„Die Stoßstange“-Extra
Mercedes-Werk Bremen auf der Abschussliste?!
Wir dokumentieren eine aktuelle Extra-Ausgabe von „Die Stoßstange“, der Zeitung von Kolleginnen und Kollegen bei Mercedes-Benz und Daimler Truck, die mit dem Titel "Mercedes-Werk Bremen auf der Abschussliste?!" erschien:
Mercedes-Werk Bremen auf der Abschussliste?!
Wie die Redaktion der „Stoßstange“ erfuhr, plant der Mercedes-Vorstand, nicht nur in Ungarn (Keckcemet) die Produktion auf 400.000 pro Jahr hochzufahren, sondern auch ein Werk derselben Größenordnung – mutmaßlich in der Ukraine – sobald dort der Krieg zu Ende ist. Und im Gegenzug dazu: Kapazitätsabbau in Deutschland bis hin zu Werkstilllegungen. Zwei bis drei Mini-Werke würden laut Vorstand reichen, um mögliche Störungen in Osteuropa auszugleichen. Südafrika droht akut die Werkstilllegung. Wo bleiben Bremen und Hamburg?
Wollen sich Källenius und seine Aktionäre in der Ukraine als Kriegsgewinnler betätigen? Das Ziel des deutschen Imperialismus ist: Maximalprofite auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter – auf der ganzen Welt. Nicht nur bei Daimler: VW will vier Werke schließen und 120.000 Arbeitsplätze vernichten.
Damit die Profite schon jetzt wieder stärker sprudeln, wird bei Mercedes der Plan mit Erpressung verbunden, 40-Stundenwoche ohne Lohnausgleich und Verzicht auf erkämpfte Lohnbestandteile. Dann würde ‚vielleicht‘ – gnädig – ein stark verkleinertes Werk Bremen bestehen bleiben.
Wer Erpressern nachgibt, verliert alles
Die Methode ist uralt. Der Entführer erpresst Lösegeld – hat sein Opfer aber längst abgemurkst und verscharrt. So machen es auch die Autobosse: Ihren Plan zur Nummer 1 in der Welt zu werden und dazu Werke stillzulegen, Hunderttausende zu entlassen, haben sie längst gefasst. Ob wir 35, 40 oder 50 Stunden arbeiten. Das sind für sie erfreuliche Mehreinnahmen – aber letztlich doch nur Peanuts.
So war es schon bei den Werften. Ein Lohnsenkungsvertrag nach dem anderen – am Ende stand die Stilllegung. Und auch bei unseren Leiharbeitern: erst wurden Schritt für Schritt die Arbeitsbedingungen verschlechtert – und dann doch nach Osteuropa verlagert.
Die Entscheidung, ob wir unsere Arbeitsplätze behalten oder nicht, wird nicht davon getroffen, ob wir länger arbeiten und/oder auf Lohn verzichten.
Unsere Arbeitsplätze erhalten können wir nur, wenn wir darum kämpfen. Das ist die einzige wirkliche Mitbestimmung im Kapitalismus.
Mit Erpressern wird nicht verhandelt!
Nicht nur ein Werk, nicht nur ein Konzern – alle Automobilarbeiter gemeinsam – international! Gemeinsam sind wir stark!
(...) Ein gemeinsamer Streik (am 21. September, dem Kampftag zu dem IG Metall aufgerufen hat, die Redaktion) aller Arbeiterinnen und Arbeiter in der Automobilbranche – bei Herstellern und Zulieferbetrieben – das gab es so noch nie in Deutschland. Ein branchenweiter Generalstreik setzt die Konzerne und die Regierung unter Druck! Daraus kann der nächste mächtige Schritt werden, um gegen den Generalangriff von Monopolen und Staat in die Offensive zu kommen. Mit einem solchen Streiktag können die Automobilarbeiter gemeinsam kämpfen, statt vereinzelt erpresst zu werden, ihre Kampfkraft zeigen, ihr Selbstvertrauen stärken und ihre Erfahrungen austauschen.
Machen wir den ein 21. September zum wirklichen Streiktag: Alle Schichten, alle Kollegen – Ende offen. Das ist die einzige Sprache, die sie verstehen!