Arbeitsverdichtung
Das ist nicht schlecht geplant - die verschärfte Ausbeutung ist der Plan!
Am Tor bei Ford in Köln berichten Kollegen: Das Band in der Fertigung wurde mittlerweile auf 66 Sekunden heruntergeschraubt, die Arbeitsauslastung auf allen Arbeitsplätzen auf über 90 Prozent hochgefahren.
Für Nicht-Bandarbeiter: Desto schneller der Takt, desto verdichteter sind die einzelnen Arbeitsschritte. Selbst erfahrene und geübte Arbeiterinnen und Arbeiter kommen kaum hinterher. Auf die Erhöhung der Stückzahl und Personalmangel folgte die Einstellung von 60 Leiharbeiterin. JA, Leiharbeiter! In dem Betrieb, in dem Ende 2025 durch einen sogenannten "Sozialtarifvertrag" über 1000 Leute zackig raus waren. Jetzt fehlen Leute.
Ist das einfach schlecht geplant?
Aus dem europaweiten Ersatzteillager von Ford nebenan wird ganz ähnliches gemeldet: Zu wenig Leute, enormer Druck, die Arbeit wird verdichtet. Manche lassen sich dadurch verleiten, mehr als ihr eigenes Arbeitspensum zu übernehmen, um die Lücken zu füllen. Nicht wenige Ingenieure oder Meister übernehmen Zusatzaufgaben (unbezahlt, versteht sich). Es werden mal wieder Überstunden gefahren, zwei Stunden mehr pro Tag. "Freiwillig". Überall Reibungsverluste, weil viele erfahrene Kollegen in Rente sind, die gar nicht ersetzt und auf keinen Fall die Neuen rechtzeitig angelernt werden. Die miese Stimmung schlägt vielfach in Wut über. "So kann man doch nicht arbeiten!", erbost sich ein Kollege. "Was denken die da oben denn, wie wir das machen sollen?" Es reicht!
Ist das einfach schlecht geplant?
Nein! Das ist der Plan: Die Ausbeutung wird verschärft durch Arbeitsplatzvernichtung gepaart mit Arbeitsverdichtung bei denen, die noch da sind. Ich spreche mit einem Kollegen darüber, dass das bei VW, Mercedes und überall so ist. Die Regierung ist Teil dieses Generalangriffs mit Forderung nach 40-Stundenwoche und Rente mit 70 - wir sollen mehr arbeiten. Gegen diesen Plan muss der 21. September zum gewerkschaftlichen Streiktag gemacht werden. Alle konkreten Forderungen aus den Abteilungen gilt es darin einzuordnen: Mehr Leute einstellen, unbefristete Übernahme der Jungfacharbeiter, gründliches Anlernen, Takt langsamer stellen usw.
Bei der nächsten heißen Diskussion mit dem Kollegen erklärt er mir überzeugt: "Und weißt du was: Das ist nicht nur bei Ford so!"
Alle Autobelegschaften zusammen: Machen wir den 21. September zum bundesweiten Streiktag!
Alle zusammen am 26. September mit "Mann und Maus" raus auf die Straßen - für die Zukunft unserer Kinder und mit ihnen zusammen.