Sechs Monate Irankrieg
Trumps „schneller Sieg“ ist zum Debakel geworden
Heute vor sechs Monaten, am 28. Februar 2026, begannen die USA und Israel ihren gemeinsamen Angriffskrieg gegen den Iran.
Die Faschisten Donald Trump und Benjamin Netanjahu wollten im Sinne des Imperialismus Fakten schaffen: das faschistische iranische Regime entscheidend schwächen oder stürzen, den Einfluss des neuimperialistischen Iran zurückdrängen und die Kräfteverhältnisse im Mittleren Osten neu ordnen. Die Rote Fahne Redaktion charakterisierte die USA von Beginn an als Hauptkriegstreiber und den Krieg als neue Qualität der zwischenimperialistischen Auseinandersetzungen.
Sechs Monate später ist von einem schnellen Sieg keine Rede. Trotz schwerster Bombardements, der Tötung des obersten Führers Ali Chamenei und massiver Schäden an militärischen und atomaren Anlagen ist das faschistische Regime der Islamischen Republik weiterhin an der Macht. Trump hatte einen kurzen Krieg versprochen. Stattdessen ist daraus ein zermürbender Konflikt geworden, der die USA inzwischen zig Milliarden Dollar kostet und ihre militärischen Reserven belastet. Selbst in bürgerlichen US-Medien ist von einem festgefahrenen Krieg die Rede.
Besonders sichtbar wird das Debakel an der Straße von Hormuz. Vor dem Krieg war diese Lebensader des kapitalistischen Welthandels frei befahrbar. Heute ist sie faktisch weitgehend blockiert. Iran kontrolliert und beschränkt die Passage, die USA halten zugleich an ihrer Blockade iranischer Häfen fest. Immer wieder werden Schiffe bedroht oder angegriffen. Statt die strategische Meerenge unter ihre Kontrolle zu bringen, haben die USA eine Situation geschaffen, in der der Schiffsverkehr massiv eingebrochen ist und die weltweite Ölversorgung ständig unter neuer Kriegsgefahr steht.
Dabei ging und geht es keineswegs nur um das iranische Atomprogramm. Iran verfügt über rund zwölf Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Die USA unter Trump haben ein großes Interesse daran, die Kontrolle über iranisches Öl zu erlangen und die Vorherrschaft US-amerikanischer Energiemonopole auszubauen. Zugleich soll verhindert werden, dass vor allem der imperialistische Rivale China seinen Zugriff auf iranische Rohstoffe und seinen Einfluss in der Region weiter verstärkt.
Doch auch der engste Verbündete der USA macht zunehmend seine eigene Rechnung auf. Die faschistische Netanjahu-Regierung verfolgt mit ihrer Groß-Israel-Politik eigene imperialistische Ziele. Israel setzte Angriffe im Libanon und Iran selbst dann fort, als Trump sie aus taktischen Gründen stoppen wollte. Damit treten die Widersprüche offen hervor: Washington will seine bestimmende Stellung im Mittleren Osten sichern; Israel beansprucht selbst die Rolle einer regionalen imperialistischen Führungsmacht.
Das bedeutet keineswegs Entwarnung. Gerade weil die USA ihre Kriegsziele bisher nicht erreicht haben, bleiben sie brandgefährlich. Der neuimperialistische Iran steht ihren Machtansprüchen und ihnen als Verbündeter Chinas im Weg. Trump reagiert auf die Krise mit neuen Sanktionen, Blockade und militärischem Druck. Der Kampf um Öl, Handelswege und Vorherrschaft hält an – und mit ihm die akute Gefahr einer weiteren Eskalation bis hin zu einem atomar geführten Dritten Weltkrieg.