Auch hier: Mitbestimmung durch Streik
ArcelorMittal will Stahlwerk in Duisburg-Ruhrort schließen: 550 Arbeitsplätze vor dem Aus
Die Befürchtungen der Beschäftigten bei ArcelorMittal Duisburg werden Realität: Der Konzern will Stahlwerk und Knüppelwalzwerk in Ruhrort mit dem Auslaufen des Roheisen-Liefervertrags Ende September 2027 schließen.
Rund 550 der derzeit etwa 830 Arbeitsplätze am Standort stehen vor dem Aus. Der Aufsichtsrat muss die Entscheidung noch bestätigen.
Bereits Ende 2024 kündigte ArcelorMittal den Vertrag über jährlich rund 750.000 Tonnen Roheisen mit Thyssenkrupp Steel (TKSE) zum September 2027 und verwies auf steigende CO₂-Kosten. Ursprünglich sollte das Stahlwerk in Ruhrort durch einen Elektrolichtbogenofen auf CO₂-ärmere Produktion umgestellt werden – mit Schrott und direkt reduziertem Eisen aus DRI-Anlagen. Doch ArcelorMittal setzt die angekündigte Transformation nicht um. Und das trotz eines Förderbescheids über 1,27 Milliarden Euro für DRI- und EAF-Projekte in Bremen und Eisenhüttenstadt. Auch die angekündigte Investition von rund 300 Millionen Euro in einen Elektrolichtbogenofen in Ruhrort hat der Konzern gestrichen.
So will ArcelorMittal den gesamten Produktionsverbund in Ruhrort auflösen. Stahlwerk und Knüppelwalzwerk verschwinden! Das Drahtwalzwerk bleibt erhalten. Es soll aus anderen europäischen Werken, unter anderem aus Hamburg, sowie durch externe Lieferanten versorgt werden. Ein gewachsener Verbund wird auseinandergerissen.
Die Stahlindustrie muss schnellstmöglich dekarbonisiert werden. Dekarbonisierung darf aber nicht zum Vorwand für Arbeitsplatzvernichtung werden. Sie braucht Investitionen in DRI, Elektroöfen, erneuerbare Energien, Wasserstoff und Netze – und zugleich die Sicherung der industriellen Arbeitsplätze. Der Angriff auf Ruhrort steht im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatzabbau bei TKSE und den Angriffen auf Auto- und Zulieferindustrie – Stahl und Autoindustrie sind eng verflochten.
Jetzt zählt die gemeinsame Kampfkraft. Der gewerkschaftliche Aktionstag am 21. September muss auch für die Stahlarbeiter zum Kampftag werden. Nicht Duisburg gegen Hamburg oder Deutschland gegen andere Länder darf die Antwort sein, sondern der gemeinsame Kampf der Belegschaften.
- Mitbestimmung durch Streik!
- Die Auseinandersetzung darum gehört am kommenden Montag (7.9.) auf die Belegschaftsversammlungen!
- Keine Schließung des Stahlwerks und Knüppelwalzwerks!
- Erhalt der Stahlproduktion – konsequente Dekarbonisierung!
- Gemeinsam gegen Arbeitsplatzvernichtung und Standortschließungen!