Solidarität mit politischen Gefangenen

Solidarität mit politischen Gefangenen

Freiheit für den Journalisten Ahmed Polad

UPOTUDAK teilt mit:

Pressemitteilung des Internationalen Komitees für Solidarität mit politischen Gefangenen (UPOTUDAK)
Freiheit für den Journalisten Ahmed Polad

Ahmed Polad, Reporter der Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansı (ETHA) und des Senders Özgür TV, der am 18. Januar 2026 in der syrischen Stadt Raqqa bei der Berichterstattung festgenommen wurde, wird seit über 200 Tagen rechtswidrig festgehalten. Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann, die gemeinsam mit ihm bei der Berichterstattung festgenommen worden war, wurde am 19. Juni freigelassen; doch obwohl zwischen der syrischen Regierung und den SDF Gefangenenaustausche stattgefunden haben, ist der Journalist Ahmed Polad nach wie vor seiner Freiheit beraubt.

 

Polad, der während der Berichterstattung über die Evakuierung von Zivilist*innen in Raqqa aus der Menschenmenge herausgegriffen und festgenommen wurde, sollte lange Zeit in Vergessenheit geraten, und sein Schicksal sollte geheim gehalten werden. Ende April kam jedoch ans Licht, dass er in einer Haftanstalt in Aleppo festgehalten wurde und wegen der dort erlittenen Folter behandelt werden musste. Aussagen von Mitgefangenen, die sich dieselbe Zelle mit ihm teilten, belegen eindeutig, dass der Gesundheitszustand und die körperliche Unversehrtheit des Journalisten ernsthaft gefährdet sind.

 

Die faschistische, Bandenmentalität, die in Syrien die Macht innehat, missachtet das Recht auf Information, den Journalist*innenberuf und die grundlegenden Menschenrechte. Diese Regime-Mentalität, die Folter zu einer Methode gemacht hat, Menschen verschwinden lässt und die oppositionelle Presse sogar bei Gefangenenaustauschen zum Verhandlungsobjekt macht, versucht, die freie Presse mit Gefängnissen zum Schweigen zu bringen.

 

Als Internationales Komitee zur Solidarität mit politischen Gefangenen fordern wir von der syrischen Regierung und den Behörden in der Region eine unverzügliche und transparente Erklärung über das Schicksal von Ahmed Polad. Die Haftbedingungen in Aleppo, die dort praktizierte Folter und die Menschenrechtsverletzungen müssen unverzüglich beendet werden; unabhängigen medizinischen Teams muss Zugang gewährt werden.

 

Journalimus ist kein Verbrechen; Ahmed Polad muss unverzüglich und ohne Auflagen freigelassen und unter Gewährleistung seiner Sicherheit gemäß seinem Wunsch verlegt werden.

 

Wir rufen alle internationalen Institutionen, insbesondere die Regierungen der Länder der Europäischen Union, dazu auf, ihre Unterstützung für diese Vorgehensweise einzustellen und unverzüglich Verantwortung für die Freilassung von Polad zu übernehmen.

 

Der Journalist Ahmed Polad muss unverzüglich freigelassen werden!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!