Flüchtlingsgefängnis Sintiki Serres/Griechenland

Flüchtlingsgefängnis Sintiki Serres/Griechenland

Aufstand und Fluchtversuch aus dem "griechischen Guantánamo"

Am Samstagabend (22.8.) kam es zum fünften Aufstand und Fluchtversuch innerhalb eines Jahres aus der geschlossenen Einrichtung –der Gemeinde Sintiki in Serres.

Iordanis Georgiou

Bisher sind 23 wieder festgenommen und werden wegen Fluchtversuchs, Flucht, Aufruhr unter Häftlingen und Sachbeschädigung erstattet. 15 Flüchtlinge werden noch gesucht. Bei der letzten Flucht im November 2025 wurden deswegen 5 Flüchtlinge zu 3 Jahren Gefängnis und 450 EURO Strafe verurteilt.

 

Sintiki, eine sogenannte „kontrollierte Haftanstalt“,, ist praktisch ein Gefängnis, in dem Flüchtlinge unter unzumutbaren Bedingungen zusammengepfercht sind. Seit etwa einem Jahr leben sie dort in Containern, ohne das Recht, das Lager zu verlassen, und gleichzeitig ohne dass ihnen Asyl gewährt wird. Unter erbärmlichen Bedingungen und in völliger Unsicherheit um ihr Leben. Die Bedingungen in Sintiki sind so grausam, dass sogar der Bürgermeister von Promachonas erklärte: „Dieser Ort ist nicht einmal für Schweine geeignet!“

 

Das ist das wahre Gesicht der EU für die Flüchtlinge. Gefängnis, Verfolgung, ein unerträgliches Leben, Ausbeutung oder der Tod an den Grenzen und auf dem Ägäischen Meer.

 

Dennoch ist selbst dieses griechische Guantánamo nicht in der Lage, den Willen nach Freiheit und Leben zu brechen – koste es, was es wolle und bei aller Gefahr!

 

Dafür erhielten die Regierung und faschistische Minister für die Flüchtlinge in Griechenland Plevris vor wenigen Tagen die Glückwünsche von Trump! Von einer Regierung, die ein „Vorbild“ für Rassismus und die Jagd auf Flüchtlinge zu Wasser und zu Lande ist. In völliger Übereinstimmung mit der EU.

 

Nein zu Mauern und Zäunen. Die mörderische Politik der geschlossenen Grenzen für Flüchtlinge muss ein Ende haben. Rückführungen und Abschiebungen müssen gestoppt werden.

 

Alle Sammellager müssen abgeschafft werden. Nahrung, Wasser und menschenwürdige Unterkünfte für die Flüchtlinge. Nein zu Inhaftierung, Abschiebungen und der Verweigerung des Rechts auf Einreichung eines Asylantrags.

 

Die Interventionen, Kriege und die Ausbeutung der Länder Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens durch die NATO, die EU und die USA müssen aufhören.

 

Wir alle können gemeinsam ohne Kriege, Unterdrückung und Ausbeutung in einer Gesellschaft der Solidarität und Freundschaft zwischen den Völkern leben, frei von Spaltungen und Feindseligkeiten aufgrund von Rasse, Geschlecht, Nationalität, Religion und Sprache.

 

300 Flüchtlinge wenden sich seit gestern vom griechischen Guantánamo an die Öffentlichkeit. Hier kann man einen Brief aus dem Flüchtlingsgefängnis lesen.