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Russische Flotte aus Mittelmeer abgezogen

Laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Telegraph" hat das russische Militär erstmals keine Marinepräsenz mehr im Mittelmeer. Über die Hintergründe kann man spekulieren - beachtenswert ist es in jedem Fall.

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Russische Flotte aus Mittelmeer abgezogen
Die russische Korvette Stoikiy, hier am 30. Juli 2018 in Baltiysk, war die letzte Überwassereinheit der russischen Flotte, die das Mittelmeer verlassen hat. (Bild: mil.ru; Lizenz: CC BY 4.0)

Seit 2013 hatte die Russische Flotte mit dem sogenannten "Operativen Verband der russischen Seekriegsflotte im Mittelmeer" eine dauerhafte Präsenz im Mittelmeer etabliert. Laut dem Bericht des "The Telegraph" sind die letzten Einheiten bereits im Juni abgezogen worden, wobei sich die Zeitung allerdings auf westliche Quellen beruft: "Seit Juni ist dort nichts mehr", sagte ein NATO-Vertreter der Zeitung. Das sei "ziemlich bedeutsam", weil die russische Führung damit vorerst eine wichtige militärische Präsenz in der Region aufgegeben haben könnte.

Verlust des syrischen Hafens

Zumindest nach bisherigem Kenntnisstand ist der Abzug der letzten beiden russischen Schiffe - der modernen Korvette "Stoikiy" (Стойкий) der Steregushchiy-Klasse und des U-Boots Krasnodar - auf die Veränderung der Lage in Syrien zurück zu führen. Die russische Führung konnte die dauerhafte Präsenz im Mittelmeer ab 2013 nämlich nur etablieren, weil sie durch eine Vereinbarung mit dem syrischen Assad-Regime den Hafen Tartus als dauerhafte Basis nutzen konnte. Diesen Hafen hat sie allerdings mit dem Sturz des Assad-Regimes erst einmal verloren.

 

Seitdem das der Fall ist, war die Versorgung der im Mittelmeer stationierten russischen Einheiten eine wachsende Herausforderung, denn auch die Durchfahrt russischer Schiffe durch den Bosporus ist nicht mehr unbeschränkt. Anders aber konnte weder Treibstoff noch Nahrung herangeschafft werden. Hatte die russische Flotte vor 2025 noch bis zu 15 Schiffe im Mittelmeer stationiert, war deren Zahl schon über die letzten Monate immer weiter reduziert worden.

Neuimperialistisches Russland geschwächt?

Die wahrscheinliche Antwort lautet: Temporär. Auch wenn aktuell keine umfangreichen Operationen logistisch möglich sind, ist ein vollständiger Rückzug unwahrscheinlich. Wie der "Telegraph" selbst berichtet, bemüht sich die russische Führung bereits um neue Verträge mit dem neuen Regime, so sollen der Marinestützpunkt Tartus und der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in den kommenden Monaten teilweise in gemeinsame syrisch-russische Ausbildungszentren umgewandelt werden. Auch in libyschen Häfen haben russische Schiffe zuvor angelegt. Die russische Führung ist also offensichtlich bestrebt, im Mittelmeer eine Militärpräsenz zurück zu gewinnen.