Afrika
Streiks in chinesischen Betrieben häufen sich
China ist auf dem Vormarsch in Afrika und hat ungefähr 10.000 Betriebe in afrikanischen Ländern¹, oft im Bergbau, vorherrschend bei Bauprojekten. Das verkauft China als Förderung der Entwicklung Afrikas. Das Auftreten ist teils noch nicht so offen brutal, wie bei früheren Kolonialherren, zum Beispiel Frankreich.
Der afrikanische Kontinent ist ein Austragungsort des Kampfs um die Weltmarktbeherrschung geworden. Die Realität ist, dass die chinesischen Konzerne genauso auf Maximalprofit aus sind, wie die anderer imperialistischer Staaten. Dabei verwenden allerdings sowohl das sozialimperialistische China, als auch das neuimperialistische Russland, eine geschickte Demagogie. Sie sprechen das während des europäischen Kolonialismus tatsächlich erlebte Leid der Menschen in Afrika an und nutzen so ihre Gegnerschaft und Konkurrenz zu den alten europäischen Imperialisten (heute vereint unter dem Banner der EU) und den US-Imperialisten, den Nachfahren der Sklavenhändler, um sich als gute Partner der Afrikaner darzustellen.
Streiks und Proteste zeugen zugleich davon, dass der Widerstand gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur wächst. Auf diese Kämpfe richten wir heute den Blick:
Seit über 6 Wochen streiken die Beschäftigten im BAIC-Autowerk in Südafrika unter Führung der Gewerkschaft NUMSA (rf-news berichtete [Link folgt]). Empörend ist die Vorgeschichte: Chinesische Unternehmen gewähren oft noch nicht mal die ohnehin geringen Löhne und Sozialleistungen, die in den jeweiligen Ländern erkämpft wurden. Im letzten Jahr legte BAIC das Werk für zwei Monate still, angeblich zur Modernisierung. Die damals 80 fest angestellten Arbeiter wurden freigestellt. Wer nach zwei Monaten die Arbeit wieder aufnehmen wollte, musste aber neue Verträge unterschreiben mit einem Lohnabbau von fast zwei Dritteln des bisherigen Einkommens! Statt dem Branchen-Tariflohn von umgerechnet rund sechs Euro pro Stunde sollten nur noch 2,30 € bis 2,60 € bezahlt werden, den neu Eingestellten sogar noch weniger (40 Rand pro Stunde). Vergeblich verhandelte NUMSA ein Jahr, um die Lohnkürzungen rückgängig zu machen. Deswegen trat die Belegschaft im Juni 2026 in Streik, auch rund 200 Kollegen mit Zeitverträgen. Dieser Kampf braucht unsere Solidarität!
Ein bedeutender Streik fand im Mai 2026 in Guinea statt, im gigantischen Simandou-Projekt zur Förderung des weltweit größten Eisenerzvorkommen. Eine 600 km lange Schneise wurde durch Naturschutzgebiet geschlagen bis zum neuen von China erbauten Hafen. 10.000 Menschen arbeiteten daran, tausende wurden nach Fertigstellung entlassen. Die Arbeiter und Angestellten bei den chinesischen Betrieben bekamen weniger als die Beschäftigten in den englischen oder kanadischen, die ebenfalls an dem Projekt beteiligt sind. Deshalb traten sie mit tausenden in Streik und setzen einige Forderungen durch.
In der Demokratischen Republik Kongo kontrollieren chinesische Betreiber über 70% der Kobaltproduktion. In der Tenke Fungurume Mine streikten im Juni hunderte Bergarbeiter.² In verschiedenen Provinzen gab es mehrfach selbstständige Streiks bis zu Massenunruhen³ wegen Unterbezahlung, Korruption, Umweltverbrechen oder Übergriffe durch chinesische Vorgesetzte.
In Botswana kontrolliert das chinesische Bergbaumonopol MMG die strategisch wichtige Kupfermine Khoemacau. Gegen die schlechten Arbeitsbedingungen richteten sich massive Streiks. Der Konzern wollte ihn mit chinesische Streikbrechern niederschlagen, was jedoch Empörung über Ländergrenzen hinaus auslöste.
Skrupellos misshandeln chinesische Konzerne Mensch und Umwelt. In Sambia brach im Werk der Sino-Metals Leach Zambia eine Staumauer, über 50 Millionen Liter hochgiftiges Säure verseuchten den wichtigsten Fluss des Landes. Es kam zu wütenden Protesten von Gewerkschaften und Gemeinden, vor allem als der chinesische Konzern versuchte, die geschädigten armen Anwohner und Arbeiter um die Zahlung von Schadensersatz zu betrügen.
Lokale Proteste häufen sich auch gegen die Umgehung von Gesetzen und Schutzmaßnahmen. So in Angola und in Uganda. In Kenia streikten Arbeiter von Bauprojekten gegen rassistische Diskriminierung und das Fehlen von Krankenversicherung und soziale Absicherung bei gefährlichen Arbeiten. In Simbabwe gab es selbstständige Streiks auch in privat geführten kleineren chinesischen Gold- und Kohleminen, vor allem wegen fehlendem Sicherheitsschutz, auch Lohnfragen. In Niger kam es zu wiederholten Streiks und Blockaden in der Öl- Förderung, weil keine einheimischen, sondern nur chinesische Arbeiter eingestellt wurden usw.⁴
Es ist notwendig, die krasse Ausbeutung in den chinesischen Betrieben in Afrika und die Kämpfe der Arbeiter dagegen bekannt zu machen und die internationale Solidarität zu entwickeln. Der chinesische Kapitalexport bezweckt die Ausbeutung der Massen Afrikas, denn in China ist schon lange der Kapitalismus wiederhergestellt. Verwirrung stiftet das sozialimperialistische China, indem es sich als „Sozialismus“ verkauft. Es ist die Verantwortung der Marxisten-Leninisten weltweit, darüber Klarheit zu verschaffen und die wahren Zusammenhänge aufzudecken, denn die Kämpfe müssen eine echte sozialistische Perspektive bekommen.
China wendet in Afrika eigene Formen des Neokolonialismus an. Rote-Fahne-News wird demnächst konkret darüber berichten.