Betriebsversammlung

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Selbständiger Protest auf außerordentlicher Betriebsversammlung bei VW Braunschweig

Gestern fanden Betriebsversammlungen bei VW an den Standorten Braunschweig und Wolfsburg statt. Korrespondenten schreiben dazu an die Rote Fahne Redaktion:

Korrespondenz
Selbständiger Protest auf außerordentlicher Betriebsversammlung bei VW Braunschweig

Am 24. August fand, wie in allen Werken der Marke VW, eine außerordentliche Betriebsversammlung statt. Sie war nur für zwei Stunden und ohne freie Aussprache geplant.

 

Vor Beginn – ab 12.15 Uhr – fanden sich bereits Kolleginnen und Kollegen am Ankunftsplatz der Busse¹ zum selbständigen Protest ein. VW hatte zu wenig Busse organisiert. Dadurch kamen einige Kolleginnen und Kollegen zu spät zur Kundgebung, oder blieben der Versammlung ganz fern. Zehn Kolleginnen und Kollegen begannen, ihre Sache selber in die Hand zu nehmen – mit zwei selbstgemalten Transparenten und freigehaltenen Redebeiträgen am Megafon.


Sie waren ständig von 50 wechselnden Kolleginnen und Kollegen an den beiden Raucherplätzen umringt und ihre Reden bekamen immer wieder Applaus. Sie sprachen sich für die 30‑Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich aus und positionierten sich gegen die vom VW-Vorstand angekündigten Massenentlassungen, Werksschließungen und den geplanten Einstieg in die Rüstungsindustrie.


Ein Redebeitrag richtete den Blick auf die notwendige internationale Organisation unserer Kämpfe und darauf, dass Gewerkschafter, wie im Nickeltagebau in Indonesien, beeindruckt von der Größe unserer Gewerkschaften in Deutschland sind. Ein anderer sprach sich dafür aus, den Blick auch über den krisengeschüttelten Kapitalismus zu heben.


Die zehn Mann demonstrierten dann in die Versammlung und empfingen den später ans Mikrofon tretenden Komponentenchef Thomas Schmall mit lauten Buhrufen. Auch ein paar Umstehende riefen mit.


Dieser sprach sichtlich nervös. So berichtete er, sie hätten sich neue, gewinnversprechende Geschäftsfelder überlegt. Im Kleingedruckten seiner PowerPoint-Folie konnte man lesen, dass dazu auch Rüstungsindustrie mit den Bereichen landgestützte Fahrzeuge, Drohnen und Ladesysteme gehört.


Die Kolleginnen und Kollegen hörten konzentriert zu, denn den meisten von uns ist der Ernst der Lage bewusst!