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Rüstungsproduktion als vermeintlich rettender Strohhalm?

Heute besucht Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) das VW-Werk in Osnabrück. Es ist eines von vier Werken, die der VW‑Vorstand schließen will. Oder wie es Herr Blume auf der Betriebsversammlung „blumig“ formulierte: „Für vier Standorte in den 2030er-Jahren fehlt eine wettbewerbsfähige Auslastung.“

Von jz

Ministerpräsident Lies ließ vorab verkünden, dass er sich mit dem Besuch ein Bild von der Stimmung machen will. Hat der Mann tatsächlich so wenig Fantasie und Einfühlungsvermögen für die Ängste, Sorgen und die Wut der 2000 Kolleginnen und Kollegen über die angedrohte Schließung des Werkes?


Wahrscheinlich kommt der schon seit längerer Zeit bekannte Strohhalm eines kompletten Umbaus des Werkes auf Rüstungsproduktion zur Sprache. Ausgerechnet eine israelische Rüstungsfirma bekundete Interesse. Deren Regierung überzieht als äußerst brutaler Kriegsaggressor aktuell zahlreiche Völker im Nahen und Mittleren Osten mit Tod und Verderben. Das soll tatsächlich der Belegschaft als „sichere“ Alternative verkauft werden? Katar als Großaktionär bei VW hat gegen diesen Deal Widerspruch eingelegt. Das Land Niedersachsen will bei diesem Deal vermitteln.


Doch egal, für welches Land diese Rüstungsgüter vielleicht einmal produziert werden sollen: Die aktuelle weltweite gigantische Hochrüstung dient dem Zweck, sich auf einen Dritten Weltkrieg vorzubereiten. Mit einer rein „wirtschaftlichen“ Kriegsführung wird es für die imperialistischen Länder immer schwieriger, neue Marktanteile zu erobern. Folgerichtig rückt immer mehr die Vorbereitung einer militärischen Kriegsführung als letztes Mittel in den Fokus ihrer Pläne. Auch die weltweite Hochrüstung der letzten zwei Weltkriege wurde gegenüber den Massen als angebliche Friedenssicherung schön geredet. Letztendlich hat der letzte Weltkrieg 20 Millionen Tote gefordert.

 

Rüstungsgüter sind nicht irgendein anderes „Produkt“. Rüstungsgüter in den Händen der Imperialisten erhalten ihren Nutzwert erst dadurch, dass man sie mit ihrer tödlichen Wirkung gegen die Völker der Welt einsetzt. Aber kein Volk will einen imperialistischen Krieg, nur die Herrschenden haben einen Nutzen davon. Ganz abgesehen davon, dass Fabriken für Rüstungsgüter vorrangige Kriegsziele sind und damit auch die dort arbeitenden Belegschaften.

Rüstungsproduktion ist eine Quelle der Profitmaximierung

Ein Beispiel: Rheinmetall hat bei Waffen und Munition eine operative Marge von 29,3 Prozent (2025). In der Autoindustrie sind es aktuell im Schnitt 5,5 Prozent. Der Clou: In der Rüstungsproduktion zahlt der Bund vieles im Voraus. Man braucht wenig eigenes Kapital, hat aber garantierte Maximalprofite.

 

Und die Arbeitsplätze? In der Rüstungsindustrie gibt es meist deutlich weniger Arbeitsplätze als in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

 

US-Studien ergaben, dass 1 Mio. US-Dollar für die Produktion von Munition im Schnitt 5,4 Jobs (direkt + Zulieferer) ergaben. Dieselbe Million ergibt in der sonstigen Industrie 6,7 Jobs, im Bau 10,3.