"Rheinische Seenplatte"

"Rheinische Seenplatte"

Wie RWE seine Umweltverbrechen versenken will

Spätestens mit dem kürzlichen Rekordniedrigwasser des Rheins geraten die Pläne des Energiemonopols und Braunkohleförderers RWE wieder in den Blickpunkt, nach dem Ende des Braunkohleabbaus die gewaltigen Löcher mit Rheinwasser zu fluten.

Korrespondenz aus Düsseldorf

Schönfärberisch wird dabei eine "Rheinische Seenplatte" versprochen, die aus den Tagebauen Inden, Garzweiler und Hambach entstehen soll. Selbstverständlich geleitet von den edelsten Motiven: für Naherholung, Naturschutz und Arbeitsplätze. Das interessierte die RWE-Tochter Rheinbraun und die verantwortlichen bürgerlichen Politiker einen Dreck, als in den 1970‘er Jahren der Braunkohletagebau begann, wertvolle Kulturlandschaften und jahrhundertealte Dörfer abgebaggert wurden. Jetzt sollen diese Umweltsünden quasi ersäuft werden.

 

Für den Braunkohleabbau musste auf einem Zehntel der Fläche NRWs der Grundwasserspiegel auf 550 m gesenkt werden. Werden diese Pumpen abgestellt, droht das Grundwasser die Grubenwände zu durchbrechen und Giftstoffe auszuspülen, die durch den Tagebau freigesetzt wurden und aus abgekippten Kraftwerksabfällen entstammen. Das Wasser aus dem Rhein soll als Gegendruck die Grubenwände stabilisieren. Schadstoffe konzentrieren sich in den geplanten Seen, wenn bei Niedrigwasser die Befüllung reduziert oder abgestellt wird. Und RWE weigert sich, das geförderte Rheinwasser zu klären, das nachweislich mit Schadchemikalien aus dem Chemiestandort Dormagen versetzt ist. Eine hübsche Giftbrühe will RWE da servieren.

 

Schon vorsorglich wurde mitgeteilt, dass ab Beginn der Flutung der Tagebaulöcher im Jahr 2030 die "Tiefbrunnen in Tagebaunähe für die Trinkwasserversorgung nicht mehr zur Verfügung stehen." Mindestens 60 Jahre lang, solange soll die Befüllung dauern. Die Trinkwasserversorgung soll dann durch eine 60 km lange Pipeline erfolgen, vom Norden Duisburgs bis Mönchengladbach. Und wo nimmt diese Pipeline ihr Wasser her? Natürlich aus dem Rhein, wenn Niedrigwasser und Tagebaubefüllung noch was übrig lassen.

Wer zahlt?

RWE will nichts zahlen und stattdessen das Rheinwasser unentgeltlich entnehmen. Mal sehen, wer das letzte Wort hat. Denn bislang fand RWE immer viel Wohlwollen bei den Behörden. So ist die Leitung in die Tagebaugruben bereits genehmigt, obwohl die Wasserentnahme noch nicht verhandelt ist. Aktivisten des überregionalen "Wasserbündnisses" fordern zu Recht die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips, einen Stopp für diese Wasserverschwendung und naturbasierte, wasserarme Alternativen anstelle der Pläne der RWE.