So funktioniert Ausbeutung
VW-Blumes Klage über die angeblich „hohen Fabrikkosten“
VW‑Vorstandsvorsitzender Oliver Blume behauptet, dass VW wegen der „hohen Fabrikkosten in Deutschland“ Probleme habe.
Dagegen hieß es gestern in einem Flugblatt des Betriebsrats:
„Der Vorstand behauptet zu den sogenannten Fabrikkosten, sie krankten hierzulande am angeblich viel zu hohen VW‑Haustarif. Hier lest Ihr zur Abwechslung mal die Wahrheit. Die Fabrikkosten machen für VW nur ungefähr ein Siebtel der Gesamtkosten eines Autos aus. Und von diesem Siebtel entfallen wiederum nur zwei Drittel auf die Personalkosten. Daraus ergibt sich, dass selbst die völlig utopische Halbierung des VW-Haustarifs ein Fahrzeug nur ungefähr fünf Prozent billiger machen würde.“
Das war ein guter Punkt gegen Blumes Propaganda!
Aber man sollte auch den Begriff „Fabrikkosten“ hinterfragen. Es geht um einen internen Werkskennwert: Was „kostet“ es, im Werk selbst ein Auto zusammenzubauen – ohne den großen Brocken zugekaufter Teile? In der bürgerlichen Kostenrechnung steht Arbeit neben Abschreibung und anderem: alles „Kostenfaktoren“.
Das verdeckt aber, worum es geht:
- Maschinen, Hallen, Bleche, Strom sind konstantes Kapital: tote Arbeit, schon früher verausgabt. Sie übertragen nur den in ihnen steckenden Wert.
- Die lebendige Arbeit der Belegschaft: der einzige Faktor, der neuen Wert zusetzt – der sich teilt in den eigenen Lohn und den Mehrwert.
„Fabrikkosten“ knüllt beides in eine Zahl „Euro je Auto“. Dann sieht es so aus, als verursache der Arbeiter Kosten wie eine Lackieranlage. In Wahrheit schafft er den Wert, von dem er einen kleinen Teil als Lohn erhält und VW sich den Großteil als Profit aneignet. Und diesen Anteil will VW drastisch in die Höhe treiben, sprich die Ausbeutung verschärfen.