Gewerkschaftlicher Streiktag 21. September
Die IG Metall kann und soll die Streikzeit bezahlen!
Aus einem Betrieb der Automobilbranche berichtet ein Korrespondenz von der Auseinandersetzung auf der Betriebsratssitzung in dieser Woche über die Vorbereitung des 21. September.
Der Vorsitzende antwortet auf einen Vorschlag: „Sicher wäre es in der heutigen Situation angemessen, am 21. September für eine ganze Schicht die Arbeit niederzulegen. Aber bedenkt mal, was das für ein Lohnausfall wäre, weil die IG Metall wegen der Friedenspflicht kein Streikgeld zahlen darf! Das würde manchen Kollegen in Schwierigkeiten bringen!“
Tatsächlich spielt diese Frage eine Rolle unter den Kollegen, gerade nach dem massiven Lohnraub der letzten Jahre und der Inflation. Viele fordern zu Recht, dass die IG Metall die Streikzeit trotzdem bezahlt, denn das genau ist ja ihre Aufgabe. Wenn uns Staat und Monopole so frontal attackieren, dann dürfen wir uns vom bürgerlichen Recht im Kampf doch nicht die Hände fesseln lassen!
Und darüber hinaus? Die Situation zeigt, dass wir heute dringender denn je ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht brauchen und als IG Metall und Arbeiterbewegung erkämpfen müssen, das gehört heute auf die Tagesordnung. Einen Kampf, wie er heute ansteht, müssen wir im vollen Vertrauen auf die eigene Kraft und die Solidarität der breiten Massen führen. Während der sieben Tage des selbständigen Streiks bei Opel-Bochum wurden zehntausende Euro gesammelt und gespendet. Auf diese Kraft können und müssen wir auch heute voll setzen!
In jedem Fall können wir unseren Kampf natürlich nicht auf bezahlte Betriebsversammlungen beschränken und müssen alles daran setzen, den 21. September zum kämpferischen gewerkschaftlichen Streiktag zu machen.
