hürde und das BSW zieht in den Landtag ein - das wäre so ein ideales Ergebnis für die Faschisten, das eine AfD-Regierung quasi sicherstellen würde.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Falschnachricht verbreitet wird - schon Ende letzten Jahres wurde ein angebliches Umfrage-Ergebnis mit demselben AfD-Wert in den sozialen Netzwerken verbreitet³, auch damals wurde die INSA als Quelle genannt. Nicht benannt wurde interessanterweise das Bundesland.

 

Mag also sein, dass das ein Probelauf war – das Timing, eine gute Woche vor der Wahl, ist mit Bedacht gewählt, um unentschlossenen Wählern zu suggerieren, die AfD sei ohnehin nicht mehr aufzuhalten und es nun das Beste, auf das Siegerteam zu setzen. Eigene Anhänger will man so anspornen, die emsigen Antifaschisten, die gerade in Sachsen-Anhalt von Türe zu Türe gehen und Gespräche führen, demotivieren. Die Faschisten in der AfD sind in Sachsen-Anhalt dominant, und dreiste Lügen sind neben Drohgebärden ihre Hauptmethode.

 

Hier weiterlesen: Warum eigentlich INSA?