Bundesregierung dabei
Eine neue antikommunistische Internationale?
Zwei Konferenzen des Jahres 2026 werden in den bürgerlichen Medien als „konservatives Networking“ oder „Anti-Terror-Kooperation“ verkauft.
In Wirklichkeit formiert sich ein internationales Bündnis reaktionärster und faschistischer Kräfte. Seine Ausrichtung ist strikt antikommunistisch. Sein praktisches Ziel ist die international koordinierte Kriminalisierung des antifaschistischen, klassenkämpferischen und revolutionären Widerstands und Kampfs.
Am 16. Juli 2026 versammelte US-Außenminister Marco Rubio in Washington rund 66 Staaten zum „Ministertreffen zum Wiederaufleben des politischen Terrorismus“. Deutschland saß mit am Tisch – und zwar durchaus hochrangig auf „Abteilungsleiterebene“ bei der Bundesregierung. (Rote Fahne News berichtete). Die nächste Runde, so kündigte Rubio an, solle „in Deutschland“ stattfinden. Das Bundesinnenministerium signalisierte eilfertig Bereitschaft und plant für den Herbst 2026 einen bilateralen „Workshop von Fachexperten“ mit den USA. Deutschland sei selbst betroffen, die Bekämpfung des „Linksextremismus“ sei „prioritäres Anliegen“.
Was hier als Fachgespräch daherkommt, ist Teil einer Strategie: „Linksextreme“ und Antifa-nahe Netzwerke ins Zentrum der internationalen Anti-Terror-Zusammenarbeit zu rücken. Nicht der rassistische und faschistische Terror, nicht die Hetze gegen Migranten, Gewerkschaften, Linke und Marxisten-Leninisten stehen im Mittelpunkt – sondern der Widerstand dagegen. Wer protestiert, wer sich organisiert, wer den Faschismus beim Namen nennt, soll ins Raster „politischer Terrorismus“ gerückt werden.
Dabei sind die Antikommunisten die schlimmsten Extremisten: Sie stehen für extreme Ausbeutung, extreme Unterdrückung, Kriege und Umweltkatastrophe. Der wissenschaftliche Sozialismus und Kommunismus will dagegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung abschaffen, den Problemen an die Wurzel im kapitalistischen Ausbeutersystem gehen. Er ist radikal im besten Sinne des Wortes, aber in keiner Weise „extrem“.
Schon am 21. März 2026 hatte sich in Budapest die politische Schwesterformation gezeigt: Die fünfte CPAC. Die Redner waren die Creme de la Creme des internationalen Faschismus und der finsteren Reaktion wie Viktor Orbán, Alice Weidel, Javier Milei, Geert Wilders oder Eduardo Bolsonaro. Donald Trump schickte eine Videobotschaft. Das Motto „No migration! No gender! No war!“ Eine wahrhaft bestechende Logik! Rassismus und Frauenfeindlichkeit werden mit Hilfe des schlimmsten Kriegstreibers Trump zur Antikriegspolitik verklärt. Mehrfach wurden antikommunistische Aktionen aus Zeiten des Kalten Krieges beschworen. Weidel pries die düstere Vereinigung gar als „Leuchtfeuer der Freiheit“.
Was sich abzeichnet, ist der Kern einer neuen antikommunistischen Internationale: ein Netzwerk aus Regierungsapparaten, Parteiführungen und Stiftungen, das den Antikommunismus als Staatsdoktrin von Rechtsentwicklung und Faschismus organisiert. Es fehlten nur die Antikommunisten aus dem nicht-westlichen Lager Putins und Xi Jinpings, aber das hat machtpolitische Gründe.
Ziel ist, das antifaschistische Bewusstsein und die Offenheit bis Sympathie zum Sozialismus zu bekämpfen. In den USA ist dieser Kulturkampf Brandbeschleuniger des faschistischen Umbaus. Er agiert, so gefährlich er ist, aus der Defensive. Denn die Massenbewegung gegen Faschismus und Krieg ist international gewachsen. Ein weltweiter vorrevolutionärer Gärungsprozess entwickelt sich. Und die Sympathie für den Sozialismus/Kommunismus unter der Jugend wächst. Auch diese Allianzen gegen den Kommunismus werden scheitern, so wie die bisherigen drei Anläufe einer antikommunistischen Internationale gescheitert sind.
Die Entente Internationale Anticommuniste (Internationale Antikommunistische Entente, 1924–1950) wollte die Komintern zerstören und blieb ein von Schweizer Kapital finanzierter Propagandaapparat. Sie schloss sich mit den Faschisten Deutschlands und Japans zusammen und war nach 1945 politisch erledigt. Der Antikominternpakt von 1936 vereinte Nazi-Deutschland, Japan und später Italien sowie Satellitenstaaten gegen die Kommunistische Internationale. 1945 verloren die Unterzeichner schmachvoll den II. Weltkrieg, die Sowjetunion ging gestärkt daraus hervor.
Die World Anti-Communist League (Welt-Antikommunismus-Liga, ab 1966) war das größte Sammelbecken der schlimmsten Despoten und Reaktionäre des Kalten Krieges – bis zu lateinamerikanischen Todesschwadronen. Zum Zusammenbruch des Sowjetblocks trug sie allenfalls am Rande bei; die Krise kam aus dem Inneren des bürokratischen Kapitalismus. Ihr Ziel, den Kommunismus als Weltanschauung auszurotten, ist grandios gescheitert.
Die Antwort liegt nicht in der Anpassung an diesen Antikommunismus oder seiner modernen Weiterentwicklung. Sie liegt in der Stärkung der Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ und in einer internationalen Solidarität, die Faschismus, Krieg und Ausbeutung an der Wurzel packt. Die Zukunft gehört der revolutionären Weltorganisation ICOR und der United Front. Die Zukunft gehört dem Sozialismus auf Grundlage der Lehre von der Denkweise.