Argentinien
Widerstand gegen verschärfte Ausbeutung und Arbeitsplatzvernichtung
In Argentinien wird nicht nur Fußball gespielt. Die globale Vernichtungsschlacht in der Autoindustrie schlägt auch in Argentinien zu.
Kein Monat ohne Horrormeldungen: VW hat eine Schicht im Werk General Pacheco gestrichen. Die Leute wurden zu Abfindungen gedrängt, hunderte suspendiert oder entlassen. Stellantis hat die Produktion von Citroen-Modellen ganz eingestellt und nach Brasilien verlagert. 400 auslaufende Zeitverträge wurden einfach nicht verlängert, die Arbeiter sitzen auf der Straße.
Und das in einem Land, wo täglich im Schnitt 30 Betriebe zumachen. Wie zuletzt der große Reifenhersteller FATE, der 920 Arbeiter im August ausgesperrt. Der argentinische Monopolkapitalist Quintanilla springt nicht weniger skrupellos mit seiner Belegschaft um wie die internationalen Übermonopole, die in Argentinien seit Jahrzehnten ihre Lohnarbeiter ausbeuten: Mercedes-Benz (seit 1951, Förderer der Militärdiktatur), VW, Stellantis (Fiat, Citroen, Peugot), Renault, General Motors, Ford und Toyota (inzwischen der größte). Ihre Konzernstrategien sind auf den Weltmarkt zugeschnitten und wo sie investieren, wollen sie Nummer 1 sein und Maximalprofit aus den Arbeitern quetschen.
In Argentinien wird die Produktion von PKW runtergefahren, die Importe aus Brasilien und China überschwemmen den Markt. Im Jahr 2026 ist bis August die argentinische PKW-Produktion um 36 Prozent eingebrochen. Argentinien soll als Standort auf Nutzfahrzeuge konzentriert werden: Pick-up, LKW und Busse für den südamerikanischen Markt. Dafür hat Mercedes Truck aktuell 110 Millionen Dollar in Zarate investiert. Die Automobilarbeiter in Cordoba und Buenos Aires waren zum Teil auf die Sprüche von Milei reingefallen, der versprochen hatte, mit Bürokratieabbau die Wirtschaft anzukurbeln. Jetzt erleben sie, wie der faschistische Präsident den internationalen Konzernen den roten Teppich ausrollt und seine Familie und Freunde sich die Taschen stopfen. Sein Gesetz zur "Arbeitsmodernisierung" erleichtert den Kapitalisten, überflüssige Arbeiter loszuwerden, schwächt die Gewerkschaftsrechte und erschwert Streiks.
Generalstreik gegen Milei
Dafür erntet Milei wachsenden Hass aus der armen Bevölkerung und formieren sich Hunderttausende in wirtschaftlichen und politischen Kämpfen. Keine Woche vergeht ohne große Demonstrationen. Klassenkämpferische Kollegen, Gerwerkschaftseinheiten und revolutionäre Kräfte wie die PCR (Partido Communista Revolucionario) orientieren auf einen landesweiten 36 stündigen Generalstreik. Die Arbeiterinnen, Arbeiter und ihre Familien sollten über Ozeane und Ländergrenzen hinweg am 21. September ein Zeichen der internationalen Arbeitereinheit setzen.