Antifaschistische Überzeugungsarbeit wirkt
Der Kampf um die Denkweise mit Hausbesuchen und tausendfachen Diskussionen als Erfolgsrezept
Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen sieht die AfD in Sachsen-Anhalt bei 40 Prozent. Erstmals seit Mai liegt sie damit nicht mehr über der 40-Prozent-Marke; zuletzt stand sie meist bei 42 bis 43 Prozent.
In den letzten Monaten fanden in Sachsen-Anhalt zehntausende Gespräche statt – an Haustüren, auf Marktplätzen, vor Betrieben, in Wohngebieten. Antifaschistische Überzeugungsarbeit wirkt. Eine einzelne Zahl ist natürlich kein Grund zur Beruhigung, und die faschistische Gefahr bleibt akut. Sie zeigt aber: Je näher der 6. September rückt, desto mehr Menschen machen sich Gedanken über den Charakter dieser faschistischen Partei.
Es gibt eine große Suche nach einer Alternative, und die Leute diskutieren differenzierter. Es gibt eine klare Polarisierung, dabei aber eine zunehmende Offenheit für die antifaschistischen Argumente. Viele AfD-Wähler diskutieren und kommen ins Nachdenken. Es gibt Gespräche, in denen Menschen schnell umdenken und sagen, sie würden die AfD doch nicht wählen.
Korrespondenten aus Magdeburg berichten heute: "Es gibt einen richtigen antifaschistischen Aufbruch. Von überall her kommen Leute, die Hausbesuche machen – Motorradclubs, Widersetzen und andere. In Magdeburg schließen migrantische und solidarische Gewerbetreibende Läden zum 'Migra-Streik'. LAMSA, das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen, führt 'demokratische Tür-zu-Tür-Gespräche' in Teams von drei Personen, unter anderem in Stendal, Halle und Dessau. Widersetzen organisiert systematische Überzeugungsarbeit. Am heutigen Samstag macht die MLPD in Magdeburg einen Aktionstag mit Ständen und Versammlungen."
Was lange nur von der MLPD praktiziert, belächelt oder verleumdet wurde, ist mitten in der breiten antifaschistischen Überzeugungsarbeit angekommen. Die MLPD macht Wohngebietsarbeit, planmäßige Gespräche an der Tür und die Verbindung von Betrieb und Nachbarschaft seit Jahrzehnten. Nicht nur einmal, sondern als zentrale Methode ihrer systematischen Kleinarbeit, um die Denkweise der Massen zu verändern. In Heide-Nord in Halle klingelten MLPD und Rebell an einem Tag an 1.500 Türen und führten über 250 Gespräche. In Erfurt-Rieth waren es Hunderte Türen. Die MLPD sagt dazu: Die Denkweise ist veränderbar.
Diese Methoden wurden früher vom Geheimdienst und in Büchern wie „Linksextrem – Deutschlands unterschätzte Gefahr?“ als Merkmal einer „Sekte“ attackiert. Hausbesuche wurden als „Kontrollbesuche“ verhetzt. Klingelt ein bürgerlicher Politiker, gilt das als bürgernah. Tun es Marxisten-Leninisten, sollte es sektiererisch heißen. Die Wirklichkeit holt diese Denunziation ein. Auch außerhalb der MLPD greifen Aktive das zunehmend auf. Vor dem AfD-Parteitag in Erfurt wollte Widersetzen 60.000 Haushalte erreichen. Die taz zitierte Louisa von Freytag Löringhoff nach einem Gespräch mit einer AfD-Wählerin: „Es ist essenziell, um die Denkweise jedes Einzelnen zu kämpfen.“
Aktionismus statt Bewusstseinsbildung verpufft. Blockaden ohne Stadtgespräch bleiben isoliert. Wer nur die schon Überzeugten trifft, überlässt den Rest der Demagogie. Der Faschismus setzt auf Massenbasis durch Verbreitung der kleinbürgerlich-faschistischen Denkweise. Dagegen hilft offensive, geduldige Überzeugungsarbeit: Zuhören, den Klassenstandpunkt klar machen, differenziert argumentieren, in Verbindung bleiben, organisieren.
Die MLPD ist die Partei des organisierten Kampfs um die Denkweise. Das erhält heute besondere Bedeutung: Die Massen wollen nicht mehr in der alten Weise leben, die Herrschenden können nicht mehr so regieren. Wie wird die aber noch bestehende Verwirrung aufgelöst?
Das erfordert einen Dreiklang in der Überzeugungsarbeit:
- Erstens antifaschistisch – „Wer AfD wählt, wählt Faschismus!“
- Zweitens der Kampf gegen die Ausbeutung durch Monopole und Regierung: Werksschließungen, Sozialkahlschlag, Abwälzung der Krise auf die Arbeiterfamilien in Halle, Magdeburg und den Plattenbaugebieten. Das beinhaltet klare Kritik an Regierung und anderen Monopolparteien.
- Drittens die Perspektive: Make Socialism great again! Echter Sozialismus ist keine Nostalgie, sondern die Antwort auf die zunehmenden Krisen des Kapitalismus und die Suche nach einer Alternative.
Heute in Magdeburg: Aktionsstände, Kundgebung, Demonstration, Überzeugungsarbeit!
Am 13. September: Buchvorstellung in Gelsenkirchen "Die Lehre von der Denkweise"